Vatanspor will mit Willensstärke erfolgreich bleiben

Verbandsliga Süd: Usingen erwartet TG Friedberg

01.09.2017

In der Verbandsliga Süd gibt es am kommenden Wochenende ein reduziertes Programm. Jeweils am Samstag und Sonntag stehen drei Spiele an, sodass der Spieltag etwas gesplittet daher kommt. Spitzenreiter TSV Vatanspor Bad Homburg bekommt es mit dem FC Alsbach zu tun. Die Verfolger Türk Gücü Friedberg (bei der Usinger TSG) und FV Bad Vilbel (beim FC Hanau 93) haben schwierige Auswärtsaufgaben zu lösen. Im Tabellenkeller hofft Schlusslicht SG Bruchköbel im Gastspiel bei der Turnerschaft Ober-Roden auf den ersten Dreier.

TSV Vatanspor Bad Homburg - FC Alsbach (Samstag, 15 Uhr)

In der vergangenen Saison kamen die Bad Homburger mit 1:9 in Alsbach unter die Räder. Dass es an diesem Samstag ein ähnliches Ergebnis geben könnte, damit rechnen aber beide Seiten nicht. Zumal die Ausgangssituation eine ganz andere ist. "Das liegt in der Vergangenheit. Wir haben nun eine neue Mannschaft mit einer anderen Philosophie und wir konzentrieren uns auf uns", sagt Bad Homburgs Sportliche Leiter, Hüseyin Güven vor dem Heimspiel gegen den FCA. Vatanspor hatte damit in den ersten Partien der aktuellen Spielzeit Erfolg und steht nun an der Tabellenspitze in der Verbandsliga Süd. Vier Siege und ein Unentschieden holte die Mannschaft von Jörg Loutchan, der am Samstag urlaubsbedingt nicht an der Seitenlinie stehen wird. "Wir haben eine charakterlich starke Mannschaft, die gut drauf ist. Außerdem sind wir selbstbewusst und deshalb denke ich, dass wir in der Lage sind, zu gewinnen", so Güven, der von einer "tollen Mannschaft" sprach, die ehrgeizig ist und Willens- sowie kämpferische Stärke besitzt. "Bei uns kann jeder ein Tor schießen, deshalb sind wir unberechenbar." Genau das wollen die Gäste aus Alsbach unterbinden. "Wir müssen die Zweikämpfe von Beginn an annehmen und dürfen den Gegner gar nicht erst ins Spiel kommen lassen", hofft Alsbachs Pressesprecher, Andreas Rothermel, dass die Mannschaft an die Leistung des Sandzak-Spiels anknüpfen kann. "Die beiden Spiele in der englischen Woche klammern wir aus." Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Bruchköbel folgte eine 0:2-Niederlage am Wochenende gegen Usingen. Dabei sorgten individuelle Fehler der jungen Mannschaft dafür, dass das Spiel gegen die TSG verloren ging und die Alsbacher auch am Donnerstag zuvor gegen Bruchköbel keine Glanzleistung ablieferten. Deshalb soll an das 1:1-Unentschieden gegen den SV FC Sandzak vom dritten Spieltag angeknüpft werden. "Wir müssen uns spielerisch steigern und mutig nach vorne spielen", äußert sich Rothermel vor dem Spiel gegen den Titelaspiranten. Vor allem in der Offensive macht sich das Fehlen von Alsbachs Cengiz Gencer, der am ersten Spieltag eine Rote Karte sah und für sieben Spiele gesperrt wurde, bemerkbar. Auch sein Bruder Talha steht am Sonntag nicht zur Verfügung. Dafür könnte Fabio La Rocca eine Alternative sein, der in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam und dort ein Tor erzielte. Außerdem stehen dem Trainerteam Luka Konjicija, Milorad Vukovic sowie Neuzugang Ferhat Türkyilmaz, der nun eine Spielberechtigung hat, zur Verfügung. (se)

Viktoria Nidda - Germania Ober-Roden (Samstag, 17 Uhr)

