Bad Vilbel schon vier Spiele ohne Punkt

Mit seiner Mannschaft hat Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic derzeit mehr zu hadern als mit den Schiedsrichtern. Foto: Steffen Turban

Die letzten vier Spiele waren für den FV Bad Vilbel in der Hessenliga nicht von Erfolg gekrönt. Gewonnen haben die Wetterauer keines dieser Partien, geschweige denn auch nur einen Punkt geholt. Noch bedenklicher: In jedem der vier letzten Auftritte bescheinigte der jeweilige Gegner dem Aufsteiger eine gute Spielanlage, genutzt hat es den Grün-Weißen aber nichts.

Zehn Tore in zehn Spielen haben dem Hessenliga-Rückkehrer gerade einmal neun Punkte eingebracht. Nach dem 25. August, als der Friedberger Kreisrivale Türk Gücü nach dem 3:0 im "Hinspiel" mit 2:1 auch im zweiten Aufeinandertreffen besiegt wurde, hat sich das Punktekonto nicht mehr bewegt. Eine Woche zuvor gab es einen 1:0-Erfolg beim VfB Ginsheim, die restlichen sieben Partien gingen allesamt - meistens knapp - verloren. Was besonders große Sorgen bereitet: Bad Vilbel hat bereits zehn Spiele absolviert, während andere Konkurrenten im Abstiegskampf wie der Hünfelder SV oder der FC Ederbergland erst sieben Partien hinter sich haben. "Wir lassen die Köpfe nicht hängen, denn wir haben noch genug Spiele, um die nötigen Punkte zu holen", gab Trainer Amir Mustafic seinen Schützlingen am Samstag nach der 1:3-Heimniederlage gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz mit auf den Weg.

"Bad Vilbel hat das insgesamt sehr gut gemacht, insbesondere gegen Gießen waren sie nah dran am Punkt. Aber ich weiß natürlich, dass das meinem Kollegen nicht weiterhilft, wenn er Schulterklopfen für die Spielweise bekommt", reihte sich SGB-Trainer Alfred Kaminski nahtlos in die Reihe der Übungsleiter ein, die den Brunnenstädtern ein ansehnliches Spiel attestieren. "Anfang der ersten Halbzeit war symptomatisch für die letzten Spiele, die wir nicht erfolgreich bestritten haben. Wir haben den Gegner mit zwei unnötigen Aktionen zum Toreschießen eingeladen. Das war meiner Meinung nach völlig unnötig und das 0:1 hat die Mannschaft verunsichert. Beim 0:2 haben die Jungs geschlafen, weil ich die Jungs darauf hingewiesen habe, was die Barockstadt macht mit diesen Chipbällen hinter die Abwehr. Beim Elfmeter weiß ich gar nicht, ob man das pfeifen muss. Eigentlich war die Aktion zu Ende und natürlich war es Foul. Letzte Woche wurde so etwas bei uns zum Beispiel nicht gepfiffen", monierte Mustafic.

"Normalerweise fällt da das 2:2"

Danach habe sein Team eine "sehr gute Reaktion" gezeigt: "Nach dem 1:2 hätten wir durch Fatih Uslu mit einer sehr guten Chance ausgleichen können. In der zweiten Halbzeit habe ich den Jungs mit auf den Weg gegeben, dass wir weiter Gas geben müssen. Das haben wir auch gemacht und uns sehr gute Chancen rausgespielt. Normalerweise fällt da das 2:2 und dann kann so ein Spiel schon kippen", befand der Vilbeler Cheftrainer. "Dann kriegen wir das 1:3, welches man gar nicht kriegen muss und dann war das Spiel entschieden", haderte Mustafic. Im Gegensatz zu Kaminski, aus dessen Sicht der Sieg der Osthessen "schon verdient war", war der bosnische Trainer gegenteiliger Meinung als der Fußball-Lehrer. "Eigentlich bin ich der Meinung, dass der Sieg von Barockstadt nicht verdient war, weil wir insbesondere in der zweiten Halbzeit mehr für das Spiel gemacht haben. Ich denke schon, dass ich da richtig liege. Von Fulda habe ich in der zweiten Halbzeit eigentlich fast gar nichts gesehen. Aber nichtsdestotrotz gehen wir wieder als Verlierer vom Platz und wir müssen positiv in die Zukunft schauen", gab Mustafic zu Protokoll.

Fehler, die die Grün-Weißen durch die Saison verfolgen, müssten sofort abgestellt werden, verlangte Mustafic: "Unnötige Fehler werden begangen, ob das nun am jugendlichen Leichtsinn oder fehlender Qualität liegt, das werden wir hoffentlich bald herausfinden", schloss der Coach weitere personelle Änderungen in der ersten Elf nicht aus. Die Personalsituation hat sich am Niddasportfeld noch nicht entspannt. Gegen Fulda-Lehnerz fehlten so wichtige Spieler wie Jonas Grüter, Nuh Uslu, Ajdin Maksumic und Zoran Djordjevic. Leichtere Gegner beschert der Spielplan dem Aufsteiger indes nicht: Nach dem Gastspiel beim formstarken SC Waldgirmes kreuzt Regionalliga-Absteiger KSV Hessen Kassel mit lautstarker Ultras-Unterstützung an der Nidda auf.

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