Selbst Siegfried Modenbachs Kerze half dem HSV nicht

Rohde und Voll sorgen für einige Lacher auf der PK

30.07.2018

Der Fußballgott stand dem Hünfelder SV am Samstag nicht zur Seite, da half auch das Entzünden einer Kerze auf Christoph Neihardts Hochzeit herzlich wenig.

Wenige Stunden vor dem Spiel gab der etatmäßige Rechtsaußen seiner Angie das Ja-Wort. Die Trauung hielt Siegfried Modenbach, ehemaliger Platzsprecher des SV Steinbach. Am Ende der Zeremonie steckte er eine Kerze für einen Derbysieg Hünfelds an. Nur bringen sollte das nichts. „Lehrgeld bezahlt“, meinte HSV-Abteilungsleiter Mario Rohde zur Begrüßung auf der Pressekonferenz. Die hielt er das erste Mal, schließlich war er bei Hünfelds bis dato letztem Hessenliga-Spiel im Mai 2014 noch nicht in Amt und Würden. Rohde und Buchonen-Trainer Meik Voll spielten sich anschließend die verbalen Bälle gekonnt zu. Voll sprach dem HSV ein großes Kompliment für seinen Weg aus, bekam bei seiner Lobeshymne aber gerade noch die Kurve und erklärte lachend: „Das ist aber kein Bewerbungsschreiben.“ Rohde antwortete gewohnt trocken: „Ich kann sagen, dass unser Trainer Dominik Weber über ein gültiges Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2019 verfügt, und wir nach einer Niederlage nicht darüber nachdenken, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.“ Spaß hatten anschließend alle drei, erzählten sich alte Schoten und freuten sich auf das baldige Wiedersehen am 24. August, wenn Hünfeld zum Rückspiel ins Königreich reist. Und auch dann ist Hünfeld wieder der Underdog, schließlich ist die Statistik gegen Flieden katastrophal – 2009 gelang der letzte Sieg. Noch schlimmer: Nach den letzten vier Hessenliga-Aufstiegen hieß dreimal der Auftaktgegner Flieden. Dreimal gewannen die Buchonen. Diesmal sogar ohne Fabian Schaub, der seine Wadenprobleme noch nicht ausgestanden hatte, weswegen Voll einmal mehr betonte, „dass wir gesehen haben, dass wir nicht der SV Schaub, sondern der SV Buchonia Flieden sind.“ Klar ist: Voll wird versuchen, auch für Schaub-Ersatz Lukas Hagemann einen Platz neben Schaub zu finden – denn der Ex-Offenbacher stach wie Marc Röhrig aus dem Team heraus. „Einzellob gibt es bei mir nur in der Kabine“, sagte Voll, um aber für Röhrig auf Nachfrage doch eine Ausnahme zu machen: „Viele haben uns belächelt, als wir ihn aus Rothemann geholt haben. Diesmal hat er einmal mehr seine Kritiker Lügen gestraft.“ Röhrig war der König in der Zentrale, ließ so die Hünfelder um Sebastian Alles, Julian Rohde oder Kevin Krieger in der Schaltstelle zu Statisten verkommen. Während Weber auf seinen „Amerikaner“ Marek Weber verzichtete, stellte Voll seinen in die Startelf. Marius Kullmann dankte es ihm, bereitete das 1:0 vor und zeigte eine ansprechende Leistung. Bereits am Freitag fliegt Kullmann zurück in die USA, um dort sein Studium fortzuführen. Marek Weber fliegt in der kommenden Woche zurück in die Staaten.