Im Duell der Aufsteiger darf man gespannt sein, ob sich Nidda von der jüngsten Pokalniederlage gegen den Ost-Gruppenligisten Türk Gücü Hanau erholt hat und rasch wieder in den Punktspiel-Modus umschalten kann. Auf dem Hartplatz musste die Elf von Carsten Weber nach einer 3:0-Führung bis zur 77. Minute dann doch noch über die vollen 120 Minuten gehen, um nach dem Elfmeterschießen mit leeren Händen dazustehen: "Die Beine werden etwas schwer sein. Wir werden die Jungs zwei Tage lang pflegen und werden schauen, dass wir die Spieler auffrischen. Was das für einen Einfluss auf das Spiel in drei Tagen haben wird, kann ich jetzt noch nicht sagen", sagte Niddas sichtlich enttäuschter Trainer. "Mir tut es Stand jetzt auf jeden Fall erst einmal unendlich Leid, weil meine Mannschaft alles das umgesetzt hat, was sie umsetzen sollte", hofft Weber auf eine schnelle Regeneration seiner Truppe, damit die weiße Heimspiel-Weste auch gegen Germania Ober-Roden weiter Bestand hat. Der Germania aus Ober-Roden ist nach ihrem 5:0-Saisonauftakt bei der SG Bruchköbel mit zwei Niederlagen und zwei Unentschieden etwas die Luft ausgegangen. Es dürfte auch am Sonntag sehr schwer werden, Zählbares aus Nidda mitzunehmen. Das würde dem Aufsteiger aber gut zu Gesicht stehen, denn nach dem folgenden Heimspiel gegen den SV FC Sandzak folgen gelich vier Auswärtsspiele in Folge. (cw)

FC 07 Bensheim - SC 1960 Hanau (Samstag, 18 Uhr)

Beim FC Bensheim ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Dem missglückten Saisonstart folgten ein Sieg und ein Unentschieden, womit die Bensheimer durchaus zufrieden sind. "Aus der englischen Woche wollten wir vier Punkte mitnehmen, das war unsere Zielsetzung", äußerte sich FC-Trainer Ludwig Brenner vor dem dritten Heimspiel in Folge. Die Gäste aus Hanau will Brenner dabei "nicht auf die leichte Schulter nehmen." Außerdem fügte Bensheims Coach, der eine umkämpfte Partie erwartet, hinzu: "Der SC wird mit aller Macht versuchen zu punkten. Aber auch für uns zählt jeder Punkt im Abstiegskampf." Gegen die Hanauer, die bislang nur einen Sieg holen konnten, wird Brenner in der Startaufstellung umstellen müssen. Seine Innenverteidiger Fabian Hagen Knödler und Florian Budimir sahen gegen die TS Ober-Roden jeweils die Gelb-Rote Karte und sind nun für eine Partie gesperrt. "Jeder muss an seine Grenzen gehen, damit wir uns die Zähler sichern können", lautete die Vorgabe von Brenner. Die Gäste dürften laut Statistik froh sein, wieder auf fremden Boden anzutreten, denn die einzigen Punkte resultierten bis dato aus dem Auswärtsspiel beim 5:2 bei der Usinger TSG. Ansonsten kassierten die Hanauer bislang nur Niederlagen und befinden sich deshalb aktuell im Tabellenkeller. Um die Wende einzuleiten wäre von daher ein Sieg in Bensheim von Vorteil um neues Selbstvertrauen zu bekommen und um wieder in der Tabelle der Verbandsliga Süd nach oben klettern zu können. Beim FC kassierten der SC in der vergangenen Saison allerdings eine 1:2-Niederlage, während sie vor heimischem Publikum siegreich waren (3:0). Es ist also alles möglich. (se)

1. Hanauer FC - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)

Der Aufsteiger aus Hanau dürfte durch den 6:1-Sieg bei der SG Rot-Weiss Frankfurt II mit mächtig viel Rückenwind in das Heimspiel gegen die Brunnenstädter gehen. Was der Mannschaft von Spielertrainer Christoph Prümm noch fehlt ist ein Sieg vor den heimischen Fans, die den ältesten Fußballverein Hessens immer stimmgewaltig und optisch gut unterstützen. Denn die beiden bisherigen Siege gelangen auswärts, zum einen im Lokalderby beim SC Hanau 1960 mit 3:2 und zum anderen der bereits erwähnte Kantersieg bei den "jungen Roten". Am Sonntag ist mit dem FV Bad Vilbel an der Kastanienallee ein Spitzenteam zu Gast. Die Wetterauer konnten vier der fünf ersten Spiele gewinnen. Allzu betrübt ist man beim FV Bad Vilbel aber über den Saisonstart nicht. Obwohl das 0:3 im Wetterauer Duell bei Türk Gücü Friedberg eine Enttäuschung war und der 1:0-Sieg gegen Schlusslicht SG Bruchköbel eher in die Kategorie Arbeitssieg einzuordnen war, meinte Trainer Amir Mustafic angesichts von nun Platz vier: "In dieser Liga sehe ich keine Favoriten". Vor dem Gastspiel in der Industriestadt sagt der Coach: "Wir fahren immer mit einem positiven Gefühl zum Spiel. Wir wissen aber genau, dass der Gegner mit namhaften Spielern gespickt ist und dementsprechend als spielstark einzustufen ist". Der Verlust der Tabellenführung in Friedberg war zwar angesichts der Art und Weise ärgerlich, wenn es nach Mustafic geht, ist sein Team aber voll im Soll: "Die Saison hat gerade erst begonnen, und wir rangieren in der Spitzengruppe. Damit kann man wirklich zufrieden sein", meint Bad Vilbels Trainer nicht umsonst. Schließlich hat sein Team sein Potenzial schon in vielen Begegnungen abrufen können. "Wir haben vor jedem Gegner Respekt, wissen aber auch was wir können", stellt der Übungsleiter klar. Gegen Bruchköbel hatte Mustafic vier Stammspieler aus disziplinarischen Gründen auf die Ersatzbank verbannt, die für das Hanau-Spiel wieder in die Startformation rutschen könnten. "Die Sache wurde geklärt und ist erledigt. Ich bin nicht nachtragend, aber hier muss sich jeder Spieler an gewisse Regeln halten", will Mustafic auf gestandene Spieler wie Ajdin Maksumic, Dennis Geh, Benjamin Sabic und Thorben Knauer auch in Zukunft setzen. (pa)

