Becker zum Stürmer umfunktioniert

Timo Becker stürmt jetzt für Oberrad. Foto: Rita Hartenfelder

Timo Becker vom Frankfurter West-Gruppenligisten Spvgg. 05 Oberrad wird auf den einschlägigen Plattformen als Innenverteidiger oder defensiver Mittelfeldspieler ausgewiesen. Tatsächlich spielt der 1,91 Meter große Abwehrhüne neuerdings öfter im Sturm. Trainer Baldo Di Gregorio hat den Defensivspezialisten zum Stürmer umfunktioniert. Mit Erfolg: Der ehemalige Drittligaspieler hat schon sechs Tore für den Tabellenführer beigesteuert.

Auch im Wiederholungsspiel am Donnerstagabend bei Aufsteiger Spvgg. 03 Fechenheim zeigte sich Becker treffsicher. Kurz nach dem Seitenwechsel nahm der 29-jährige eine Flanke von Todi Vasilev volley und brachte die Oberräder mit 1:0 in Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der Fechenheimer durch den Elfmeter von Tolga Tuygar lieferte Becker noch die Vorlage zum Siegtreffer von Ihtezaz Saleem zum 2:1-Sieg. Der beidfüßige Fußballer kam am 17. August 2015 von Hellas Schierstein an die Beckerwiese - damals spielten die 05er unter Trainer Mustafa Fil noch in der Hessenliga.

Becker blieb dem Klub trotz zweier Abstiege in Folge und des Absturzes in die Gruppenliga treu und führt den aktuellen Tabellenführer als Kapitän auf das Spielfeld. Ein Drittliga-Einsatz für den SV Wehen Wiesbaden und ein Spiel in der Regionalliga Süd für Darmstadt 98 stehen in seiner Vita, die meiste Zeit verbrachte der Routinier in der Hessenliga mit 107 Partien und sechs Toren (1. FC Eschborn, SV Wehen Wiesbaden II, Spvgg. 05 Oberrad).

Blick auf die Tabelle sorgt in Oberrad für Freude

Über die Beorderung seines Kapitäns Timo Becker in den Sturm scherzte Oberrads Coach: "Ganz einfach: Timo Becker hat nicht wirklich Qualitäten in der Innenverteidigung. Man hat erkannt, dass er auch einen Torriecher hat und alle Tugenden eines Offensivspielers mitbringt. Wir haben das versucht und aktuell ist uns das Experiment gelungen“, so Di Gregorio zur einzigen Spitze, der Urlauber Stanley Ike an vorderster Linie würdig vertrat und seinen sechsten Saisontreffer markierte.

Der ehemalige Hessenligist führt das Klassement derzeit mit sechs Punkten Vorsprung vor dem SV BKC Bosnien, der jedoch zwei Partien weniger absolviert hat. Am Sonntag erwarten die Oberräder im Heimspiel den FSV Friedrichsdorf. "Wenn ich jetzt auf die Tabelle gucke, dann kann ich mich als Trainer nicht beschweren. Klar kann man sagen: Es läuft. Man kann aber auch die schlechten zehn Minuten aus dem Fechenheim-Spiel sehen, wo das Spiel eventuell kippen kann. Von daher ist es schön, auf die Tabelle zu gucken, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns", so Di Gregorios Einschätzung der Lage.

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