West-Gruppenliga fest in Frankfurter Hand

Neun von 17 Klubs aus dem Stadtgebiet der Mainmetropole

15.06.2017

In nur drei Jahren hat sich das Teilnehmerfeld in der Gruppenliga Frankfurt West stark gewandelt. Traditionell wird diese Staffel von Vereinen aus den Fußball-Kreisen Frankfurt, Hochtaunus und Friedberg gebildet. Lautete das Verhältnis der Zusammenstellung der Liga 2014/15 noch vier Klubs aus Frankfurt, sechs aus dem Hochtaunus und sechs aus Friedberg, so sieht es für die kommende Saison 2017/18 so aus: Neun Vereine aus Frankfurt, fünf aus dem Hochtaunus und nur noch drei Friedberger Klubs.

Durch Auf- und Abstieg hat sich in den vergangenen Jahren viel in der West-Gruppenliga verändert. Das Frankfurter Kontingent hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt, während die Klubs aus der Wetterau ihr Kontingent halbieren mussten. Nur der Hochtaunus-Kreis ist im Vergleich zu vor drei Jahren vergleichsweise konstant geblieben (statt sechs nun fünf). Die Reduzierung der Friedberger Klubs hat natürlich viel mit den Abstiegen der letzten Jahre zu tun. Von den elf Absteigern der letzten Jahre kommen sieben aus der Wetterau: Klubs wie der SV Nieder-Wöllstadt, der KSV Klein-Karben, der VfB Petterweil, der SV Gronau und der FV Bad Vilbel II stiegen ab und kamen nicht mehr zurück, den Türkischen SV Bad Nauheim und Olympia Fauerbach traf es in diesem Jahr. Von den Frankfurter Vereinen hat es seit 2014/15 mit dem FC Germania Enkheim dagegen nur einen Verein erwischt. Die Ostfrankfurter müssen zwei Jahre nach ihrem Wiederaufstieg über die Aufstiegsrunde wieder zurück in die Kreisoberliga. Und da sich seit drei Jahren neben dem Meister der Frankfurter Kreisoberliga auch stets der Vizemeister qualifiziert, steigt das Kontingent stetig an. Da sich bislang immer der entsprechende Klub aus Frankfurt durchsetzte, hat es seit 2015 nun schon sechs Aufsteiger aus der Mainmetropole gegeben. Zum Vergleich: Aus Friedberg waren es vier und aus dem Hochtaunus auch vier. Da es sowohl 2014/15, als auch 2015/16 keinen Frankfurter Absteiger gab, dafür aber jeweils zwei Neulinge, verdoppelte sich das Kontingent von vier über sechs zunächst auf acht Klubs. Da nach der abgelaufenen Saison mit Germania Enkheim ein Klub runter muss und mit dem SV FC Sandzak und Rot-Weiss Frankfurt II gleich zwei Klubs in die Verbandsliga Süd aufsteigen, wäre das Kontingent wieder geringer geworden. Doch denkste! Da die beiden Aufsteiger durch die beiden Frankfurter Verbandsliga Süd-Absteiger FC Kalbach und Spvgg. 05 Oberrad sozusagen wieder ausgeglichen werden und es mit dem FFV Sportfreunde 04 und dem FV Hausen wieder zwei Teams aus der Kreisoberliga geschafft haben, weisen die Frankfurter nun erstmals mit neun von 17 "Stimmen" die absolute Mehrheit im "Gruppenliga-Parlament" auf. Der einzige Verein aus dem Friedberger Kreis, der die Gruppenliga nach "oben" hin verlassen konnte, war 2016 Meister Türk Gücü Friedberg. Ansonsten geht es mit dem Fußball im Friedberger Kreis in den letzten Jahren kontinuierlich bergab.

FV Stierstadt besiegte den Hochtaunus-Fluch in der Aufstiegsrunde

Die sieben Absteiger der letzten drei Gruppenliga-Jahre bilden fast die Hälfte der kommenden Kreisoberliga Friedberg. Relativ konstant hält sich dagegen der Hochtaunus-Kreis, weil mit dem TSV Vatanspor Bad Homburg und der Usinger TSG auch zwei Vereine mittlerweile Verbandsligisten sind und neben den diesjährigen Absteigern Königstein und Ober-Erlenbach in den letzten Jahren nur Eintracht Oberursel wieder absteigen musste. Und in diesem Jahr besiegte der FV Stierstadt den Aufstiegsrundenfluch und qualifizierte sich als erster Hochtaunus-Klub nach der Wiedereinführung der Ausscheidungsspiele auf diesem Weg für die Gruppenliga und begleitet den souveränen Meister FSV Friedrichsdorf nach oben. So werden sich die Reisekosten für die Vereine aus Frankfurt in Grenzen halten. Acht Auswärtsspiele innerhalb des Stadtgebietes, fünf Reisen in den Hochtaunus und drei Trips in die Wetterau, das war es schon. Vor allem das Dreieck im Westen mit der Spvgg. 02 Griesheim, dem SV BKC Bosnien und dem FFV Sportfreunde 04 verspricht Zündstoff. Im Umkreis von nur zwei Kilometern Luftlinie ballen sich jetzt zwischen Ackermannwiese, Mainzer Landstraße und Griesheimer Eichenstraße drei ambitionierte Gruppenligisten. Mit Kalbach und Oberrad wollen die Absteiger am liebsten sofort wieder hoch. Mit dem Darmstädter Ex-Profi Elton da Costa Junior kommt dabei eine illustre Figur an den Hopfenbrunnen. Oberrad war vor 13 Monaten noch Hessenligist, stürzte ungebremst in einer beispiellosen Talfahrt bis in die Gruppenliga ab. Seckbach hat sich mit Jonas Scheitza als Spielertrainer und weiteren namhaften Zugängen aus Kelsterbach verstärkt. Hoch im Norden haben es die Kalbacher und vor allem Nieder-Erlenbach aufgrund der abgelegenen Lage in den Hochtaunus und den Friedberger Raum näher als zu den südlicheren Stadtrivalen. Wie schlagen sich die Aufsteiger FFV Sportfreunde und FV Hausen, die erstmals Gruppenliga-Luft schnuppern? Können sich auch die anderen Aufsteiger FSV Friedrichsdorf, SKV Beienheim und FV Stierstadt etablieren? Gelingt TuS Merzhausen mit Trainer Enis Dzihic endlich der große Sprung nach oben? Fragen über Fragen, die die kommende Saison beantworten wird. Wir listen schon einmal die 17 Vereine nach Kreisen zugeordnet für Euch auf.

Saison 2017/18:

Gruppenliga Frankfurt West: Kreis Frankfurt (Neun Vereine): FC Kalbach, Spvgg. 05 Oberrad, SG Bornheim Grün-Weiss, FG Seckbach, TSG Nieder-Erlenbach, SV BKC Bosnien, Spvgg. 02 Griesheim, FFV Sportfreunde 04, FV 1920 Hausen. Kreis Hochtaunus (Fünf Vereine): FC Neu-Anspach, TuS Merzhausen, 1. FC 09 Oberstedten, FSV Friedrichsdorf, FV Stierstadt. Kreis Friedberg (Drei Vereine): SC Dortelweil, VfB Friedberg, SKV Beienheim.