Daniel, hättest du dir den Einstand besser ausmalen können?
Nein, sicherlich nicht. Das war insgesamt schon eine ziemliche Idealkonstellation. Ufhausen ist für Soisdorf ohnehin so ziemlich das wichtigste Spiel des Jahres, hinzu kommt die Tatsache, dass sich die Zuschauer den Fußball zurückgesehnt haben.
Man sprach von einem „ausverkauften“ Hauck. Mehr als 200 Zuschauer sind nicht die Regel in der A-Liga.
Ich habe generell das Gefühl, dass die Sehnsucht nach Fußball riesig ist. Ich selbst bin total heiß nach der Pause. Es ist schon so, dass auch bei mir in der Vor-Corona-Zeit so ein regelmäßiger Trott geherrscht hat und ich mich manchmal auch von Fußball übersättigt gefühlt habe. Aber jetzt brenne ich wieder total. Für mich das beste Beispiel, wie ich mich am Montag nach der Arbeit auf den Förstina-Talk gefreut habe, auch wenn unser Sieg dann nicht thematisiert worden ist (lacht).
Hat dich der dann auch noch verdiente Sieg überrascht? Schließlich gehört Ufhausen nicht zum Fallobst der Liga.
Eine halbe Stunde waren wir vielleicht noch etwas ängstlich, aber dann auch ganz einfach das bessere Team. Und wirklich überrascht war ich nicht, weil wir schon in der Vorbereitung gute Ergebnisse erzielt haben. Aber es ist auch ganz einfach so, dass wir in dieser Saison sicherlich eine höhere fußballerische Qualität als noch in der vergangenen haben. Mit Niklas Schuhmann als Mittelstürmer und Mario Ziegler als rechter Verteidiger haben wir externe Qualität hinzugewonnen, dazu hat die Doppelsechs um Christopher Stein und Nicolas Volkmer in den vergangenen Jahren kaum gespielt.
Aber ein paar Stellschrauben wirst du schon noch gedreht haben?
Ja, sicherlich. Wir haben eine richtig gute Vorbereitung hingelegt, in der auch die eine oder andere echte Schweineeinheit mit dabei war. Und das hat sich schon am Sonntag nach der Pause bezahlt gemacht. Da waren wir konditionell Ufhausen sicherlich ein wenig überlegen.
Vielleicht auch, weil arrivierte Kräfte wie Alexander Abel, Jörg Sauerbier oder Tobias Fladung noch von der Bank kommen konnten?
So ein Luxusproblem hat Soisdorf schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Das sind wirklich etablierte Kräfte, die immer von Anfang an gespielt haben. Aber auch am Sonntag haben sie sich in der ungewohnten Rolle voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Jörg hat beispielsweise direkt nach seiner Einwechslung das wichtige 1:0 geköpft. Und alle wissen, dass das bei einem Dorfverein wie Soisdorf schon nächste Woche wieder ganz anders aussehen kann.
Du warst in den vergangenen Jahren - egal ob bei Hünfeld II, Burghaun oder deinem Heimatverein Rasdorf - oft der verlängerte Arm des Trainers, meist ein spielender Co-Trainer. Nun stehst du in der Hauptverantwortung. Wie fällt das erste Resümee aus?
Sehr gut. Ich bin jetzt schon froh, dass ich das Abenteuer angetreten habe. Die Soisdorfer sind ein wirklich verschworener Haufen, da macht die Arbeit als Trainer Spaß.