Sandzak vergibt ersten Matchball

Gruppenliga Frankfurt West: Bosnien hält die Klasse

21.05.2017

Im Kampf um die Meisterschaft hat der SV FC Sandzak durch ein 2:2-Unentschieden (1:1) beim abstiegsbedrohten TSV Bad Nauheim den direkten Aufstieg vorerst verpasst. Durch die Siege der SG Rot-Weiss II gegen Schlusslicht Ober-Erlenbach ist Sandzak am letzten Spieltag wahrscheinlich auf einen weiteren Sieg angewiesen. Am anderen Ende der Tabelle sind nahezu alle Entscheidungen auf den letzten Spieltag vertagt worden. Die einzige der sechs gefährdeten Mannschaften, die sich retten konnte, ist der SV BKC Bosnien nach dem 2:3 (1:2) in Oberstedten.

1. FC Oberstedten – SV BKC Bosnien 2:3 (1:2)

In einem chancenarmen Abstiegsduell sollten die Gäste das bessere Ende für sich haben. Senad Mujakic brachte seine Mannschaft im ersten Durchgang per Dropkick in Führung. Vier Minuten später glich Nouri Jeghan per Elfmeter aus. Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit verwandelte Adi Musli eine Ecke direkt zum 1:2. "So einen Eckball habe ich noch nie gesehen. Der ist mit 100 km/h in den Winkel geflogen“, staunte auch Oberstedtens Trainer Artur Rissling. Durch den besten Spielzug seiner Truppe konnte das Team durch Daniel Wolf erneut zum Ausgleich kommen. Doch zehn Minuten vor dem Ende erzielte Mujakic aus extrem spitzem Winkel das 2:3, was gleichzeitig den sicheren Klassenerhalt für die Bosnier bedeutete. "Wir waren verkrampfter als die Bosnier. Nach dem 2:2 haben wir gedrückt, allerdings ohne klare Torchancen.“ Durch den Sieg gelang den Gästen, einen Spieltag vor dem Ende in der ersten Gruppenliga die Rettung: "Heute hat die Mannschaft defensiv eines der besten Spiele der Saison gemacht“, freute sich Bosniens Pressesprecher Asmir Husanovic über den Klassenerhalt: "Trainer Senad Mujakic und die Mannschaft haben diese Saison Großes geleistet“, sprach Husanovic auch im Namen des Vorstandes. Schiedsrichter: Alexander Hauser (Limburg-Weilburg). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 Senad Mujakic (14.), 1:1 Nouri Jeghan (18./FE), 1:2 Adi Musli (46.), 2:2 Daniel Wolf (64.), 2:3 Senad Mujakic (79.).

TSV Bad Nauheim – SV FC Sandzak 2:2 (1:1)

In einer chancenreichen Begegnung erwischten die abstiegsbedrohten Gastgeber den besseren Anfang. Nach Zuspiel von Spielertrainer Tufan Tosunoglu erzielte Silvio Penava das 1:0. Hammad Geith glich für den Aufstiegsaspiranten zum Pausenstand aus. Nach der Pause war es erneut der Aufsteiger aus Bad Nauheim, der durch Tosunoglu in Führung ging. Erst in der Nachspielzeit gelang Sandzak durch Fatmir Omerovic der 2:2-Endstand. Im Anschluss an den Treffer sah TSV-Akteur Emrah Koc nach einigen unschönen Worten in Richtung Schiedsrichter Marcel Rühl die Rote Karte. "Wir hätten das 3:1 machen können. Aber im Endeffekt ist es ein verdientes Ergebnis“, so Bad Nauheims Sportlicher Leiter Deniz Can nach der Begegnung. Ähnlich sah es auch Sandzaks Spielertrainer Murat Sejdovic: "Es ist ein gerechtes Ergebnis. Bad Nauheim hat alles gegeben.“ Durch das Remis wurde die Meisterschaft der Gäste vorerst vertagt. Dennoch hat der SV den direkten Aufstieg im letzten Spiel gegen Königstein in der eigenen Hand. Schiedsrichter: Marcel Rühl (Wetzlar). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Silvio Penava (10.), 1:1 Geith Hammad (16.), 2:1 Tufan Tosunoglu (73.), 2:2 Fatmir Omerovic (90.+3). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Bad Nauheims Emrah Koc (90.+3).

