Ullrich hört auf – übernimmt Kallée?

Verbandsliga: Beim SVA tut sich einiges

15.03.2016

Frank Ullrich wird im Sommer sein Traineramt beim Verbandsligisten SVA Bad Hersfeld nach nur einer Saison niederlegen. Das hat er am Montagabend gemeinsam mit dem Teammanagement um Norbert Kallée und dem Vorstand der Mannschaft kundgetan. Nachfolger könnte sein bisheriger Co Fabian Kallée werden, wie Vater Norbert bestätigt. Derweil haben die Spieler eine Frist bekommen, um sich hinsichtlich der kommenden Saison zu äußern.

„Es hat rein private Gründe, warum ich im Sommer aufhöre. Ich war nun 16 Jahre durchgängig Trainer, da ist einiges liegengeblieben. Ich möchte mir dafür jetzt einfach Zeit nehmen, außerdem bin ich beruflich sehr eingespannt“, begründet Ullrich seinen Entschluss, den er sich nicht leicht gemacht habe: „Das war und ist eine tolle Geschichte. Zumal uns viele als die SG Hessen Hersfeld der Verbandsliga gesehen haben – und das ist ja bei Weitem nicht so.“ Stand jetzt – mit Blick auf Regional- und Hessenliga – wäre der SVA als Viertletzter gerettet und hätte fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Es kann allerdings auch passieren, wenn wirklich alles schiefgeht, dass der aktuelle Tabellenrang nicht reicht, dann fehlen fünf Punkte zum rettenden Ufer. Gerade der Auswärtssieg in Schauenburg (5:0) ist ein Mutmacher. „Jetzt will ich mich natürlich auch mit dem Klassenerhalt verabschieden und hoffe, dass die Mannschaft auch in der kommenden Saison zusammenbleibt“, unterstreicht Ullrich.

Vater Norbert gibt Sohnemann Fabian Zeit

Der Ur-Asbacher will sich jedoch nicht in Gänze vom Trainergeschäft verabschieden: „Ich will mich weiterbilden, vielleicht auch als Trainer ein Stück weit neu erfinden.“ So reize es den B-Lizenz-Inhaber, ein paar interessante Lehrgänge zu belegen und darüber hinaus eventuell auch die DFB-Elite-Junioren-Lizenz zu machen, im Sommer werde er allerdings auf jeden Fall nichts Neues machen. Als seinen Nachfolger wünscht er sich seinen aktuellen Co Fabian Kallée, der gleichzeitig hauptverantwortlich für die KOL-Mannschaft ist. „Es ist schade, dass die tolle Zusammenarbeit endet. Ich hoffe, dass Fabse den Weg weitergeht und sage ganz bewusst, dass sich die Wege erst einmal trennen.“ Dass Kallée übernimmt, ist derweil nicht nur Ullrichs großer Wunsch, „sondern auch der vom Vorstand, dem Teammanagement und dem Großteil der Mannschaft“. So sagt es Norbert Kallée. Allerdings habe sein Sohn Zeit sich zu entscheiden. „Wir haben unseren Spielern am Montag in Sachen Trainer reinen Wein eingeschenkt. Die Spieler haben nun eine Frist bis zum 31. März bekommen, um zu- aber auch abzusagen. Fabian bekommt diese Zeit ebenfalls, er muss diese Entwicklung abwarten“, führt der Teammanager aus. Bislang habe nur Sebastian Schuch den Entschluss gefasst, zu einem neuen Verein zu wechseln (Hünfelder SV).

Kallée schließt kurzfristige Spielgemeinschaft aus

Kallée hoffe einerseits selbstredend, dass der Verein die Klasse halte und andererseits, dass so viele Spieler wie nur möglich blieben. „Die Verbandsliga ist attraktiv für Spieler aus der Region, außerdem soll das sehr erfolgreiche Konzept des JFV Bad Hersfeld fortgesetzt werden, wir wollen mit jungen Spielern weiterarbeiten.“ Spieler wie Tim Ullrich, Daniel Hanslik oder Simon Ewald schafften zuletzt den Sprung in die Stammelf, auch im Sommer entwachsen wieder sieben Spieler den A-Junioren. Kein Thema ist eine Spielgemeinsachaft im Sommer, wie Kallée diesbezüglichen Gerüchten den Gar ausmacht: „Mittelfristig schon, kurzfristig aber nicht. Solch ein Konzept will wohl überdacht sein und es wurde in letzter Zeit noch mit keinem Verein darüber gesprochen.“ In den vergangenen Jahren stand immer wieder eine Fusion mit der SG Hessen/Spvgg. Hersfeld im Raum, zuletzt schien jedoch auch ein Zusammenschluss mit Gruppenligist SG Niederaula/Hattenbach im Bereich des Möglichen. Dass sich ebenfalls etwas in der Vereinsstruktur des SVA ändern soll – der Vorstand wolle sich unseren Informationen nach breiter aufstellen – betreffe die Situation in der Fußballabteilung laut Kallée nicht.