SV Rot-Weiß Hadamar - Sportfreunde Seligenstadt (Samstag, 14 Uhr)
Die überraschende Heimniederlage gegen Schlusslicht Viktoria Urberach (0:1) war natürlich auch unter der Woche ein Thema bei den Einhardstädtern. "Ob wir diese Niederlage aufgearbeitet haben, werden wir am Samstag sehen. Das ist natürlich kein gutes Gefühl gewesen, gegen den Tabellenletzten daheim zu verlieren. Aber wir wollen diese Pleite in Hadamar vergessen machen", kündigt Trainer Lars Schmidt an. Der Ex-Profi hatte vor den Urberachern im Vorfeld gewarnt und war damit offenbar auf taube Ohren gestoßen: "Es war klar, dass die auch irgendwann mal gewinnen würden, dass es gegen uns passiert, ist natürlich bitter". Gespielt wird am Samstag im Westerwald auf dem Kunstrasenplatz der Gastgeber, die ihre Heimspiele im Winter in Niederhadamar austragen. Den Platz selbst kennt Schmidt nicht, bei den bisherigen Gastspielen in Hadamar wurde stets auf der Hauptanlage an der Faulbacher Straße auf Naturrasen gespielt. "Ich war dort noch nie zu Gast, habe aber gehört, dass der Platz sehr schmal sein soll. Aber wir wollen die Platzwahl nicht thematisieren, sondern müssen die Bedingungen so annehmen, wie sie vor Ort sind. Das ist auch eine Kopfgeschichte", erklärt der ehemalige Bundesligaspieler.
Pokalspiel eine ganz andere Geschichte
"Die Rückwärtsbewegung der Stürmer gegen Urberach hat mir nicht gefallen. Es kann daher sein, dass wir nur mit einem Angreifer beginnen und auf eine höhere Kompaktheit im Mittelfeld setzen und je nach Spielentwicklung noch reagieren", gibt Lars Schmidt einen kleinen Einblick in die taktische Marschroute. Vor den Westerwäldern hat Schmidt durchaus Respekt: "Das ist eine gute Mannschaft und sie haben einen guten Lauf derzeit", findet der Übungsleiter. Insbesondere bei Freistößen besteht Gefahr durch den Standardspezialisten Jonas Herdering, dem auch zuletzt ein raffinierter Treffer infolge eines ruhenden Balls gegen Viktoria Griesheim gelang. "Ich habe das Freistoßtor gesehen, der hat den Ball in die kurze Ecke geschossen, obwohl alle mit einer Flanke rechneten", hat Schmidt beim Studium der Videoaufnahmen beobachtet. Natürlich müsse man versuchen, Freistöße in Strafraumnähe tunlichst zu vermeiden, groß ansprechen werde der Coach das Thema in der Mannschaftssitzung aber nicht: "Ich habe in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass wenn ich es anspreche, die Leute gar nicht mehr hingehen oder einer ein ganz dusseliges Foul macht. Wir müssen sie einfach vom eigenen Tor auf Distanz halten und dürfen nicht die Nerven verlieren", so der erfahrene Coach. Dass Rot-Weiss Hadamar im Hessenpokal-Halbfinale im neuen Jahr der Gegner ist, spielt für Samstag keine Rolle. "Das ist eine ganz andere Geschichte. Erstmal spielen wir dann bei uns und in einem Pokalspiel, wo einer nach 90 oder 120 Minuten ausscheidet, spielt man ganz anders". Nach den vielen englischen Wochen und der Teilnahme an zwei Pokalwettbewerben (Kreispokal Offenbach und Hessenpokal), wo die Seligenstädter jeweils im Halbfinale stehen, kommt jetzt die Winterpause gerade recht. "Es waren in der Summe doch recht viele Pflichtspiele. Wir wollen in Hadamar noch einmal punkten und dann können wir in Ruhe unsere Wunden lecken", so Lars Schmidt abschließend.