Sieben Punkte aus neun Spielen. Gewonnen werden konnten ausgerechnet die Auswärtsspiele in Osthessen, wobei der Auftritt in Bad Soden (3:1) stark war, der in Neuhof (2:1) hingegen schon zu wünschen übrig ließ. Noch bedenklicher als die schwache Punktausbeute stimmt das miserable Torverhältnis. Die meisten Gegentore (27), die wenigsten eigenen Treffer (8). Besonders die Pleiten in Petersberg (0:5) und Flieden (0:7) waren verheerend. Der letzte Tabellenplatz ist nur noch ein Punkt entfernt. „So richtig kann ich mir das alles auch nicht erklären“, fragt sich Jan-Henrik Wolf, der jedoch gleich unterstreicht: „Das ist nicht unser Anspruch. In unserer Mannschaft steckt vielmehr Qualität. Wir sind letzte Saison Vizemeister geworden und müssen langsam aber sicher aufhören darüber zu reden und Taten sprechen lassen.“ Klare Ansage vom 23-jährigen Ex-Lehnerzer, der als einer der ganz wenigen Stammspieler alle neun Spiele bestreiten konnte. Ein Problem sind riesige Schwierigkeiten im personellen Bereich: Steven Preuß, das Herz der Mannschaft, bringt es auf 157 Minuten Spielzeit, Ricardo Seck auf 202 Minuten, auch Abwehrchef Jannis Lerch fehlte schon drei Partien in Gänze. Gerade Preuß ist nicht zu ersetzen: „Er hat in unserem Spiel eine enorme Präsenz, ist ein absoluter Schlüsselspieler“, unterstreicht Wolf die Wichtigkeit, weiß aber auch, dass an den Ausfällen nicht alles festgemacht werden kann. Die Schuld dem neuen Trainer, Harald Hauer, zu geben, wäre auch viel zu einfach. Er hat schließlich das prinzipiell sehr erfolgreiche System des Vorgängers Hans Schweigert aufgegriffen. Und trotz der schnellen Trennung von Fatih Celiskoy – es soll Vorfälle im disziplinarischen Bereich gegeben haben – sei es im Umfeld immer noch sehr ruhig. „Wir bekommen von keinem Druck. Hier brennt es nicht, auch wenn wir selbst die Erwartung an uns haben, oben mitspielen zu wollen“, sagt Wolf mit Nachdruck. Und der Außenstürmer weiß, wie gut sein Team auch in dieser Saison agieren kann, nämlich als im letzten Spiel von Henry Lesser als Lehnerzer Trainer der Hessenligist am Rande einer Niederlage stand: „Da waren wir allerdings auch vollzählig“, erinnert sich Wolf und erhofft sich diesen Zustand schnellstmöglich wieder herbei.