Rot-Weiss Frankfurt II – SG Ober-Erlenbach 7:1 (3:0)

Gegen das Tabellenschlusslicht gab sich die SG Rot-Weiss II keine Blöße. Schon zur Pause lag die Mannschaft durch Tore von Sercan Demir, Ertugrul Erdogan und erneut Demir mit 3:0 vorne. Kapitän Patrick Gürser, Park Jongin und Ivan Puljic machen das halbe Dutzend voll, ehe Erdogan seinen Doppelpack schnürte. Fünf Minuten vor dem Ende gelang Eric Kemen der Ehrentreffer. "Es war eine klare Angelegenheit, die Jungs haben guten Fußball gespielt.“ war Rot-Weiss Trainer Hicham Tahrioui zufrieden. Durch das Unentschieden des Spitzenreiters Sandzak scheint der direkte Aufstieg nun doch wieder realistischer zu werden. Doch ob der Verein überhaupt gewillt ist, den Gang in die Verbandsliga zu gehen, nachdem die erste Mannschaft zwei Klassen drüber in die Aufstiegsrunde muss, ließ Tahrioui völlig offen: „"ch lasse die Frage unbeantwortet“, so der Übungsleiter angesprochen auf einen möglichen Aufstiegsverzicht. Schiedsrichter: Ismail Koc (Darmstadt). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Sercan Demir (10.), 2:0 Ertugrul Erdogan (15.), 3:0 Sercan Demir (36.), 4:0 Patrick Gürser (60., Foulelfmeter), 5:0 Park Jongin (62.), 6:0 Ivan Puljic (77.), 7:0 Ertugrul Erdogan (85.), 7:1 Eric Kemen (86.). Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Ober-Erlenbach (60.).

1. FC-TSG Königstein – SC Dortelweil 0:1 (0:0)

In einer ausgeglichenen Partie merkte man zunächst nicht, dass die Königsteiner gegen den Abstieg spielen, während Dortelweil noch Chancen auf die Aufstiegsrunde hat. In der Anfangsphase war der Außenseiter sogar das bessere Team, verpasste es allerdings, in Führung zu gehen. Erst Mitte der ersten Halbzeit wurde der Gast besser und kam seinerseits zu ersten Gelegenheiten. Tore fielen jedoch zunächst keine. Erst nach gut einer Stunde fiel für Dortelweil der Treffer des Tages. Aus 20 Metern donnerte Christian Arnold die Kugel von der Unterkante der Latte zum 0:1 ins Tor. In der Nachspielzeit wären die Hausherren beinahe noch zum Punktgewinn gekommen, doch Sasa Matovic scheiterte frei vor dem Tor an Schlussmann Rene Gübler. "Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Die Mannschaft hat alles investiert“, machte Königsteins Sportlicher Leiter Till Sommerfeld der Truppe keinen Vorwurf. Schiedsrichter: Samuel Ditthardt (Hanau). Zuschauer: 90. Tor: 0:1 Christian Arnold (57.).

Olympia Fauerbach – FG Seckbach 2:2 (0:0)

Aluminumtreffer auf beiden Seiten verhinderten Treffer im ersten Durchgang. Kurz nach dem Wiederanpfiff traf Andreas Baufeldt zum 1:0 für die Olympia, ein Spielstand, mit dem der Gastgeber einem Klassenerhalt bedeutend näher gekommen wäre. Ein direkt verwandelter Freistoß von Fabian Urban sorgte allerdings für Seckbachs Ausgleich. Durch einen strittigen Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Recep Akcura nach einem Zweikampf zwischen Seckbach-Schlussmann Enver Osmanovic und Avdo Hajdarevic ging Fauerbach durch Marc Witte erneut in Front. Doch mit der letzten Aktion des Spiels versenkte Urban den zweiten direkten Freistoß zum 2:2-Endstand. Im Anschluss holte sich Olympia-Verteidiger Jamel Atkinson nach einer Diskussion mit Akcura die Gelb-Rote Karte ab. "Wenn du vorne nicht triffst, hast du hinten auch noch Pech“, fasste Fauerbachs Pressesprecher Jürgen Güssgen die Partie zusammen. Seckbachs scheidender Trainer Nico de Rinaldis war mit der Leistung seiner Elf eher einverstanden als mit dem Unparteiischen: "Wir mussten uns heute gegen Fauerbach und das Schiedsrichtergespann durchsetzen.“ Nach nunmehr 19 Jahren auf der Trainerbank hat der Übungsleiter keine Eile, sich einem neuen Verein anzuschließen: "Ich verabschiede mich erhobenen Hauptes aus der Gruppenliga. Ich habe in Seckbach eine tolle Zeit gehabt in den drei Jahren", sagte de Rinaldis. Schiedsrichter: Recep Akcura (Maintaunus). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Andreas Baufeldt (49.), 1:1 Fabian Urban (65.), 2:1 Marc Witte (71., Foulelfmeter), 2:2 Fabian Urban (90.+2). Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Jamel Atkinson (90.+2).

