Jordan nicht zu stoppen

Schlüchtern dreht nach der Pause auf

26.08.2020

Mit einem verdienten 4:2 (0:1)-Erfolg beim künftigen Gruppenligakonkurreten SGKressenbach/Ulmbach zog die SGSchlüchtern gestern Abend ins Viertelfinale des Kreispokals ein und trifft dort auf den Sieger des wegen eines Corona-Verdachts im Niederzeller Lager kurzfristig abgesagten Spiels der beiden A-Ligisten SVNiederzell und SGBellings/Hohenzell.

An der Berechtigung des Schlüchterner Sieges gab es nichts zu deuteln, das räumte auch Tim Mulfinger ein: „Wir haben die Chance zum 3:2 und fangen im Gegenzug das 2:3“, klagte der K/U-Spielertrainer und stellte fest: „Wir hatten permanent Probleme mit den hohen Bällen hinter die Kette, außerdem ist es uns nicht gelungen, mit Lars Jordan den heute besten Mann auf dem Platz einzuengen. Keine Frage: Der Schlüchterner Sieg ist verdient.“ Schlüchterns Abteilungsleiter und Abwehrspieler Marco Schlichting, der diesmal von Beginn an auflief, hatte „anfängliche Probleme“ registriert, „als wir viel Ballbesitz, aber wenig Ideen hatten. Nach der Pause haben wir uns aber merklich gesteigert. Es war sicher das richtige Rezept, auf einem kleinen Platz gegen einen tief stehenden Gegner mit Diagonalbällen zu arbeiten.“ Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde Kressenbach/Ulmbach Vorteile besitzen. Zumindest gelegentlich war das Umschaltspiel recht ansehnlich und zielstrebig. Lohn war die frühe Führung durch Sturmspitze Jan Breitenberger, der mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze bereits nach sieben Minuten zum 1:0 traf. Schlüchtern beklagte in der ersten Halbzeit eine hohe Zahl an Ballverlusten und etliche Ungenauigkeiten beim Spiel in die Spitze, kam aber deutlich entschlossener aus der Pause zurück. Michael Drews per Flachschuss (47.) und Lars Jordan (52.) nach Klasse-Einzelleistung auf Vorarbeit von Nils Trautwein brachten die SGS nach dem Seitenwechsel schnell in Front. K/U-Spielmacher Nico Bensing, der nicht wie gewohnt die entscheidenden Impulse im Spiel seiner Mannschaft geben konnte, leitete in seiner stärksten Szene mit einer butterweichen Flanke auf den Schädel von Breitenberger das 2:2 (65.) ein. In einer unablässig umkämpften, spielerisch jedoch weitgehend holprigen Begegnung schien das Pendel noch einmal zugunsten Kressenbach/Ulmbachs auszuschlagen, doch nach selten flüssiger Kombi über Bensing, Mulfinger und Heil kam Breitenberger am langen Eck zu spät, um das 3:2 zu erzielen. Das gelang auf der Gegenseite dem eingewechselten Baris Özdemir, der sich mit Schwalbe und Gelber Karte einführte, dann aber elegant eine Trautwein-Flanke mit der Brust mitnahm, das schlechte Abwehrverhalten von Patrick Müller nutzte und im ersten Pflichtspiel für die SGSseinen neuen Verein prompt ins Viertelfinale des Kreispokals schoss. Den Schlusspunkt zum 4:2 setzte Leon Busch in der Nachspielzeit. Zusätzliches Pech für den Verlierer: Nicht nur, dass der am Knie verletzte Abwehrspieler Marius Huhn die Karriere mutmaßlich beendet hat, gesellte sich nun auch noch Außenverteidiger Maximilian Theodor mit einer muskulären Verletzung zum immer voller werdenden Lazarett des Aufsteigers.

Die Statistik

Schiedsrichterin: Amra Cakovic (SVGläserzell). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Jan Breitenberger (7.), 1:1 Michael Drews (47.), 1:2 Lars Jordan (52.), 2:2 Jan Breitenberger (65.), 2:3 Baris Özdemir (80.), 2:4 Leon Busch (90.+4).