Der Tabellenplatz beschönigt vieles

Die Freistöße von Lars Hohmann (rechts) sind seit eh und je zum Zungeschnalzen. Foto: Charlie Rolff

Das Gipfeltreffen der A-Liga Fulda steigt am Sonntag in Edelzell: Die Gastgeber empfangen Rommerz und können den derzeitigen Primus mit einem Sieg überflügeln. Lars Hohmann, scheidender Spielertrainer der Gastgeber, erklärt die Ist-Situation - viel Positives gibt er dabei allerdings nicht preis.

Nein, Lars Hohmann ist noch nie ein Positivformulierer gewesen, vielmehr sagt er was Sache ist. Das tat der 39-Jährige bereits vor einigen Wochen - vor dem ersten Restrundenspiel - im Interview mit der Fuldaer Zeitung, als er einige Missstände aufzeigte: Schwache Trainingsbeteiligung, keine mannschaftliche Geschlossenheit, zu viel Kreisoberliga und Zusammenschluss mit dem SV Engelhelms im Kopf. Jetzt, nachdem zwar das Auftaktspiel in Niesig verloren wurde, danach aber sechs Siege in Serie gefeiert werden konnte, ist es Zeit um noch mal nachzufragen.

„Die Trainingsbeteiligung ist etwas besser geworden“, sagt Hohmann, dabei will er es aber schon fast belassen und verweist beispielsweise auf das Thema mannschaftliche Geschlossenheit und Bereitschaft: „Das ist zwar A-Liga, aber wenn ich das mit Elters vergleiche, wo ich ja zunächst auch A-Liga trainiert habe, liegen Welten zwischen Einstellung und Bereitschaft. Bei so vielen Neuzugängen im Sommer und im Winter ist es jedoch fast klar, dass sich da noch kein eingeschworener Haufen bilden konnte.“ Eben solch einen sieht er beim kommenden Gegner: „Ich glaube, dass fußballerisch drei, vier Teams besser als Rommerz sind. Aber die haben viel Power, sind eine echte Mannschaft und haben uns so im Hinspiel keine Chance gelassen.“ Am Sonntag müsse sein Team deswegen nicht nur Fußball spielen: „Das dürfen wir zwar nicht vernachlässigen, aber wenn wir nicht voll dagegenhalten und die Zweikämpfe annehmen, wird‘s ganz schwer für uns.“

Was für einen Heimsieg spricht, ist die derzeitige Formkurve: Edelzell konnte in den vergangenen 5 Spielen 24 Tore erzielen - zuletzt zweimal sechs in Folge: "Da haben wir auch fußballerisch überzeugt, uns die Tore rausgespielt. Für das Selbstvertrauen war das gut", verdeutlicht Hohmann, der sich selbst in glänzender Form befindet und vier seiner zehn Saisontore in den vergangenen vier Spielen erzielen konnte. Allerdings gibt Hohmann auch hier zu bedenken: "Haimbach II oder Bronnzell II waren für uns jetzt auch nicht unbedingt die Gradmesser."

Dennoch stehen die Zeichen auf Meisterschaft - überraschend käme die für Hohmann nicht, der auch schon bei seinen vorherigen Stationen in Kerzell und Elters/Eckweisbach/Schwarzbach im jeweils ersten Trainerjahr den Meistertitel feiern konnte. „Natürlich willst du, wenn du so kurz vor Saisonende Zweiter bist, auch Meister werden. Das ist das Ziel der Mannschaft, des Vereins und auch meins“, untermauert Hohmann. Nächste Saison wird er allerdings keinem Team zum Titel verhelfen können: „Ich hatte zwar ein paar Angebote, aber da war nicht das Passende dabei. Anspruch und Realität müssen bei solchen Entscheidungen zusammenpassen.“ Und so richtig Lust auf etwas Neues verspürt Hohmann aktuell auch nicht, denn in Edelzell stimme zwar der Tabellenplatz, aber sonst eben nicht allzu viel.

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