Usinger TSG - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)

Beim Aufeinandertreffen zwischen der Usinger TSG und Türk Gücü Friedberg wird wohl richtig Feuer drin sein. Beide Teams haben ihre letzten zwei Punktspiele gewonnen und stehen entsprechend in der Tabelle gut da. "Wir werden auf Rasen spielen, hoffentlich haben wir gutes Wetter und es kommen viele Zuschauer", sagt Usingens Spielertrainer Marcel Kopp, und weiter: "Es ist schon eine Art Derby, obwohl wir einige Kilometer auseinanderliegen. Gegen Türk Gücü gab es immer wieder brisante Duelle, auch in der Gruppenliga. Wir sind der klare Außenseiter, möchten es aber Friedberg so schwer wie möglich machen. Dafür müssen wir an unsere 100 Prozent-Grenze gehen." Der TSG stehen wieder Pascal Bretschneider, Thorben Grill und Torben Selzer zur Verfügung. Türk Gücü Friedberg hatte Anfang dieser Woche vier Abgänge zu vermelden. Heute allerdings gab der Tabellendritte die passende Antwort mit ebenfalls vier Neuzugängen und Murat Akcay, der schon vergangenen Sonntag gegen den SV FC Sandzak zum Einsatz kam: "Usingen wird uns so wie jeder andere Gegner sicherlich nichts schenken. Sie sind ein unangenehmer Gegner, aber wir werden versuchen, unseren Plan vom Spiel durchzukriegen" sagt Türk Gücü Friedbergs Trainer Mustafa Fil, der auf Fnan Tewelde (Muskelfaserriss), Kevin Bassey Effiong (Wasser im Knie) und Florian Decise (Schlag aufs Knie) verzichten muss. (cw)

TS Ober-Roden - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Die Favoritenrolle nimmt Ober-Rodens Trainer Daniel Nister an und sagt ganz deutlich: "Wir wollen gewinnen". Nach fünf Punkten aus fünf Spielen wollen sich die Fußballer von der Turnerschaft gegen den Tabellenletzten aus dem Main-Kinzig-Kreis so richtig zeigen. "Mir ist nicht entgangen, dass sich der Gegner nach dem Trainerwechsel in den letzten beiden Spielen stabilisiert hat. Die werden versuchen tief zu stehen. Wir haben einige Punkte angesprochen und werden versuchen, Lösungswege zu finden", erklärt der Coach der Gastgeber die Marschroute. Ausschlaggebend für den Optimismus des 33-jährigen: "Alle haben sich im Training angeboten. Ich habe 23 Spieler zur Verfügung, kann aber nur 18 in den Kader berufen". Nur Stürmer Cengiz Veisoglu ist jetzt nach fünf Spieltagen erst einmal in den Urlaub gefahren. Der ambitionierte Übungsleiter musste in Bensheim mit ansehen, wie sein Team nach einer frühen 2:0-Führung beim 2:2 im Weiherhausstadion nur einen Zähler ergattern konnte. "Wir hätten da gewinnen können. Leider haben wir zwei Standardtore kassiert", rekapituliert der TS-Trainer. Bei den Gästen spricht der Sportliche Leiter Oliver Gust von einem Aufwärtstrend. Dem ersten Punktgewinn beim 1:1 in Alsbach folgte die knappe 0:1-Niederlage beim FV Bad Vilbel, als die SGB bis zur 86. Minute das 0:0 am Niddasportfeld hielt. "Wir kehren zurück zu den Anfängen des Fußballs", predigte Gust. Und so rechnen sich die Gäste auch im Rödermarker Stadtteil etwas aus. "Wir wollen konzentriert an die Sache ran gehen und mit einer guten Defensivleistung zum Erfolg kommen", so der Vereinsmacher der Bruchköbeler. Unterdessen konnte Gust bestätigen, dass "Carsten Keller das Amt des Cheftrainers bis mindestens Ende November bekleiden wird". (pa)