71 Jahre altes Duo brilliert wie einst

Pospischil auf Fiorentino

23.09.2020

Mit einer „überragenden Mannschaftsleistung“, wie ihr Trainer Anton Römmich treffend feststellte, ist die SG Bad Soden zu einem hochverdienten 2:0 (2:0) über die chancenlose SG Johannesberg gekommen und hat die Tabellenführung der Verbandsliga Nord übernommen.

„Das ist eine ganz schwierige Situation für uns. Ich weiß nicht, ob wir überhaupt eine Torchance hatten. Soden hatte Chancen für drei Spiele“, sagte Mitja Hofacker. Johannesbergs Torhüter, Ex-Keeper der Grün-Weißen, war bei der Rückkehr an die Bornwiese der Beste seiner Mannschaft. Hofacker hielt einen Strafstoß und vereitelte etliche Sodener Einschussmöglichkeiten. Die Torwartposition war die einzige, auf der Johannesberg nicht schlechter besetzt war als der in allen Belangen überlegene Gegner. „Wir haben eine brutal gute Abwehrleistung geboten. Es war klar, dass es nicht darum gehen würde, wer den schöneren Fußball spielt. Wir haben gefightet und sind über den Kampf ins Spiel gekommen“, sagte Sodens Trainer Anton Römmich und schickte hinterher: „Und Pospischil auf Fiorentino ist halt auch sauschwer zu verteidigen.“ Die SG hat gut daran getan, Pospischil (35 Jahre, 23 Zweitligaspiele), vom Ruhestand zurück auf den Rasen zu holen. Ohne den zentralen Mittelfeldspieler, der gestern Abend mit bestechender Leichtigkeit dirigierte, schien Sturmspitze Daniele Fiorentino (36, sieben Zweitligaspiele) nur die Hälfte wert. Nun sind die beiden wieder vereint – und verstehen sich besser denn je. Vor dem 1:0 tanzte Pospischil an der Grundlinie Kirche Ristevski aus, flankte, Fiorentino traf volley (15.). Vor dem 2:0 spielte Pospischil klug in den Strafraum, Fiorentino vollstreckte im zweiten Versuch (31.). Mit dem 0:2 zur Pause war Johannesberg gut bedient: Pospischil war mit einem an Jaron Krapf verursachten Strafstoß an Hofacker (19.) gescheitert, und Hofacker hatte auch noch gegen den frei auf ihn zulaufenden Krapf gerettet (39.). Johannesberg, jederzeit bemüht, hatte Sodens Wucht und Spielwitz nichts entgegenzusetzen. Weder gelang es die Vorstöße der Außenverteidiger zu bremsen, noch das defensiv wie offensiv brillante Sodener Mittelfeld einzudämmen. In 90 Minuten plus Nachspielzeit hatte Johannesberg den gegnerischen Torwart kein einziges Mal geprüft. Hätte Bad Soden nach dem Seitenwechsel auch nur die Hälfte der guten Torchancen genutzt, die nach fünf Spielen mit vier Zählern auf einem Abstiegsplatz notierten Johannesberger hätten ein Waterloo erlebt. „Beide Tore wären leicht zu vermeiden gewesen. Das ist genauso unser Manko wie die mangelnde Durchschlagskraft. Es fehlt an Kreativität, am letzten Pass. Nur bis zum Sechzehner sieht das gut aus“, sagte SGJ-Coach Zeljko Karamatic. Umso mehr vermisste Johannesberg seinen Spielmacher und Kapitän: Der Steinauer Niklas Zeller war auf dem Spielberichtsbogen zwar in der Startelf notiert, muskuläre Probleme ließen jedoch einmal mehr keinen Einsatz zu.

Die Statistik:

SG Bad Soden: Ersöz; Kymlicka (79. Adem), Pezzoni, Rintelmann, Okyere (88. T. Paulowitsch) – Neiter, Mezini (69. Huhn) – Krapf, Pospischil, Ehlert – Fiorentino. SG Johannesberg: M. Hofacker; Ristevski, Mondo, Moise, Lembach – Milankovic, Weldetnatse – Curic (34. Zelenika), Calin (61. Olaoye), Odenwald – Leucuta. Schiedsrichter: David Schmidt (Union Niederrad). Zuschauer: 190. Tore: 1:0, 2:0 Daniele Fiorentino (15., 31.). Besonderes Vorkommnis: Mitja Hofacker (Johannesberg) pariert Foulelfmeter von Christian Pospischil (19.).

Spielinfos
SG Bad Soden - SG Johannesberg
Liga: Verbandsliga Nord
Anstoss: Mi - 23.09. 17:45 Uhr
Spieltag: 5. Spieltag
Ergebnis: 2 : 0
Schiedsrichter: David Schmidt (Frankfurt am Main)
Platz / Ort: RP Bad Soden
Zuschauer: 190
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