Dreierpacker Leon Wittke

Auf neuer Position zum unverhofften Kunststück

Konnte gleich nach drei Aktionen zum Torjubel abdrehen: Leon Wittke. Archivfoto: Kevin Kremer

Der 4. September 2020 wird Leon Wittke wohl für immer im Gedächtnis bleiben. Mit einem lupenreinen Hattrick in Baunatal leitete der 23-Jährige eine Sternstunde des SV Steinbach ein und beförderte den Club erstmals überhaupt an die Hessenliga-Spitze.

Mit einem guten ersten Saisonspiel kennt sich Leon Wittke aus: Schon vor einem Jahr, im seinem ersten Hessenliga-Spiel für den SVS, wusste er als Torschütze zu überzeugen, doppelt traf er beim 3:2 in Neuhof. Nun setzte er noch einen drauf, erzielte beim 4:1 in Baunatal die ersten drei Treffer in Halbzeit eins. "Zum Saisonstart ist man immer heiß, gerade jetzt nach der langen Corona-Pause. Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, an meiner Chancenverwertung zu arbeiten, nachdem es in der Vorsaison vier Tore waren. Die Effizienz war jetzt schon richtig gut", freut sich Wittke.

Gerade Treffer Nummer zwei ließ sich sehen, als er weit aus der eigenen Hälfte im Vollsprint startete, am Sechzehner noch einen Haken schlug und dann von halbrechts mit seinem starken linken Fuß in den Winkel schoss. Dabei ist die Position im rechten Mittelfeld neu für den Petersberger, zuvor kam er fast ausschließlich über die linke Seite. "Ich wusste davon erst, als Petr (Paliatka, Trainer des SVS, Anm. d. Red.) die Aufstellung aufgeschrieben hat. Auf rechts habe ich mehr Optionen und bin variabler", gefällt dem Ex-Barockstädter die neue Rolle gut. Schließlich gelangen ihm auch zwei Treffer mit dem vermeintlich schwächeren Rechten, so dass ihm erstmals überhaupt - soweit er sich erinnern kann - das Kunststück Hattrick gelang.

Entsprechend viele Nachrichten kamen am Freitagabend beim 23-Jährigen an. Da sich Steinbach zugleich die Tabellenführung sicherte, war die Heimfahrt nach dem Spiel entsprechend feuchtfröhlich. "Wir haben es aber nicht übertrieben. Es war ein cooler Moment, nun geht der Blick aber nach vorne. Wir wollen die Leistung bestätigen", kündigt Wittke an. Das weitere Auftaktprogramm hat es nämlich in sich, die nächsten Gegner heißen Dreieich, Barockstadt und Eddersheim. Allen Teams werden Chancen im Aufstiegsrennen eingeräumt.

"Der Sieg in Baunatal wird unser Selbstvertrauen sicherlich stärken. Wir standen sehr gut und haben nach vorne super umgeschaltet. Wenn wir so weiterspielen sollten, ist gegen viele Gegner etwas drin - auch vor den Favoriten müssen wir uns nicht verstecken", betont der Matchwinner. Gute Nachrichten im Kampf um den Klassenerhalt: Die kürzlich ausgefallenen Spieler sind allesamt nicht schwerer verletzt. Bei Nikolaj Zvekic ist das Handgelenk nur geprellt, auch Dominik Hanslik dürfte nach seinem Schlag auf die Wade schnell wieder einsatzfähig sein. Lukas Gemmings Innenbänder sind ebenfalls nicht schwerer beschädigt.