Rolf Gollin: „Wir zocken zu viel“

Petersbergs Trainer im Interview

20.10.2016

Einmal top, einmal flop – so könnte man den Start von Rolf Gollin beim RSV Petersberg bezeichnen. Während der Verbandsliga-Aufsteiger beim Debüt vom 47-Jährigen gegen den TSV Lehnerz (2:0) zu überzeugen wusste, musste seine Elf am Wochenende eine herbe Niederlage gegen Eschwege (0:5) hinnehmen. Wir haben uns mit ihm unterhalten.

Zwei Spiele, drei Punkte: Wie bewertest du den Start bei deiner neuen, alten Liebe?

Mit dem Auftritt gegen Lehnerz II durften wir absolut zufrieden sein, gegen Eschwege haben wir ein Großteil der Tore selbstverschuldet. Bis zur 35. Minute war es noch in Ordnung, danach müssen wir uns einfach anders präsentieren. Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht, die gegen einen Gegner wie Eschwege gnadenlos bestraft werden. Trotzdem lassen wir uns von einer Niederlage nicht aus der Verfassung bringen. Vielmehr werden wir weitermachen und zuversichtlich in die kommenden Begegnungen gehen.

Am Wochenende steht das Gastspiel bei Bosporus Kassel bevor. Ein unbequemer Gegner...

Absolut. Gerade zuhause sind sie sehr stark, haben dort auch schon einige Teams ärgern können. Wir sind gewarnt, aber optimistisch und ich wünsche mir, dass wir mutig und selbstbewusst auftreten werden.

Der Fokus sollte vor allem auf der Defensive liegen. Drei Gegentore im Schnitt pro Spiel sind einfach zu viel, oder?

Definitiv. Das ist doppelt ärgerlich, bedankt man, dass die Abwehr in der Vorsaison das Prunkstück der Mannschaft war. Wir wissen aber, woran es hapert und werden daran arbeiten. In vielen Momenten zocken wir einfach zu viel. Es ist oft so, dass wir gerade in der Defensive großes Risiko eingehen. Wenn es gut läuft, haben wir einen Ballgewinn irgendwo im Mittelfeld. Läuft es schlecht, läuft der gegnerische Stürmer alleine auf unserer Abwehr oder unseren Torwart zu. In diesen Situationen, sollte die Sicherung des eigenen Tores im Vordergrund stehen. Das hat etwas mit Spielintelligenz zu tun und das muss besser werden. Denn uns ist bewusst: Kriegen wir die Defensive nicht in den Griff, sind wir fast chancenlos.

Du hast zuletzt den Wunsch nach Neuzugängen im Winter geäußert, mit Aron Loui Jahn (Hagen) wurde der erste Spieler bereits verpflichtet. Wonach wird gezielt Ausschau gehalten?

Verpflichtungen im Winter sind immer so eine Sache, da der abgebende Verein die Ablösesumme frei verhandeln kann und eigentlich niemand im Winter seine Spieler verschenken möchte. Für uns geht es in erster Linie darum, den Konkurrenzkampf zu beleben und den Kader zu verbreitern. Ob das dann junge oder erfahrene Spieler sind, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass sie Lust auf die Sache haben und sich weiterentwickeln möchten. Wenn ich es mir aber aussuchen könnte, würde ich noch jemanden für die Zentrale verpflichten. Auf den Außenbahnen sind wir gerade mit den Jugendspielern gut aufgestellt, zumal ich jemand bin, der überhaupt kein Problem damit hat, mal einen jungen Kicker ins kalte Wasser zu werfen.

Bleibt noch eine Sache offen: Du warst bereits zweimal in Petersberg Trainer, kennst den Verein wie deine Hosentasche. Was hast dich angetrieben, das Traineramt am Waidesgrund noch ein drittes Mal zu übernehmen?

Die Spieler waren mit ausschlaggebend. Ich kenne sie seit Jahren, habe ihre Entwicklung intensiv verfolgt und hatte in den Gesprächen das Gefühl, dass sie Lust darauf haben, wieder mit mir zusammenzuarbeiten und daher auch ein entsprechendes Engagement an den Tag legen werden. Hinzu kommt, dass es keine leichte Situation ist und der Verein mich unbedingt verpflichten wollte. Wir gehen nicht naiv an die Sache heran, sind aber positiv eingestellt. Was am Ende des Tages dabei herauskommt, wird sich dann zeigen.