Denn was beide Teams in den 92 Minuten zuvor geboten hatten, war nicht weniger als beeindruckende Werbung für den Sport: Acht Tore, ein irres Tempo beider Teams, ein gehaltener Foulelfmeter und ein Spieler, der überragte. „Was hat der nur für ein Spiel gemacht“, stammelte Peter Gehring nach Abpfiff vor sich hin. Wen Hofbiebers Fußball-Abteilungsleiter meinte, war sonnenklar. Steffen Westenholz stellte alle anderen Akteure in den Schatten. Der 34-Jährige spulte ein wahnsinniges Laufpensum ab, erzielte die ersten drei Hofbieberer Tore selbst, legte das 4:3 per tollem Solo für Fabio Ruppert maßgerecht auf und leitete den Konter zum 5:3 perfekt ein, den Ruppert und der aufgerückte Außenverteidiger Tarik Faber zu Ende spielen sollten. Vom Spiel des Lebens wollte Westenholz nicht sprechen, stellte vielmehr klar, „dass ich nur ein Ziel habe und das ist aufzusteigen. Und wenn wir dann in der Abwehr so viele Gegentore ermöglichen, müssen wir vorne eben noch eine Schippe drauflegen“. Westenholz traf zweimal aus kurzer Distanz und einmal nach herrlichem Zusammenspiel mit Henrik Scholz.
Friedel beim Gast bester Mann
Doch auch Müs verfügte in Spielertrainer Marc Friedel über einen überragenden Akteur, der bei beinahe jeder Offensivaktion beteiligt war, zweimal selbst für den Ausgleich sorgte und dazu noch einen Foulelfmeter herausholte, den allerdings Hofbiebers Schlussmann Sebastian Hahner gegen Mohammad Sharif aus der Ecke fischte. Hahner war es auch, der direkt nach dem 3:3 die Übersicht behielt und zweimal zur Stelle war, um den abermaligen Rückstand zu verhindern. In dieser Phase agierte Hofbieber minutenlang konfus, hatte aber Glück, dass Sharif und Denis Erovic beste Chancen nicht nutzen konnten. In Durchgang eins, als Müs stärker war, hätte das Spiel auch schon für den Gast vorentschieden sein können. Doch im Kollektiv vergab die Offensive eine hundertprozentige Chance, um im direkten Gegenzug das 2:2 zu kassieren. Den Zuschauern war‘s recht, denn so fand die wilde Fahrt auch in Durchgang zwei seine Fortsetzung, die Hofbieber bis auf zwei Punkte an Platz zwei spülen sollte.
Die Statistik:
SV Hofbieber: Hahner – Faber, Hosenfeld, Rother, Nüdling, Haas – Dege, Jahnke – Ruppert – Scholz, Westenholz. (Vogel). SV Germania Müs: Schäfer – Gerk, Löffler, Schell, Bagci – Zengler, Friedel – Eichenauer, Sharif, Claus – Erovic. (Henkelmann, C. Reinhardt, Carle). Schiedsrichter: Julian Rohrbach (SV Niederaula). Zuschauer: 200. Tore: 1:0 Steffen Westenholz (6.), 1:1 Marc Friedel (10.), 1:2 Denis Erovic (17.), 2:2 Steffen Westenholz (42.), 3:2 Steffen Westenholz (52.), 3:3 Marc Friedel (77.), 4:3 Fabio Ruppert (86.), 5:3 Tarik Faber (90.+2). Besonderes Vorkommnis: Sebastian Hahner (Hofbieber) hält Foulelfmeter gegen Mohammed Sharif (73.).
| SV Hofbieber - Germania Müs | |
| Liga: | KOL Mitte |
| Anstoss: | So - 18.11. 14:30 Uhr |
| Spieltag: | 11. Spieltag |
| Ergebnis: | 5 : 3 |
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