Akgöz: "Fulda ist der stärkste Konkurrent"
"Ich weiß, wo ich herkomme", sagt Varol Akgöz, der in Osthessen aufwuchs und bis zu seinem 14. Lebensjahr für den FV Bebra kickte. Dann verschlug es ihn zu den Nachwuchsteams von Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt, ehe er über die Stationen KSV Baunatal, Darmstadt 98 und 1. FCA Darmstadt letztlich bei Rot-Weiss Frankfurt landete. "Ich verfolge das Geschehen in meiner Heimat noch, zumal noch viele Familienmitglieder dort wohnen. Wenn wir mit Rot-Weiss in Fulda spielen, dann ist das wie ein Heimspiel für sie", sagt Akgöz.
Allerdings hat der 29-Jährige speziell an die letzte Begegnung in Osthessen, die 1:4-Pleite im Stadion der Stadt Fulda gegen die Borussia, alles andere als gute Erinnerungen. "Sie haben uns damals eine Lektion erteilt, diese Niederlage ist noch in unseren Köpfen drin, dafür wollen wir uns revanchieren", macht der Angreifer klar, der im Kampf um den Aufstieg die Borussia als ärgsten Konkurrenten ausgemacht hat. "Sie haben den stärksten Kader und sich im Sommer mit Spielern wie Younes Bahssou super verstärkt. Wir sollten aber auch Stadtallendorf nicht unterschätzen. Es bleibt spannend."
Überrascht war Akgöz von der Entscheidung des Tabellenführers Dreieich, der sich aufgrund von infrastrukturellen Problemen gegen einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga entschieden hat. Probleme, die es bei Rot-Weiss Frankfurt aufgrund des sanierten Stadions am Brentanobad in dieser Form nicht geben dürfte. "Die Bedingungen bei uns sind schon hervorragend. Stadion, Kabinen oder Trainingsplätze - das passt alles", findet Akgöz, der die Zuschauerresonanz allerdings nicht ganz nachvollziehen kann. Der Stadtverein, der im Schatten von Eintracht Frankfurt oder dem FSV Frankfurt steht, lockt durchschnittlich gerade einmal 214 Zuschauer an das Brentanobad.
"Traue mir die Regionalliga sportlich zu"
"Es ist einfach schwierig. In den vergangenen zwei bis drei Jahren gab es zwar eine kleine positive Entwicklung, aber mit den großen Vereinen im Rhein-Main-Gebiet können wir nicht mithalten", weiß der gebürtige Rotenburger, der sich mit seiner Mannschaft dennoch das Ziel gesteckt hat, in die Regionalliga aufzusteigen. "Wir als Team wollen das gerne erreichen und sind nach einer guten Wintervorbereitung auf einem sehr guten Weg", sagt Akgöz, der ausführt: "Hinzu kommt, dass ich mit meinen 29 Jahren nicht mehr allzu oft die Gelegenheit bekomme, in der vierten Liga zu spielen. So etwas möchte ich noch einmal mitnehmen. Sportlich traue ich mir die Regionalliga zu"; sagt der 18-Tore-Mann.
Unklar ist aber, wie es sich bei Akgöz beruflich entwickelt. "Ich arbeite am Frankfurter Flughafen. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist eine Sache für sich. Trotzdem würde ich die Regionalliga gerne mitnehmen", verdeutlicht Akgöz, der mit den Südhessen im Vorjahr in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest nur ganz knapp am FC Nöttingen scheiterte. Aktuell sind die Baden-Württemberger abgeschlagen Tabellenletzter, der direkte Abstieg in die Oberliga droht. "Natürlich fragst du dich als Spieler: Wie würde es uns ergehen? Würden wir besser dastehen? Oder schlechter? Sie haben uns in der Aufstiegsrunde schließlich geschlagen. Es zeigt mir einmal mehr, dass du für die Regionalliga gewappnet sein musst", sagt Akgöz. Infrastrukturell ist es Rot-Weiss Frankfurt. Ob sie es sportlich sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
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