Drei Rückzüge in drei Jahren

Kevin Hillmann spielt seit Sommer 2017 beim SC Borussia Fulda. Foto: Charlie Rolff

Kevin Hillmann ist gut in Form. Mit seinem Verein, dem SC Borussia Fulda, zeigt der seit vergangenem Samstag 25-Jährige seit einigen Wochen richtig starke Leistungen in der Hessenliga. Aber es lastet auch ein ganz kurioser Fluch auf dem Linksverteidiger.

Kevin, hast du eigentlich ein schlechtes Gewissen?

(lacht) Ich kann mir schon vorstellen, worauf du hinaus willst.

In der dritten Spielzeit in Folge spielst du für einen Verein in der Hessenliga, der am Saisonende freiwillig zurückzieht. Erst Eschborn, dann Seligenstadt, jetzt Borussia Fulda. Ist das Zufall oder zieht Kevin Hillmann den Vereinen einfach zu viel Geld aus der Tasche?

Das war schon alles extrem unglücklich. Die Fälle waren aber auch ziemlich unterschiedlich. In Eschborn hat der Verein mit der Insolvenz gekämpft, in Seligenstadt haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht und wollten sich neu positionieren. Als ich dann zu Borussia Fulda gewechselt bin, haben einige Leute schon mit einem Augenzwinkern gesagt, dass ich diesen Verein auch noch kaputt mache. Damals konnte ja noch bei bestem Willen nicht mit dieser Situation gerechnet werden.

Durch die Zusammenarbeit mit dem TSV Lehnerz als SG Barockstadt musste der SCB nun aber auch zum Saisonende zurückziehen. Wie hat die Mannschaft die Entscheidung aufgenommen?

Wir waren schon sehr überrascht. Natürlich gab es Gespräche in diese Richtung, auch im Frankfurter Raum hat man mitbekommen, dass die beiden Mannschaften ihre Kräfte bündeln wollen. Aber damit gerechnet hatte man nicht wirklich.

Seit der Verkündung scheint die Mannschaft jedenfalls befreit und präsentiert sich in einer sportlich tollen Verfassung. Du musst es wissen: Wie schafft man es, in so einer Situation die Motivation hoch zu halten?

Auch in Eschborn haben wir es damals sogar ganz gut hinbekommen, obwohl wir damals noch nicht einmal Gehalt bekommen haben. Man ist einfach ein Stück weit befreit. Nach dem Alzenau-Sieg haben wir gesehen, dass wir vorher schon teilweise gut gespielt haben, das Erfolgserlebnis aber gefehlt hat. Wir haben uns nach der Bekanntgabe zusammengesetzt und gesagt, dass wir keine Lust haben, diese Saison einfach ausklingen zu lassen. Dazu kommt, dass wir eine super Truppe sind und uns super verstehen, auch wenn man das von außen vielleicht nicht denkt. Unser Fußball in den letzten Wochen zeigt das aber.

Im Sommer kommt dann die SG Barockstadt. Wie wird deine persönliche Zukunft aussehen?

Offiziell ist noch nichts. Aber ich kann mir vorstellen, den Weg mitzugehen.

Muss sich die SG Barockstadt bei deiner Bilanz dann Gedanken machen, dass es das nach einem Jahr schon wieder war?

Vielleicht sollte ich erstmal einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschreiben (lacht). Aber ernsthaft, ich denke, dass dieser dreifache Fluch jetzt beendet ist und ich mich jetzt nur noch auf den Fußball konzentrieren darf.

Kommentieren