„Die reden nicht nur, die handeln auch danach“

Sascha Baumert posiert am Trainingsgelände des VfL Bochum. Fotos: privat

Seit jeher ist Sascha Baumerts Lieblingsclub der VfL Bochum und genau bei jenen „Unabsteigbaren“ durfte der Torwart- und Co-Trainer des Nord-Kreisoberligisten FSV Hohe Luft nun für eine Woche hospitieren. Der 44-Jährige brachte unvergessliche Erfahrungen mit zurück in die Festspielstadt.

„Das war ein echter Wahnsinn“, sprudelt es aus Baumert heraus, wenn er sich an die Woche Ende September zurückerinnert – und fängt ohne Punkt und Komma an zu erzählen. Nicht etwa vom Torwarttraining, sondern zunächst vom Verein. Im Nachwuchsleistungszentrum des Zweitligisten beobachtete er die Einheiten von U9 bis U19 und durfte feststellen, „dass der VfL Bochum nicht nur nach seinen Leitlinien redet, sondern auch wirklich danach handelt“. So habe sich der Verein inmitten der Fußballgiganten Borussia Dortmund und Schalke 04 auf die Fahnen geschrieben, neben einer erstklassigen Ausbildung auch in besonderer Weise auf die Vermittlung von Werten und Höflichkeiten zu setzen, gleichermaßen ein hohes Vertrauensverhältnis zwischen Spielern, Trainern und Eltern zu erarbeiten. „Jeder Spieler von der U9 bis zur U19 ist auf mich zugekommen, hat mir die Hand gegeben, hat sich vorgestellt und war äußerst freundlich“, sagt Baumert und betont: „Das war alles ehrlich, da war nichts gespielt.“

Allerlei Dinge, die Baumert gerne weitervermitteln möchte, er allerdings weiß, dass sich das nicht als allzu einfach darstellen werde. Der 44-Jährige hütete in seiner aktiven Laufbahn in Wippershain, Philippsthal, Kerspenhausen und Breitenbach das Tor, war zudem in Kerspenhausen Trainer, bevor er in Hohe Luft das A-Liga-Team trainierte, das mittlerweile abgemeldet ist. Nun unterstützt er nach Martin Heß’ Demission Uwe Stückrath als Co-Trainer des Kreisoberliga-Teams und zeichnet sich für die Torhüter verantwortlich, auch denen aus dem D-, C- und B-Junioren-Bereich. „Und dafür habe ich jetzt neue Ansatzpunkte für mein Training gewonnen“, frohlockt Baumert, der in den bisher wenigen Trainingseinheiten auch schon Dinge aus Bochum hat einfließen lassen.

Der Kontakt nach Bochum kam über Alexander Richter, Leiter des Bochumer „Talentwerks“, zustande. Den hatte Baumert 2013 kennengelernt, als er den Bad Hersfelder Jan Nöding zu einem Probetraining nach Bochum begleitet hatte. Schnell glühte die alte Leitung wieder, in Bochum nahm sich letztlich Sören Rittmeier Baumert an, der für die Torhüter von U14 bis U19 zuständig ist. Aber auch Peter Greiber, Torwarttrainer der Profis, ließ gegenüber Baumert keine Frage unbeantwortet. „Er hat sich unheimlich viel Zeit für mich genommen, eben passend zum Bild des Vereins war auch der Umgang mit ihm sehr familiär“, berichtet Baumert, der die Möglichkeit hat, noch einmal eine Woche in Bochum zu verbringen.

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