"Wir haben uns vor dem Spiel zu viel Druck gemacht, uns in den ersten zehn Minuten nur so über den Platz geschleppt und gehemmt gewirkt", hatte Fliedens Coach Mein Voll erkannt. Seine Mannschaft spielte vor allem vor der Pause ganz schwach, kam nicht einmal durch ein Elfmetertor von André Leibold auf Touren. Folgerichtig, dass die Steinbacher, personell gebeutelt, aber spielerisch sehr ansprechend unterwegs, zum 1:1 kamen. Florian Münkel verwandelte ebenfalls einen Strafstoß, nachdem er zuvor von Leibold gefällt worden war. Schon zuvor hatten die Steinbacher im Zentrum viel zu viel Platz erhalten. Auch nach der Pause war der Gast vom Mühlengrund zunächst agiler: Kaum auszumalen, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte Petr Kvaca nach einer guten Stunde den Ball etwas höher angesetzt. "So hat uns unser Keeper Lukas Hohmann im Spiel gehalten", konnte Voll durchatmen, zumal seine Mannen quasi aus dem Nichts im Gegenzug zum "Dolchstoß" (Voll) ansetzten: Nach einem von unzähligen langen Bällen konnte sich der nach der Pause bockstarke Fabian Schaub einen Tick von Steinbachs Spielertrainer Petr Paliatka, diesmal als Innenverteidiger unterwegs, absetzen und schummelte den Ball über die Linie (63.). "Das war ein Stellungsfehler von mir", gab Paliatka zerknirscht zu, dessen 34. Geburtstag somit keine Geschenke in Form von Punkten bereithielt. Denn die Moral des SVS war mit dem Gegentor gebrochen, mit den vielen Verletzten und Nachholspielen im Nacken konnte sich Steinbach nicht noch einmal aufraffen. Nicht mal der nimmermüde Reservecoach David Fladung, der als Außenverteidiger spielen musste, vermochte die in der Schlussphase aufs Tor von Marco Motzkus zurollenden Flieder Angriffswellen zu stoppen. Dreimal schlug es so noch in den letzten acht Minuten ein - und der wohl entscheidende Erfolg Fliedens in Sachen Klassenerhalt war eingetütet. "Auch wenn das heute nicht gut war: Ich habe einen Riesenrespekt vor meiner Mannschaft, wie sie auf diesem Boden am Ende den Gegner niedergerungen hat", lobte Meik Voll, der zugab, dass das Ergebnis deutlich zu hoch ausfiel: "Aber Mitleid will ich Dir, Petr, keines spenden. Das kenne ich aus meiner vorletzten Saison, als wir abgestiegen waren", wünschte der Fliedener Coach seinen Gegenüber nur alles Gute für die Zukunft. Wütend war Voll mal wieder nur besonders auf einen Fan, "der hier immer wieder alles schlechtredet, uns nach Siegen dann aber wieder auf die Schulter klopfen will. Ich schenke ihm nächstes Jahr eine Karte für die SG Barockstadt, da kann er schönen Fußball sehen", polterte der Fliedener Coach.
Die Statistik:
SV Buchonia Flieden: L. Hohmann - Lembach, N. Hohmann, Bartel, Rumpeltes - Leibold, Kreß (60. Röhrig) - Götze, Drews (74. Gaul), Bohl (46. Hack) - Schaub. SV Steinbach: Motzkus; F. Wiegand, Schaub, Paliatka, Fladung - M. Wiegand, Herr - Kvaca (71. Ludwig), Dimitrijevic, Manß - Münkel. Schiedsrichter: Pascal Loschke (Kassel). Zuschauer: 400. Tore: 1:0 André Leibold (15., Foulelfmeter), 1:1 Florian Münkel (27., Foulelfmeter), 2:1 Fabian Schaub (63.), 3:1 Marc Röhrig (82.), 4:1, 5:1 Marc Götze (88.). / hall
| SV Buchonia Flieden - SV Steinbach | |
| Liga: | Hessenliga |
| Anstoss: | Sa - 14.04. 15:00 Uhr |
| Spieltag: | 28. Spieltag |
| Ergebnis: | 5 : 1 |
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