Straub glaubt an eine rosige Zukunft

Wölfs Spielertrainer im Interview

26.10.2018

2013 stieg der SV Wölf aus der Kreisoberliga ab, wäre ein Jahr später beinahe gar in die B-Klasse durchgereicht worden. Nun schiebt sich die Elf um den verletzten Spielertrainer Michael Straub an, wieder an erfolgreichere Zeiten im beschaulichen Eiterfelder Ortsteil anzuknüpfen. Über die Gründe haben wir mit dem 30-Jährigen Straub gesprochen.

Michael, wo erreichen wir dich gerade?

Ich sitze im Auto auf dem Heimweg von Straubing. Ich hatte nach meiner Sprunggelenks-Operation vor einigen Wochen noch einen Kontrolltermin.

Wie lautet das Ergebnis?

Dass soweit alles okay scheint. So langsam darf ich wieder mit dem Muskelaufbau beginnen. Auf jeden Fall bin ich mit dem Zwischenergebnis heilfroh, weil ich mit dem beschissenen Gefühl „Karriereende“ losgefahren war.

Was musste korrigiert werden?

Ich habe mir eine knöcherne Absplitterung im Sprunggelenk zugezogen, was das Ergebnis aus einigen Bänderrissen der vergangenen Jahre war – und das hat dann ein Schnapsglas voll Knochenteilchen ergeben. Ich befinde mich aber schon seit Wochen in täglicher Physio-Behandlung beim Hünfelder Siggi Larbig und bin da in goldenen Händen. Wir nehmen uns für die Rückkehr auf den Platz alle Zeit der Welt.

Die Mannschaft scheint das allerdings gut zu verkraften, dennoch wurde immer wieder die Chance vertan, sich auf Platz zwei zu setzen. Wo liegen die Gründe?

Der Hünfelder Trainer Dominik Weber hat vor einigen Wochen einmal beklagt, dass ihm die Selbstverständlichkeit und damit der letzte Wille vor dem Tor etwas fehlt – und da fühlte ich mich sofort an unsere Situation erinnert. Gerade die jungen Spieler sind einfach noch nicht so abgezockt, um in jedem Spiel entscheidende Momente zu produzieren. Das ist aber nicht dramatisch, wir sind in Wölf auf einem guten Weg.

Warum?

Ich glaube, dass wir in den vergangenen anderthalb Jahren einen ansehnlichen und erfolgreichen Fußball etablieren konnten. Wir haben das System offensiver ausgerichtet und verfügen über hungrige Spieler. Zudem können wir froh sein, dass der A-Junioren-Coach Andreas Köller das gleiche Konzept verfolgt, was uns sogar immer wieder ermöglicht, Spieler von ihm bei uns an den Seniorenfußball heranführen zu können.

Dennoch ist die Konstanz noch nicht so, wie sie sich ein Trainer gemeinhin wünscht…

Wir sind aber auch nicht mehr so inkonstant wie beispielsweise in der vergangenen Hinserie. In Wölf wird mit bescheidenen Mitteln und jungen Spielern zukunftsorientiert gearbeitet. Da stehe ich voll dahinter, allerdings benötigt so etwas seine Zeit. Da kannst du nicht jede Woche die Sterne vom Himmel spielen.

Geht der Blick dennoch Richtung Kreisoberliga?

Das wäre vermessen. Philippsthal als Tabellenführer in seiner eigenen Liga mal ausgeklammert, verfügen die Kontrahenten um Platz zwei über andere Mittel. Da muss man sich nur die Transfers von Unterhaun oder Ausbach/Friedewald anschauen, dazu gesellt sich Großentaft mit einer ausgezeichneten Startserie. Für uns gilt es in diesem Haifischbecken zu wachsen, gerade in diesen Spielen galliger zu werden und mit jeder Faser Fußball zu leben. Schaffen wir es, uns daran hochzuziehen und zu lernen, sehe ich eine tolle Zukunft für den Verein. Denn die Rahmenbedingungen sind für A-Liga-Verhältnisse nahezu perfekt.