Hessenliga Gruppe B
16. Spieltag


Viktoria Griesheim

2

:

3


FV Bad Vilbel

Anpfiff

Sa - 30.10. 15:00 Uhr

Spielstätte

KR Griesheim (Hegelsberg)

Zuschauer

137

Schiedsrichter

Alexander Hauser (Waldbrunn)

Hessenliga: 3:2 bei Viktoria Griesheim

Bad Vilbel mit Begeisterung zum Sieg

Der Bad Vilbeler Torjubel nach dem 2:0 durch Taiyo Ushiyama. Foto: Pedro Acebes.

Der SC Viktoria Griesheim musste am Samstagnachmittag in der Gruppe B der Hessenliga einen herben Rückschlag im Kampf um den Einzug in die Aufstiegsrunde hinnehmen. Gegen den FV Bad Vilbel unterlag die zuletzt so formstarke Mannschaft von Trainer Richard Hasa mit 2:3 (0:2). Vor sechs Tagen hatten die Zwiebelstädter noch mit 3:0 am Niddasportfeld gewonnen. Die Gäste aus der Wetterau setzten dagegen ihren Aufwärtstrend fort. Aus den letzten fünf Spielen hat der Tabellenzehnte acht Punkte gesammelt.

Es war ein munteres und attraktives Spiel, in dem die Bad Vilbeler zielstrebiger waren und sich den Sieg mit viel Mut und Leidenschaft verdienten. Die Viktoria machte dagegen zu viele Fehler und verlor entscheidende Zweikämpfe. "Der Sieg der Gäste ist nicht unverdient, weil Vilbel die drei Tore gemacht hat und nach vorne sehr gefährlich und effektiv war. Im Vergleich zum Hinspiel vor einer Woche eine Wandlung um 180 Grad. Wir haben uns in der ersten Halbzeit schwer getan, das Spiel selbst machen zu müssen", konstatierte Griesheims Sportlicher Leiter Peter Seitel. Zwar hatten die Gastgeber bei regnerischem Wetter die erste Chance - FV-Torhüter Robin Orband konnte den Schuss von Enes Arslan parieren. Aber bei den Gästen war von Beginn an die Begeisterung und der Wille zu erkennen, die Niederlage der Vorwoche wett zu machen und etwas aus der Darmstädter Vorstadt mitzunehmen. Vor allem der junge Maximilian Böger auf der linken Seite machte viel Dampf und schaltete sich immer wieder nach vorne ein.

So entstand auch die Führung der Brunnenstädter, als sich Böger dynamisch durchsetzte und dann flach traf (9.). Bad Vilbel, mit drei emsigen Japanern im Team, verteidigte gut und schaltete schnell um, während bei den Hausherren alles etwas lethargisch wirkte. Nach einer halben Stunde wurde dann Stürmer Taiyo Ushiyama steil geschickt, der den Ball gegen SCV-Torhüter Paul Jivan versenkte (30.). Das 2:0 der Gäste war zu diesem Zeitpunkt berechtigt, weil die Grün-Weißen über weite Strecken das Spiel bestimmten und zweimal eiskalt zuschlugen. Doch Griesheim wollte sich nicht zu früh geschlagen geben und kam nach dem Seitenwechsel auf. Zwar hatte Böger nach einer Freistoßflanke von Kapitän Thorben Knauer das dritte Vilbeler Tor auf dem Kopf, verzog aber freistehend. Dann aber köpfte Nick Volk eine Ecke zum 1:2 ein (55.). Ausgerechnet Volk, der vor drei Jahren kurzzeitig bei Bad Vilbel gespielt hatte.

Mustafic: "Die Mannschaft lebt und wir können noch besser spielen"

Griesheim drückte nun auf den Ausgleich, den der mit Profierfahrung in Luxemburg ausgestattete Stürmer Patrick Stumpf mit einem Distanzschuss verpasste. Auf der Gegenseite vollendete Bad Vilbels Joker Ayoub Lahchaychi elf Minuten nach seiner Einwechslung einen Steilpass von Visar Gashi zum 1:3 (72.). Doch als im Gegenzug Orband zu weit vor seinem Tor stand und einen Flankenball fallen ließ, bedankte sich Paraschiv mit dem Anschlusstreffer und machte die Geschichte wieder spannend (74.). Die Schlussphase ging dann hin und her: Zahlreiche Kontersituationen der Gäste blieben ungenutzt, dann knallte aber Griesheims Jean-Marie Starck den Ball gegen die Latte (89.). Die lange Nachspielzeit von acht Minuten, bedingt durch Verletzungen von Griesheims Volk und Vilbels Knauer, der trotz Platzwunde mit Turban weiter spielte, weil die Gäste ihr Auswechselkontingent erschöpft hatten, hätte die Wende noch bringen können.

Sogar Torhüter Jivan eilte bei Ecken mit in den gegnerischen Strafraum, die Zeit lief den Gastgebern aber davon, sodass es auch nicht mehr zum Remis langte. Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic zeigte sich begeistert: "Ich habe es so gesehen wie am Mittwoch beim 0:0 bei Türk Gücü Friedberg, wo wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben und spielerisch gut waren." Nach dem Auftritt in Griesheim konnte der erfahrene Coach konstatieren: "Die Mannschaft lebt und wir merken, dass wir gegen jeden Gegner mithalten können. Wenn wir die nötigen Tore wie heute machen, dann ist das für das Selbstvertrauen und den Glauben sehr wichtig. Letztendlich war der Sieg verdient trotz Gegentoren, die man nicht unbedingt kriegen muss." Obwohl der Weg unweigerlich in die Abstiegsrunde führt, könnten die Vilbeler dann im Frühjahr neuen Mut im Abstiegskampf schöpfen, wenn es dann wahrscheinlich auch gegen einige osthessische Teams geht: "Das sind sehr gute Jungs, die sich noch weiterentwickeln werden. Dann können wir noch besser Fußball spielen. Und hier in Griesheim zu gewinnen ist auch nicht so einfach gewesen", freute sich Mustafic.

Die Statistik:

SC Viktoria Griesheim: Jivan; Arslan, Bender, Schumacher, Royo - Volk (90.+3 Kazimi), Paraschiv, Schüßler, Lorenz (46. Cassaniti) - Starck, Stumpf.
FV Bad Vilbel: Orband; Emmel, Alik, Filipovic (67. Safaridis) - Okuno, Gashi (82. Embaye), Knauer, Böger - Ushiyama, Shimoda, Cirpaci (61. Lahchaychi).
Schiedsrichter: Alexander Hauser (Waldbrunn).
Zuschauer: 137.
Tore: 0:1 Maximilian Böger (9.), 0:2 Taiyo Ushiyama (30.), 1:2 Nick Volk (55.), 1:3 Ayoub Lahchaychi (72.), 2:3 Alexandru Paraschiv (74.).

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