Antonio Bravo Sanchez will sich nicht verstellen

Antonio Bravo Sanchez (rechts) kommt vom KSV Baunatal an die Richard-Müller-Straße. Foto: Jörg Schulz

Fast wie aus dem Nichts hat Hessenligist TSV Lehnerz vergangene Woche Offensivallrounder Antonio Bravo Sanchez von Ligakonkurrent KSV Baunatal aus dem Hut gezaubert und mit der Verpflichtung des 27-Jährigen die Ambitionen in dieser Spielzeit untermauert.

Genauso überraschend wie sein Wechsel zum TSV, war sein Abschied in Baunatal. „Ich hatte dort bereits mündlich zugesagt, aber nichts unterschrieben. Als es dann Unstimmigkeiten mit Trainer Tobias Nebe gegeben hat, haben wir uns entschieden, in Zukunft getrennte Wege zu gehen“, erklärt Bravo Sanchez, der über sich selbst sagt, „dass ich jemand bin, der sein Herz auf der Zunge trägt. Ich bin ein ehrlicher Typ, deswegen aber auch schon ein paar Mal bei Vereinen angeeckt. Manche Menschen können gut damit umgehen, andere weniger. Aber warum soll ich mich verstellen? Ich bin nun mal so, wie ich bin“, sagt der 27-Jährige, der in seiner Karriere bereits für Hessen Kassel, BC Sport Kassel, Schwalmstadt. Lohfelden und Baunatal gespielt hat.

Länger als zwei Jahre blieb der Offensivspieler aber nie. In Lehnerz könnte das nun anders werden. „So gut wurde ich noch nie in eine Mannschaft aufgenommen, dazu hatte ich sehr gute Gespräche mit Trainer Marco Lohsse und Finanzvorstand Martin Geisendörfer. Das sind ehrliche Menschen, die zu ihrem Wort stehen und das Versprochene halten. Wir hatten sofort ein vertrauensvolles Verhältnis“, berichtet Bravo Sanchez. Lohsse kenne er schon seit einigen Jahren, der TSV-Coach pflege den Kontakt zu ihm schon seinem Engagement bei BC Sport in der Saison 2013/14.

Doch nicht nur von den Verantwortlichen, auch von seinen neuen Teamkollegen ist der gebürtige Kasseler total überzeugt. „Ich habe seit Hessen Kassel noch nie in einer Mannschaft gespielt, die über so viel Potential verfügt. Unsere Offensive ist brutal“, sagt Bravo Sanchez, der sich vor allem auf das Zusammenspiel mit Alexander Reith, Pierre Mistretta, Patrick Schaaf, Marius Strangl und Steven von der Burg freut. Sich selbst sieht Bravo Sanchez am liebsten auf der Zehn oder dem rechten Flügel. „Weil ich dort mit meinem linken Fuß nach innen ziehen und den Abschluss suchen kann“, erklärt der Ex-Baunataler.

„Der TSV Lehnerz ist eine absolute Top-Adresse in der Hessenliga und gerade taktisch sehr gut ausgebildet. Ich traue uns auf jeden Fall eine Platzierung unter den ersten fünf zu“, sagt Bravo Sanchez. Große Vorfreude herrscht derweil schon auf das erste Saisonspiel gegen den SV Steinbach am Freitagabend (18.30 Uhr). „Bei einem Derby in Nordhessen waren vielleicht mal 500 oder 600 Zuschauer vor Ort, in Steinbach werden 2000 bis 2500 Fans erwartet. Das ist schon etwas ganz anderes, zumal die Spiele dort ohnehin immer eine Sache für sich sind. Der Schlüssel werden die Zweikämpfe und zweiten Bälle seien“, glaubt der Linksfuß, der seinen Wohnsitz in Kassel hat und momentan nicht mit dem Gedanken spielt, nach Osthessen zu ziehen.