Mi - 03.05. 19:00 Uhr
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Freiensteinaus Meistertraum nach Derbypleite ausgeträumt?
Schlüchterns linker Außenverteidiger Nils Trautwein (rechts) wagt sich nach vorne. Freiensteinaus Innenverteidiger Sebastian Krieg will ihn stoppen. © Ralf Hofacker
An der Berechtigung des Schlüchterner Erfolgs gab es schon deshalb keine Zweifel, weil SGS-Keeper Fabian Zarnack keinen einzigen Ball zu halten bekam. Die einzige halbwegs gefährliche Torannäherung gelang dem eingewechselten Thomas Wirsing. Der 43 Jahre alte Edeljoker, der mit 31 Treffern in kürzester Zeit gerade die B-Liga aufmischt, brachte nach 71 Minuten einen laschen Kopfball zustande, der Zarnack vor keinerlei Probleme stellte. Und so war denn auch Jessls Hauptkritikpunkt an seine Mannschaft, „dass sie sich zu wenig Torchancen herausgespielt hat“.
Die Angriffsleistung der Vogelsberger war in der Tat alles andere als aufstiegsverdächtig. Allerdings trafen die Gäste auch auf wild entschlossene Schlüchterner, die sich zu einer selten starken Mannschafts- und einer noch stärkeren Abwehrleistung aufrafften. An der Seite seines mazedonischen Landsmannes Dean Mitrev organisierte und dirigierte Aleksandar Vasilev aus der Innenverteidigung heraus die Defensivbemühungen eines Schlüchterner Teams, das von allen Positionen aus eifrig gegen Ball und Gegner arbeitete.
Gruppenliga: SG Schlüchtern feiert Derbysieg gegen SG Freiensteinau
Da auch Freiensteinau besser abwehrte als angriff, entwickelte sich insbesondere die erste Hälfte zu einem meist ziellosen Geacker und Gezacker im Mittelfeld, durch das der Ball nicht selten unkontrolliert hin- und herflipperte.
Bezeichnenderweise fiel das 1:0 nach einem ruhenden Ball. Einem umstrittenen Freistoß für Schlüchtern folgte eine Ecke, der eine weitere Ecke folgte, die Linksaußen Lars Jordan als Aufsetzer in den Freiensteinauer Strafraum brachte, wo der Ball Niklas Beikirch an den zu weit abgewinkelten Arm sprang. Die Proteste hielten sich in Grenzen, als der ehemalige Regionalligaschiedsrichter Joshua Herbert auf Handelfmeter entschied. Jordan trat an, traf flach ins linke Eck, SGF-Keeper Lukas Hohmann kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball (35.).
Lediglich ein weiteres Mal roch es vor der Pause nach einem Torerfolg, als der überraschend als Mittelstürmer aufgebotene Marc-Niklas Schmitt den Ball exakt zwischen die Freiensteinauer Innenverteidiger passte, Jordan jedoch mit einem allzu ambitionierten Heber scheiterte (42.).
Lars Jordans herrlicher Treffer besiegelt Derbysieg
Die zweite Halbzeit sah zumeist die Freiensteinauer im Vorwärtsgang, die in der gut gestaffelten und aufmerksamen Schlüchterner Hintermannschaft allerdings schon deshalb keine Lücken fand, weil es den Bemühungen an Tempo, Passgenauigkeit, Entschlossenheit und Spielwitz fehlte.
Herrlich der zweite Treffer: Der eingewechselte Jonathan Heil war auf dem linken Flügel nicht zu halten und fabrizierte eine Hereingabe an die Strafraumgrenze, die so scharf kam, dass man Lars Jordan keinen Vorwurf hätte machen können, wäre ihm die Verarbeitung der Vorlage missraten. Aber Jordan machte alles richtig und schweißte die Kugel unhaltbar ins rechte obere Toreck (64.).
Die Statistik Schiedsrichter: Joshua Herbert (FSV Schwarzbach). Zuschauer: 300. Tore: 1:0 Lars Jordan (35., Handelfmeter), 2:0 Lars Jordan (64.).