Dabei fing die Partie eigentlich optimal an. Nach zwei Toren von Marco Gaul führte Flieden früh mit 2:0, individuelle Fehler brachten Willingen aber zurück ins Spiel. Dazu kamen viele Schiedsrichterentscheidungen, die beim Fliedener Anhang oftmals lautstarke Wutausbrüche hervorriefen. Insbesondere Fabian Schaub bekam fast jeden Zweikampf abgepfiffen, war früh nach fünf Minuten vorbestraft und sollte so schon zur 75. Minute - stark platzverweisgefährdet - für Felix Hack weichen. Schaub blieb jedoch zunächst und ging erst nach Imal Schersadehs Siegtreffer vom Feld. "Situationen wie diese kennen wir ja aus der Vergangenheit. Dass man im Zweifelsfall für den Stürmer pfeifen sollte, wird ja schon seit Jahren nicht mehr umgesetzt", meint Voll, der sich nach dem Spiel aber nicht mehr über den nicht gegebenen Elfmeter oder die zweifelhafte Kartenverteilung ärgern musste. Schließlich gewann Flieden trotz der nicht optimalen Voraussetzungen. Im Stile einer Spitzenmannschaft eben. Wer solche Spiele gegen direkte Konkurrenten gewinnt, wird am Ende der Saison normalerweise auch Meister. Gegner Willingen ist dagegen raus aus dem Aufstiegskampf - gehört in der jetzigen Situation jedoch auch keinesfalls dorthin. Nur ein Auswechselspieler stand Trainer Uwe Schäfer zur Verfügung. "Willingen hat ja schon über Wochen Personalprobleme und mussten dazu noch viele Doppelspieltage bestreiten. Vielleicht war genau das der ausschlaggebende Grund, warum ihre Serie gerissen ist", vermutet Voll. Während Flieden nämlich den neunten Sieg in Folge feierte und in Sachen Meisterschaft weiterhin alles in der eigenen Hand hat, verlor Willingen erstmals nach zehn Spielen.