Sa - 05.09. 15:00 Uhr
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Buchonia verschläft Anfangsphase
Das Spiel war keine 28 Sekunden alt, da nahm das Unheil für Flieden seinen Lauf: Statt einen langen Frankfurter Ball Richtung Außenlinie zu köpfen, beförderte der insgesamt unsicher agierende Linksverteidiger Nico Hohmann das Spielgerät direkt auf den Fuß von Varol Akgöz, der mit dem Selbstvertrauen von bis dato acht Saisontoren sofort abzog und akkurat aus 18 Metern seinen Treffer Nummer neun folgen ließ. In der achte Minute machte wiederum Akgöz das Spiel per Hackentrick schnell, die Buchonen kamen nicht hinterher und Kadir Fil traf nach einem Flügelwechsel vom linken Strafraumeck sehenswert in den rechten Torwinkel.
"Der Start ins Spiel war natürlich eine Katastrophe. Da haben wir Fehler produziert, die auf diesem Niveau einfach nicht passieren dürfen", haderte Trainer Meik Voll. Freilich muss man den Buchonen zugestehen, dass die Rot-Weißen gerade in der ersten halben Stunde Ball und Gegner zielsicher laufen ließen und ihr ganzes Repertoire andeuten. Allerdings scheint der Primus hinten nicht ganz unverwundbar, schließlich besaßen Gideon Betz (10., freistehend übers Tor) und Fabian Schaub, der an einer Osman-Flanke knapp vorbeisegelte (14.), die Möglichkeit auf einen schnellen Anschlusstreffer. "Wenn da das Tor zum 1:2 für uns fällt, dann brennt hier nochmal der Rasen", war sich Voll sicher.
Feuer war nach der Pause allerdings so gut wie keines mehr in der Partie: "Flieden hat nicht gerade mit Risiko gespielt, wir allerdings waren - anders als in den Vorwochen - auch nicht zwingend darauf aus, noch ein Tor nachzulegen. Das ist aber auch okay angesichts der zahlreichen englischen Wochen, die wir durch einige Testspiele zuletzt absolviert haben", analysierte RW-Coach Daniyel Cimen das Geschehen treffend. Lediglich bei einem Tackling von Anil Mus gegen Julian Ankert roch es nach Strafstoß (55.), während die Rödelheimer bei einigen verheißungsvollen Angriffsaktionen in letzter Konsequenz schludrig agierten.
Flieden-Coach Meik Voll strich dennoch das Positive für seine Farben heraus: "In der zweiten Halbzeit haben wir wesentlich besser gestanden. Das war okay, zumal noch einige hier ihr blaues Wunder erleben werden." Zwei Umstände ärgerten den 40-Jährigen zudem noch mehr als die Niederlage: "Dass Stefan Dietz sich bei diesem Spielverlauf nach 86 Minuten noch Gelb-Rot abholt und damit gegen Stadtallendorf gesperrt fehlt, ist unnötig." Dazu musste Fabian Schaub wie vor Wochenfrist verletzt raus: Der Angreifer zog sich laut eigener Aussage einen leichten Faserriss im Oberschenkel zu. "Deshalb kann in den Kader für die nächste Woche Bewegung reinkommen. Die Jungs hintendran brennen auf jeden Fall", betonte Voll.
RW Frankfurt: Takidis; Lundy, Kunisch (20. Topcagic), Mus, Abdul (89. Scholten) - Freund - Sawada (55. Ouattara), Fil, Fliess, Kara - Akgöz.
Flieden: Ritzel; Leibold, Drews, Rumpeltes, Hohmann - Betz (61. Kovacevic), Müller - Broschke (70. Hack), Osman, Dietz - Schaub (44. Ankert).
Schiedsrichter: Ralf Orschulok (Kassel). Zuschauer: 220. Tore: 1:0 Varol Akgöz (1.), 2:0 Kadir Fil (8.). Gelb-Rote Karte: Stefan Dietz (86., Flieden). / hall