SG Bad Soden schickt Viktoria Griesheim in die Verbandsliga – und träumt von der Hessenliga

08.06.2024

Der Hessenliga-Aufstieg für die SG Bad Soden rückt näher: Die Elf von Trainer Lars Schmidt hat das Relegationsendspiel gegen den TuS Hornau erreicht.

Und das war eine knappe Kiste, aber in der Gesamtsumme verdient. Denn im Halbfinal-Hinspiel auf der heimischen Bornwiese hatten die „Sprudelkicker“ Gegner Viktoria Griesheim über weite Strecken dominiert, schenkten dann aber noch eine klare 5:1-Führung her und mussten sich mit einem 5:4 begnügen. Das Rückspiel auf dem Griesheimer Hegelsberg versprach also Spannung – und mündete in einem von den Gästen umjubelten 2:2 (2:1)-Sieg. Damit muss Viktoria Griesheim das erste Mal seit 2012 wieder in der Verbandsliga Süd antreten. Die Hessenliga verliert ihren dienstältesten Club.

Hessenliga: Viktoria Griesheim steigt ab, SG Bad Soden träumt

Doch ein Spaziergang war es für die SG Bad Soden nicht. Schon gar nicht, als die Viktoria gleich mit dem ersten ernstzunehmenden Angriff in Führung ging. Nenad Stanjoevic machte über links richtig Dampf, seine Flanke rutschte durch den Sodener Strafraum und Rechtsverteidiger Abdou Sarr bedankte sich (8.). Doch Bad Soden schüttelte sich nur kurz, kam nach einer Systemumstellung besser ins Spiel und wirkte in der Spielanlage nun deutlich reifer als der Gegner.

Der Lohn war die Halbzeitführung und bei beiden Treffern hatten Mert Pekesen und Daniele Fiorentino große Anteile. Zunächst schickte Mittelstürmer Fiorentino Pekesen auf die Reise, den Sarr recht unbeholfen im Strafraum legte. Betim Mezimi, im Hinspiel bester Sodener, blieb vom Elfmeterpunkt kalt (32.). Beim 2:1 ließen die Sodener all ihre spielerische Klasse aufblitzen: Fiorentino legte für Pekesen ab, der Linksverteidiger Jaroslav Kymlicka herrlich einsetze. Kymlickas Flanke verwertete Hamed Noori am zweiten Pfosten. Ein tolles Tor! Und das vorentscheidende schon nach 39 Minuten.

Denn Griesheim benötigte nun zwei Treffer, um zumindest die Verlängerung zu erzwingen. Zwar versuchte die Elf um Co-Trainer Siegfried Grollmusz alles, aber entweder rettete Innenverteidiger Till Hilchenbach auf der Linie (53.) oder Keeper Abdul Ersöz, wie bei der Großchance von Donat Tala (74.). Was Soden in Durchgang zwei abging, war Spielkontrolle. Und trotzdem feierte der Gästeanhang unter den Augen von Klassenleiter Robert Neubauer und rund 800 Zuschauern verdientermaßen den Finaleinzug. Obwohl Serhii Diachuk in der 89. Minute tatsächlich noch ausglich und die Sodener eine sich ewig anfühlende fünfminütige Nachspielzeit überstehen mussten.

Wie erwartet stand Ersöz im Sodener Tor, nachdem sich Marco Aulbach am Mittwoch am Knie verletzt hatte. Mittlerweile ist auch eine vorsichtige Diagnose da: mindestens eine starke Innenbanddehnung, vielleicht auch mehr. Und auch diesmal musste Schmidt früh im Spiel reagieren und seinen Kapitän Christoph Neiter wegen einer Sprunggelenksblessur vom Feld holen. Bei ihm steht zumindest ein großes Fragezeichen, ob er am Dienstag im Endspiel gegen die TuS Hornau mitwirken kann. Die Auswechslung sorgte bei den Sodenern auch für eine Systemumstellung. Schmidt spielte fortan im 4-2-3-1 und nicht mehr im 3-4-2-1. Auch das war ein Siegbringer. Hornau hat sich indes ganz souverän und erwartungsgemäß für das Endspiel qualifiziert. Das Endspiel wird am Dienstagabend im Herbert-Dröse-Stadion in Hanau steigen.

Die Statistik: Viktoria Griesheim: Lapcic; Sarr, Gatamura, Dimter, Halilovic (79. Houngbedji) – Diachuk, Erdogan, Oriana (57. Andolina), Michaelides (57. Mensah) – Stanojevic, Acun (46. Tala). SG Bad Soden: Ersöz; Neiter (16. Demuth), Hilchenbach, Kymlicka – Noori (85. Okyere), Zeller, Huhn, Pekesen – Mezimi, Ehlert (79. Becirovic) – Fiorentino (65. Mosch). Schiedsrichter: Christian Steib (SC Dortelweil). Zuschauer: 750. Tore: 1:0 Abdou Sarr (8.), 1:1 Betim Mezimi (32., Foulelfmeter), 1:2 Hamed Noori (39.), 2:2 Serhii Diachuk (89.).