Germania Enkheim – SG Bornheim 0:2 (0:2)

Im Frankfurter Duell konnte sich die SG Bornheim durch zwei Tore im ersten Durchgang gegen den bereits feststehenden Absteiger aus Enkheim durchsetzen. Nach einem kurz ausgeführten Eckball bediente Niklas Troll seinen Kollegen Benjamin Beutel, der zum 0:1 einköpfte. Kurz vor dem Pausenpfiff schickte Beutel den heraneilenden Bela Schuster, der im Eins gegen Eins die Nerven behielt und zum 0:2-Endstand einschoss. „Wir können zufrieden sein“, urteilte Bornheims Trainer Maik Rudolf nach dem mittlerweile 15. Saisonsieg: „Wenn man die letzten drei Monate Revue passieren lässt, ist das schon beeindruckend“, so der Trainer, dessen Mannschaft noch vor wenigen Wochen im Abstiegsstrudel steckte. Wenige Minuten vor dem Apfiff sah Enkheims Christian Wiemann die gelb-rote Karte. Schiedsrichter: Nikolas Czypull (Bergstraße). Zuschauer: 100. Tore: 0:1 Benjamin Beutel (11.), 0:2 Bela Schuster (42.). Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Enkheims Christian Wiemann (84.).

TSG Nieder-Erlenbach – VFB Friedberg 2:2 (1:1)

Im Kampf um die Plätze hat es die TSG Nieder-Erlenbach verpasst, mit dem Aufsteiger aus Friedberg nach Punkten gleichzuziehen. Zunächst sorgte Friedbergs Torjäger Salih Yasaroglu nach einer halben Stunde für die Führung der Gäste. Mit dem Pausenpfiff glich Francesco Trulli aus. Bis kurz vor dem Ende stand es 1:1-Unentschieden ehe Andreas Eifert die TSG erstmals in Führung brachte. Doch wie schon im ersten Durchgang fiel auch in der zweiten Halbzeit der Ausgleich kurz vor dem Abpfiff. Yasaroglu sorgte in der dritten Minute der Nachspielzeit für den 2:2-Endstand. Schiedsrichter: Florian Tesch (Dieburg). Zuschauer: k.A. Tore: 0:1 Salih Yasaroglu (30.), 1:1 Francesco Trulli (45.+3), 2:1 Andreas Eifert (87.), 2:2 Salih Yasaroglu (90.+3). Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Friedbergs Lyes Maouche (42.).

TuS Merzhausen – FC Neu-Anspach 2:3 (1:1)

In einem ereignisreichen Derby gingen die Hausherren zunächst durch Stefan Hickl in Führung. Mit etwas Glück gelang Manuel Müller der Ausgleich. Es folgte eine kuriose Szene in der Schiedsrichter Sebastian Müller auf Elfmeter für Merzhausen und gelb für den 'Sünder' Max Lorenz entschied. Laut FCNA-Trainer Rico Henrici beging Lorenz das Foul etwa drei Meter außerhalb des Strafraums, über eine rote Karte hätte er sich jedoch nicht beschwert. In der Folge schoss Damjano Demasi die Kugel an die Latte. Auch nach der Pause blieb das Spiel offen mit dem besseren Ende für die Gäste. Achraf Gara Ali erzielte die Führung, kurz darauf glich Julian Ivan aus. Ein weiteres glückliches Tor durch Johannes Kütt sorgte für die 2:3-Führung und damit den Derbysieg für Neu-Anspach. Trainer Henrici sprach nach der Partie von einem „heiß umkämpften Spiel mit viel Einsatzbereitschaft. Der Sieg ist glücklich aber auch nicht unverdient.“ Angesprochen auf die starke Rückserie zeigt sich der Übungsleiter hochzufrieden mit seiner Truppe: „Ich bin richtig stolz auf die Mentalität, die die Mannschaft entwickelt hat.“ Schiedsrichter: Sebastian Müller (Dillenburg). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Stefan Hickl (18.), 1:1 Manuel Müller (35.), 1:2 Achraf Gara Ali (56.), 2:2 Julian Ivan (60.), 2:3 Johannes Kütt (82.). Besonderes Vorkommnis: Merzhausens Damjano Demasi schießt Foulelfmeter an die Latte (44.). (sly)