Endlich angekommen im Seniorenbereich

Der gelernte Außenbahnspieler Aron Loui Jahn (links, hier gegen Eichenzells Lukas Heil) hat sich auch im Sturmzentrum mittlerweile zu einer verlässlichen Größe entwickelt. Foto: Kevin Kremer

Nach fast schon traditionell schwachem Start hat sich die SG Kerzell gerade rechtzeitig vor der Winterpause noch gefangen und darf sich Hoffnungen machen, anders als in der Vorsaison nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern zu müssen. Großen Anteil am jüngsten Aufschwung hat Youngster Aron Loui Jahn (21), der sich nach einem verletzungsreichen Jahr allmählich im Seniorenbetrieb etabliert hat.

In den letzten vier Spielen erzielte Jahn jeweils einen Treffer, ist mit zehn Toren insgesamt bester Schütze bei den Helvetiern. „Die Vorbereitung war bei uns allen schwierig, es waren viele verletzt. Mittlerweile sind wir gut eingespielt, was sich in den Ergebnissen ausdrückt“, weiß der 21-jährige gebürtige Bronnzeller, der selbst lange mit einem Syndesmosebandanriss zu kämpfen hatte. „Den hatte ich mir im vorletzten Spiel der Vorsaison in Eiterfeld eingehandelt. Es war bitter, dass ich damals das letzte entscheidende Spiel gegen Großenlüder zitternd von draußen ansehen musste. Diesem Szenario wollen wir in diesem Jahr unbedingt aus dem Weg gehen. Wir haben das Zeug für die Gruppenliga“, betont Aron Loui Jahn.

Der Youngster, der bei Viktoria Fulda, dem FSV Frankfurt und in Norddeutschland, wo sein Vater lebt, fußballerisch großgeworden ist, ist nun endlich frei von Blessuren und wohl so gut wie noch nie seit seinem Sprung in den Seniorenfußball. Vor allem mit Mikael Avanesjan harmoniert der gelernte Flügelspieler bestens. „Er hat mir bei vielen meiner Tore super assistiert. Auch außerhalb des Feldes sind wir dickste Kumpels.“

"Ein, zwei Ligen höher würde ich noch einmal angreifen"

Jahn wohnt mittlerweile in Schweben und gewährt dem in Haimbach lebenden Avanesjan oft Asyl. „Mika arbeitet ja seit seinem Abstecher zur Buchonia bei der Bank in Flieden, da bekommt er bei uns häufiger mal Unterschlupf“, erklärt Jahn lachend. Die Liebe zum Fußball, das Zocken an der Konsole und der Verzicht auf Alkohol verbindet die beiden. „Was das Trinken angeht, sind Mika und ich die Außenseiter in Kerzell“, so Jahn mit einem Augenzwinkern.

Deshalb war er auch gar nicht so traurig, dass eine vor kurzem abgeschlossene Wette zwischen Team und Trainer nicht pro Mannschaft ausgegangen war. So hatte Coach Michael Jäger diverse Spirituosen ausgelobt, hätte Kerzell auch das vierte und letzte Auswärtsspiel vor dem Winter in Petersberg siegreich gestaltet. Doch es kam anders, „weil wir es verpasst haben, das Spiel vorher zu entscheiden“, erinnert sich Jahn zähneknirschend. Dass Michael Jäger nun im Sommer geht, stimmt den Offensivmann traurig, „weil er uns weitergebracht hat und ein super Mensch ist. Michael Jäger hat großen Anteil an meiner Entwicklung, weil er mir immer Selbstvertrauen eingeimpft hat“, lobt Jahn den DFB-Stützpunktcoach.

Und wie geht es mit dem 21-jährigen Torjäger weiter, der Ende 2016 eigentlich nach Petersberg gewechselt war, dann aber wegen seines Arbeitgebers, dem Sporthaus Marquardt um Bernhard Weber aus dem Kerzeller Führungsteam, doch noch kurzfristig zur Helvetia ging? „Wenn sich etwas ergibt, würde ich auch noch einmal ein, zwei Ligen höher angreifen. Einen Plan habe ich aber nicht. Ich will einfach nur den Sport betreiben, den ich seit meinen dritten Lebensjahr liebe“, ist Jahn hinsichtlich seiner Zukunft offen. Nur eine Sache steht fest: „Wenn ich mal wechseln sollte, dann nur gemeinsam mit Mika.“

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