So lief die bisherige Runde
Aller Anfang war schwer für den Verbandsliga-Rückkehrer vom Waidesgrund: Zu Rundenbeginn hatte der RSV - seinerzeit noch unter Goran Gajic - Woche für Woche verletzungs- oder urlaubsbedingte Ausfälle zu verkraften und verlor logischerweise die ersten sechs Saisonspiele. Bitter: Obwohl es gegen Teams wie Hünfeld, Sand und Flieden ging, verkaufte sich Petersberg nicht schlecht, verlor häufig nur mit einem Gegentor Differenz. Kaum schien sich der RSV mit zwei Heimsiegen in Serie gegen die Kellerkinder Schwalmstadt (5:0) und Hessen Kassel II (2:1) berappelt zu haben, da fiel das Team in Weidenhausen (0:5) und gegen Eintracht Baunatal (0:8) völlig auseinander. Goran Gajic war das zu viel - und sein Vorgänger Rolf Gollin wurde sein Nachfolger. Das Petersberger Urgestein legte im Training vor allem auf Kondition, Kampf und taktische Abläufe in der Verteidigung wert, fand rasch eine Stammelf, der er neues Selbstvertrauen einimpfte: Es folgten fünf Siege in den ersten sechs Spielen der dritten Ära Gollin, ehe dem RSV bei den Derbys in Neuhof (2:3) und Bad Soden (1:4) etwas die Puste ausging. Trotzdem steht der RSV im Abstiegskampf besser da als zum Saisonstart zu erwarten war.
So haben die Neuzugänge eingeschlagen
Vom Pech verfolgt ist Julian Elm, der im Sommer vom SV Flieden II an den Waidesgrund wechselte. Der 25-Jährige brachte es auf noch keinen Einsatz und war aufgrund langwieriger muskulärer Probleme in Folge einer schweren Schienbein- und Knöchelverletzung aus Fliedener Zeiten erst einmal im Kader – und das beim letzten Spiel des Jahres in Bad Soden. Von Flieden II wechselte auch Philipp Mötzung nach Petersberg. Während der 27-jährige Defensivmann unter Ex-Coach Gajic noch häufig zum Stammpersonal zählte, kam er unter Gollin ausschließlich von der Auswechselbank. Verletzungspech plagt auch David Schwarz, der die Torhütermisere beenden sollte – um im September selbst wegen eines Bandscheibenvorfalls für den Rest des Jahres auszufallen. Der als Stand-by-Keeper verpflichtete Daniel Freidhof kam auf keinen Einsatz. Positiv in Erscheinung trat Marcel Zehner. Der Offensivallrounder ist eigentlich noch für die A-Junioren spielberechtigt, durfte aber bereits siebenmal Verbandsliga-Luft schnuppern und erzielte dabei zwei Treffer für den Aufsteiger.
In Erinnerung bleibt
Natürlich der Rücktritt von Trainer Goran Gajic und die Rückkehr von Urgestein Rolf Gollin. Positiv blieben vor allem die Kantersiege gegen Schwalmstadt (5:0) und Rothwesten (5:1) in Erinnerung, negativ waren es die Klatschen gegen Eintracht Baunatal (0:8) und Eschwege (0:5), die die Fans des RSV so schnell nicht vergessen werden. Als Torhüter muss man indes am Petersberg noch mehr aufpassen als anderswo: Mit Christian Beikirch (Kreuzbandriss), David Schwarz (Bandscheibe), Daniel Freidhof (Zerrung) und Timo Goldbach (Schulter- und Knieblessur) fehlten dem RSV zeitweise vier Keeper gleichzeitig, weshalb Stefan Labendsch sich häufiger profilieren durfte als er das wohl selbst gedacht hätte.
Ausblick
Das Auftaktprogramm hat es sich in sich: Mit dem SSV Sand und Buchonia Flieden gastieren zu Beginn der Restrunde zwei der vier Spitzenmannschaften am Waidesgrund, dort wird es nur um Bonuspunkte gehen. Entscheidend werden die Begegnungen danach sein, wenn mit Schwalmstadt, CSC 03 Kassel und Hessen Kassel II drei Teams kommen, gegen die mindestens vier, wenn nicht sogar sechs Punkte eingefahren werden sollten. Um die Wurst wird es aller Voraussicht nach aber erst am Saisonende gehen, dann kommen mit Bosporus Kassel, Rothwesten und Melsungen gleich drei direkte Konkurrenten in den letzten vier Spielen der Saison. Eine reelle Chance auf den Klassenerhalt hat der RSV Petersberg aber ohnehin nur dann, wenn das Team um Rolf Gollin dem Fußball eine höhere Priorität einräumt, wie es der Trainer bei seiner Amtsübernahme forderte. Denn in der Hinrunde war es nicht selten der Fall, dass Spieler nicht nur aus Verletzungsgründen Spiele verpassten. Der RSV-Kader ist nicht breit genug aufgestellt, um solche Aderlässe zu kompensieren. Nur wenn alle Spieler an einem Strang ziehen, darf sich der RSV berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. / hall, les