Yildiz findet Knopf bei Sabit Zejnullahu

Gruppenliga Frankfurt West: 27-Jähriger Friedrichsdorfer im Gespräch

20.02.2018

Seit drei Wochen nimmt Sabit Zejnullahu wieder am Training des West-Gruppenligisten FSV Friedrichsdorf teil. Im Gespräch erläutert der 27-Jährige, der sich jahrelang mit Knieschmerzen herumplagte, seinen Wandel auf dem Platz und gibt einen tieferen Einblick in das "Innenleben" des FSV Friedrichsdorf.

Die gute Nachricht aus der Medizin-Abteilung vorneweg: Dem rechten Knie von Sabit Zejnullahu geht es so gut wie lange nicht mehr. Rückblick: Die Tortur begann in 2013. "In der Halle hat mir jemand auf die Füße getreten. Da hatte ich gerade einmal 30 Sekunden gespielt und mich vorher nicht aufgewärmt. Das ging alles so schnell, da kam mein Knie nicht mit", erzählt der 27-Jährige, der daraufhin am Kreuzband operiert werden musste: "Danach habe ich mit Schmerzen weitergespielt. 2015 wurde dann ein Fremdkörper entfernt und die Verklebungen behandelt. Es wurde auch ein Loch im Knorpel festgestellt. Mit dem kaputten Knorpel habe ich dann nochmal zwei Jahre gespielt, bis jetzt im vergangenen Dezember das Knie nochmal aufgeschnitten und geglättet wurde. Ein Abszess wurde auch rausgeholt, das Loch haben sie so gelassen. Jetzt habe ich aber das Gefühl, dass mein Knie noch nie so frei war." Beim FSV Friedrichsdorf kann Zejnullahu wieder wöchentlich seine "halbe Verwandschaft" auf dem Sportgelände begrüßen: Neben seinem Bruder Arni, der "mir nicht nur auf dem Platz den Rücken stärkt, sondern dem ich grundsätzlich blind vertraue", sind seine Cousins Adrian Bitiq, Albulen Zejnullahu, Labinot Lugolli, Egzon und Agon Ademi für den West-Gruppenligisten am Start. Das ist aber für den Familienvater eines knapp zweijährigen Sohnes - der Kleine hat bei schönem Wetter sonntags auch schon seinen festen Terminkalender - nicht der ausschlaggebende Wohlfühlfaktor. "Auch zu Patrick Mohr, mit dem ich seit zehn Jahren befreundet bin, oder zu Francesco Marino und Sahin Burak, deren Freundinnen mit meiner Frau eng verbunden sind, habe ich einen super Kontakt. Am wichtigsten ist für mich aber, dass die gesamte Mannschaft so was wie eine Familie ist. Jeder Spieler, der zu uns kommt, fühlt sich sofort heimisch. Hier geht es nicht um Geld, sondern um die Atmosphäre und das familiäre Umfeld. Alleine weil der Verein und der Trainer viel geben, sind wir als Spieler schon in der Pflicht, das zurück zu geben. Man kommt schon mit einem Lächeln zum Training, obwohl klar ist, dass es sehr anstrengend sein wird."

Meisterschaft bisheriges Highlight

Der gelernte Bürokaufmann, der seit einem halben Jahr Chef einer Firma im Garten- und Landwirtschaftsbau ist, war nach eigenen Angaben nicht immer einfach. Im Laufe der Zeit aber wurde er von seinen Trainern so wie jetzt auch noch beim FSV "zurechtgebogen": "Als ich aus der Jugend von Hausen-Westerfeld kam, war ich zu schlecht für die Seniorenmannschaft in der Bezirksliga. Ich bin dann nach Anspach gegangen und wurde für die zweite Mannschaft eingeplant, gespielt habe ich aber in der Ersten in der Verbandsliga. Ich hab` immer die schwierigen Sachen auf dem Platz versucht und konnte einfach nicht verlieren. Mit Schiedsrichtern hab` ich mich oft behängt. Ja, ich war kein einfacher Spieler", spiegelt Zejnullahu seine Vergangenheit. Seinen bisherigen Trainern ist Zejnullahu dankbar: "In Anspach wusste schon Rico Henrici, wie er mich zu nehmen hatte. Er hat mich gefördert und verändert. Rafa Parisi bei der TSG Wehrheim war auch gut für mich. Aber Metin Yildiz ist bis jetzt der beste Trainer, den ich hatte. Er hat den richtigen Knopf bei mir gefunden, mich diszipliniert und nie gesagt, dass ich gut bin. Er hat Fehler bei mir gesucht und gefunden. Wenn jemand sagt, Du bist nicht gut, dann willst Du besser werden. Das macht der Metin clever. Er behandelt da jeden gleich." In seiner dritten Saison war der Aufstieg mit dem FSV als Meister aus der Kreisoberliga Hochtaunus in die Gruppenliga letztes Jahr selbstverständlich das bisherige Highlight für den offensiven Mittelfeldspieler: "Das war unbeschreiblich, das Größte, was die Mannschaft je erlebt hat. Selbst als wir mal 5:0 gewonnen hatten und dachten, dass das nächste Training dann lockerer wird ... Pustekuchen, das gab es nicht. Wir wurden weiter gequält (lacht) und haben so kein Spiel in der Rückrunde verloren." In dieser Saison ist für Zejnullahu das klare Ziel der Klassenerhalt. Für das hinter den Friedrichsdorfern liegende Zwischentief hat er eine plausible Erklärung: "Die Qualität war von Anfang an vorhanden. Gegen Kalbach haben wir zum Beispiel 1:3 verloren, da haben die selbst nach dem Spiel gesagt, dass wir besser gespielt haben. Uns fehlte auch Glück. Irgendwann war dann auf jeden Fall richtig der Wurm drin. Der Hauptgrund war aber, dass wir alle die Vorgaben von Metin Yildiz nicht befolgt haben. Er hat uns immer die Stärken der Gegner aufgezeigt, wir haben aber nicht umgesetzt, was er uns vorgegeben hatte. Ein Paradebeispiel war nach dem Tief unser 2:0-Sieg gegen Oberrad. Da sind wir alle den Anweisungen gefolgt."