Für das Duell beim Spitzenreiter hatte sich Trainer Henry Lesser taktisch für eine überraschende Formation entschieden: Um das Hauptaugenmerk nach der 0:4-Niederlage im Hinspiel zunächst auf die Defensive zu legen, mussten Alexander Reith und Renato Tusha auf der Bank Platz nehmen. Für sie rückten Kemal Sarvan und Andre Vogt in die Startelf, zudem erhielt Patrick Lesser nach abgesessener Rotsperre von Beginn an die Chance. Doch der Plan, möglichst lange die Null zu halten, musste bereits nach drei Minuten ad acta gelegt werden. Bei einem eigentlich harmlosen langen Ball der Frankfurter in den Lehnerzer Strafraum ließ Patrick Lesser die Kugel von der Brust am herausgelaufenen Keeper Aykut Bayar vorbei in Richtung eigenes Tor prallen. Torjäger Cem Kara drückte den Ball nur der Form halber noch über die Linie. „Ich habe Aykut nicht gehört, offenbar hat er gerufen. Ich dachte, er steht auf der Linie“, erklärte der geknickte Pechvogel nach Spielende und sprach von einer „im Kollektiv katastrophalen Leistung.“ Insbesondere in der ersten Hälfte hatte das Lehnerzer Spiel tatsächlich nichts mit Hessenliga-Spitzenfußball zu tun. Während die Rot-Weissen munter kombinierten, kamen die Osthessen oftmals einen Schritt zu spät, waren offensiv über weite Strecken völlig abgemeldet und hatten zudem nicht nur beim ersten Gegentreffer das Pech an den Sohlen kleben. Dass Cem Kara nach einer halben Stunde mit dem 2:0 eine starke Frankfurter Kombination veredeln konnte, zeigte die Hilfslosigkeit der Lehnerzer am Brentanobad. Letztlich hätten die Rot-Weissen sogar noch weitere Treffer in Hälfte eins nachlegen können. Das sah auch Trainer Daniyel Cimen so, der von den ersten 45 Minuten seines Teams insgesamt jedoch sehr angetan war: „Da haben wir eine Topleistung abgerufen. Mit der zweiten Hälfte war ich dann nicht ganz so zufrieden, wobei wir auch dann nicht viel von Lehnerz zugelassen haben.“ TSV-Coach Henry Lesser hatte zur Pause umgestellt und die dribbelstarken Offensivspieler Alexander Reith und Renato Tusha für Kemal Sarvan und Andre Vogt gebracht. Zwar gelang es Lehnerz nun, das Spiel offener zu gestalten, doch die Hoffnung auf eine Wende im Spiel keimte bei den mitgereisten Zuschauern nicht mehr auf. Im Rennen um die vorderen Plätze ist der Lehnerzer Rückstand auf Spitzenreiter Frankfurt bei einem weniger absolvierten Spiel somit auf elf Punkte angewachsen. Rot-Weiss Frankfurt: Takidis; Topcagic, Freund, A. Fließ, Akgoez, Barnes (70. Prasler), Lundy, Sawada, Mus, Abdul, Kara (89. Rufino). TSV Lehnerz: Bayar - Bartel, Sonnenberger, Kress - Eckerlin, Scholz, Schaaf, Lesser - Vogt (46. Tusha), Mistretta - Sarvan (46. Reith). Schiedsrichter: Simon Marx (Aschaffenburg), Zuschauer:120, Tore: 1:0 Cem Kara (3.), 2:0 Cem Kara (30.)
| SG Rot-Weiss Frankfurt - SG Barockstadt | |
| Liga: | Hessenliga |
| Anstoss: | Sa - 05.03. 15:00 Uhr |
| Spieltag: | 22. Spieltag |
| Ergebnis: | 2 : 0 |
| Zuschauer: | 200 |
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