Dogus Albayrak mittendrin: Premiere der Futsal-Nationalmannschaft ein Erfolg
Ein Unikat: In den Händen von Bernd Barutta (rechts) und Dogus Albayrak ist der Spielwimpel des englischen Futsal-Teams. Er wird DFB-Fußballmuseum seinen Platz finden.
Die Halle war ausverkauft, die Stimmung fantastisch und alle Futsalfans und Funktionäre des DFB begeistert. Die Premiere der deutschen Futsal-Nationalmannschaft (5:3-Sieg gegen England) verfolgten Hundertausende an den Bildschirmen und sahen den ersten Sieg des DFB-Auswahlteams auf dem Hallenparkett.
„Es war ein Erfolg für den deutschen Futsal“, zeigte sich Bernd Barutta nach dem Abpfiff begeistert. Ein Erfolg, der ihn auch ganz persönlich bewegt. Ehrenamtlich ist der Rödermarker Manager der Futsal-Mannschaft von Germania Ober-Roden, im Hauptberuf zeichnet er in der DFB-Zentrale im Frankfurter Stadtwald als Abteilungsleiter für die Entwicklung des Futsals in Deutschland verantwortlich. Und somit lag die komplette Strategie für das Premierenevent und die Durchführung des Länderspiels maßgeblich in seinen Händen.
2012 hat Bernd Barutta die Leitung der zuständigen DFB-Abteilung übernommen. Vor allem zusammen mit den beiden DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch und Rainer Milkoreit stand zielstrebig die Gründung einer Nationalmannschaft auf der Agenda. „Es bedurfte viel Überzeugungsarbeit, bis es zum Beschluss des DFB-Präsidiums im Dezember 2015 kam, endlich eine Nationalmannschaft zu gründen“, berichtet der Ober-Rodener Futsal-Funktionär. Mit Beginn des Jahres 2016 begann die „Operation erstes Länderspiel“.
Während unter Leitung von Nationaltrainer Paul Schomann der Aufbau einer Auswahlmannschaft akribisch begonnen wurde, machte man sich in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise Gedanken über die richtige Strategie für den Premierenauftritt. „Wir brauchten einen Gegner mit klangvollem Namen, der aber von der Leistungsfähigkeit nicht übermächtig ist“, erläuterte der DFB-Verantwortliche. Spanien, Italien, Portugal, Frankreich – alle fielen auf Grund ihrer Spielstärke schnell durch das Raster. England blieb über, ein Klassiker auf dem Feld sollte die Fans auch in die Halle locken.
Mit eigenen Mitarbeitern, Verantwortlichen des Hamburger Fußballverbandes und externen Fachleuten wurde akribisch daran gearbeitet, die richtige Bewerbungsstrategie zu finden. „Wir hatten dabei natürlich mehrere Schwerpunkte, aber besonders wichtig war uns, durch Einbindung von Fußballprominenz Aufmerksamkeit zu erzielen“. Der Ansatz erwies sich als gewinnbringend: Die öffentlichen Bekenntnisse zu Futsal unter anderem durch Horst Hrubesch oder Mats Hummels verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Halle war ausverkauft, die 2300 Fans sorgten während des gesamten Spiels für Stimmung. Die überraschend starke deutsche Mannschaft wurde auf dieser Euphoriewelle zum Sieg getrieben.
Dogus Albayrak schwärmt
Nicht nur Bernd Barutta war aus dem Germania-Team maßgeblich involviert: Torwart Dogus Albayrak, der nicht nur bei Ober-Rodens Futsalern zwischen den Pfosten steht, sondern auch beim SV Neuhof Verbandsliga spielt, absolviert derzeit ein Praktikum in der Zentrale des DFB. Und als begeisterter Futsal-Spieler wollte er natürlich unbedingt in Hamburg mit dabei sein – wenn nicht als Spieler, so doch als Mitarbeiter hinter den Kulissen. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Die Betreuung der Ehrengäste und die Organisation des Fahrdienstes lag am Ende auf meinen Schulter. Als Assistent-Teammanager durfte ich mit dem Mannschaftsbus zur Halle fahren“, schwärmte der in Gelnhausen wohnhafte Albayrak, der so unter anderem mit DFB-Präsident Reinhard Grindel, Dr. Rainer Koch, Arne Friedrich oder Horst Hrubesch ins Gespräch kam.
Grindel, Augenzeuge des historisch bedeutsamen Spiels, fand nur lobende Worte für die Mannschaft, die Fans, die Gastgeber in Hamburg und die Organisatoren der Futsal-Länderspielpremiere. Für den DFB-Chef ist spätestens seit dem Erfolg von Hamburg klar: Deutschland möchte auch im Futsal möglichst bald eine Spitzenposition einnehmen.
Nach dem Spiel sicherten sich die beiden Aktiven aus Ober-Roden den Spielwimpel, den Englands Futsaler dem DFB überreichten. Er wird direkt in das DFB-Museum in Dortmund wandern. „In zehn oder zwanzig Jahren ein Stück Fußball-Geschichte, dessen Bedeutung sich heute noch gar nicht abschätzen lässt“, ist sich Barutta sicher.
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