"Borussia Fulda hatte seinen Reiz"
Andre Fliess (links) ist mit zehn Toren und zwölf Vorlagen der Topscorer der Hessenliga. Foto: Patrick Scheiber
Im Sommer von Rot-Weiss Frankfurt zu den Hessen gewechselt, benötigte der Ex-Adlerträger in der bisherigen Spielzeit gerade einmal 65 Minuten für eine direkte Torbeteiligung. "Es läuft bislang überragend. Wir haben eine starke Mannschaft und mit Rudi Bommer und Ralf Weber zwei erfahrene Trainer, von denen wir unheimlich profitieren", lobt Fliess, der mit Rot-Weiss in den vergangenen zwei Spielzeiten zweimal in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest gescheitert war und sich nun nach dem großen Wurf sehnt.
"Der Verein hat uns signalisiert, dass wir bei bei einem Aufstieg nicht alles auf den Kopf stellen, sondern weiter auf semiprofessionelle Strukturen bauen. Das finde ich gut", sagt Fliess, der somit weiter einem Beruf nachgehen und abends trainieren wird. Doch noch wollen die Dreieicher nicht vom Aufstieg in Liga vier sprechen, dabei können sich die Südhessen eigentlich nur selbst im Weg stehen. "Wir wissen, wie schwer es ist, uns zu schlagen. Wenn wir alle weiter konzentriert arbeiten, dann können wir aufsteigen. Aber der Weg ist noch weit, das muss allen bewusst sein", übt sich der Mittelfeldspieler in Zurückhaltung.
Niederlagen gab es in dieser Spielzeit erst drei. Während der TSV Lehnerz bereits am zweiten Spieltag mit 2:1 im Hahn-Air-Sportpark triumphierte, gelang dieses Kunststück der Teutonia Watzenborn-Steinberg gleich zweimal (2:1, 2:0). "Gerade Watzenborn habe ich noch dick auf der Rechnung, weil sie mit meinem ehemaligen Trainer Daniyel Cimen (bis Sommer gemeinsam bei Rot-Weiss Frankfurt, Anm. d. Red.) einen absoluten Fachmann an der Seitenlinie haben. Sie können - genau wie Lehnerz und Alzenau - noch Erster oder Zweiter werden. Das werden wir natürlich mit aller Macht verhindern wollen", so Fliess, der mit Yves Böttler (Viktoria Griesheim), Mark Fäth und Joshua Smith (beide Amerika) drei hochkarätige neue Mitspieler an die Seite gestellt bekommen hat. "Das sind alles gute Jungs, die uns sofort weiterhelfen können", freut sich der 26-Jährige.
Die nächste Hürde auf dem Weg in die Regionalliga heißt am Samstag Borussia Fulda. Der osthessische Traditionsverein hatte im Sommer 2016 unter dem damaligen Trainer Thomas Brendel seine Fühler nach dem Offensivallrounder ausgestreckt - jedoch ohne Erfolg. "Natürlich hat Fulda mit dem Umfeld, dem Stadion und den Fans seinen Reiz. Es ist aber nie ein wirkliches Thema geworden, weil ich in Frankfurt eine Ausbildung begonnen hatte und darauf den Fokus gelegt habe", erklärt Fliess, der ein schweres Gastspiel erwartet. "Weil die Borussia mit Dominik Rummel und Dustin Ernst zwei wichtige Spieler zurückbekommen hat und der Verein den eigenen Erwartungen hinterherhinkt. Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns vom Tabellenplatz blenden lassen. Die Mannschaft hat richtig Qualität", warnt Fliess.
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