Traum-Comeback nach 386 Tagen

Praforsts Tobias Ebert meldet sich mit Blitz-Hattrick zurück

27.09.2016

Genau 386 Tage lagen zwischen dem bisher schlimmsten und womöglich schönsten Moment im Leben des Fußballers Tobias Ebert: Beim packenden 5:4 gegen Großentaft feierte der Angreifer des Hünfelder A-Ligisten SG Praforst sein Comeback nach einem doppelten Schienbeinbruch – und brauchte gerade mal zwölf Minuten nach seiner Einwechslung, um einen Hattrick zu erzielen.

Auch in seinem bis dato letzten Spiel am 6. September 2015 hatte der 28-Jährige einen Treffer erzielt, ehe sich die verhängnisvolle Szene mit dem Schlussmann der FSG Wartenberg/Salzschlirf ereignete. „Damals war ich beim Stand von 1:2 gegen uns drauf und dran, wieder auszugleichen. Dann gab es allerdings einen Frontalcrash mit dem Keeper, der im Fußball immer mal passieren kann“, beschreibt Ebert den Moment, in dem er sich zwei Brüche im Schienbein zuzog. Eine Verletzung, die Ebert insgesamt zehn Monate auf Trab hielt: „Ich hatte in Summe drei OPs. Erst wurde die Fraktur gerichtet, dann kam ein erster Schwung Schrauben raus, ehe schließlich im Juli noch einmal 13 Schrauben entfernt wurden“, rekapituliert der Rückerser ziemlich pragmatisch seine Krankengeschichte. „Ich hatte aber schon kurz nach der Verletzung keine Zweifel, dass ich wieder auf den Platz zurückkehre. Das habe ich schon vor der ersten OP meinem Operateur erklärt“, betont Ebert schmunzelnd. Gesagt, getan. Am Sonntag rückte Ebert drei Wochen nach dem Wiedereinstieg ins Training gegen Großentaft erstmals nach seiner Verletzung wieder in den Kader. „Mein Bruder hat am Tag vorher geheiratet. Entsprechend war ich nicht wirklich fit, deshalb war eigentlich nur ein Fünf-Minuten-Einsatz angedacht“, schildert Ebert, für den dann natürlich doch alles anders kam als gedacht: „Kurz nach der Pause hat sich mein Sturmkollege Christoph Plappert gezerrt, und dann stand ich relativ unvermittelt schneller auf dem Platz als gedacht.“ Zehn Minuten genügten Ebert, um sich „einzugrooven“, dann begann die Show der Nummer neun der Spielgemeinschaft aus Sargenzell und Rückers. 63. Minute: Ebert verkürzt per Abpraller auf 2:3. 64. Minute: Ebert gleicht mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 3:3 aus. 65. Minute: Ebert trifft per Dropkick genau in den Winkel – 4:3. „Natürlich war das schon Wahnsinn. Das dritte Tor schieße ich aber auch nicht, wenn ich vorher nicht schon zweimal getroffen hätte. Es war viel Glück dabei“, reflektiert der 28-Jährige die verrückten drei Minuten, in denen Großentaft nicht auf dem Platz schien und rasch nach dem Anstoß wieder die Bälle verlor, in aller Bescheidenheit. Bei allen Treffern stand Ebert übrigens völlig blank, Zweikämpfe Fehlanzeige. „Vor den Duellen Mann gegen Mann habe ich schon noch ein wenig Angst“, gibt Ebert zu, der bei einem Zweikampf gegen Ende des Spiels daher noch den Fuß zurückzog. „Aber das wird sich schnell ändern“, glaubt der in der Automobilbranche Tätige, der nach dem Spiel am Sportplatz natürlich in aller Munde war: „Der Sieg im Rahmen des Oktoberfestes hat natürlich dafür gesorgt, dass die Leute richtig gut drauf waren. Für mich haben sich die Sargenzeller und Rückerser natürlich besonders gefreut und das ein oder andere Getränk spendiert. Eigentlich wollte ich es ja nach dem Hochzeitsabend eher ruhig angehen lassen“, muss Ebert schmunzeln. Der Stürmer freut sich nun über peu á peu mehr Einsatzminuten – und besonders auf das Rückspiel gegen Großentaft: „Irgendwie liegen die mir. Gegen Großentaft habe ich vor fünf Jahren schon mal acht Tore in zwei Spielen geschossen“, erinnert sich Ebert. Dennoch dürfte sich der Dreierpack am vergangenen Sonntag noch mehr ins Gedächtnis des 28-Jährigen einbrennen.