„Es ist der Traum von uns allen im Endspiel zu stehen“

Shekiera Martinez steht mit der DFB-Auswahl im Viertelfinale bei der U-17-WM in Uruguay. Foto: DFB

Mit ihren 17 Jahren zählt Shekiera Martinez bereits zum Bundesliga-Kader des 1. FFC Frankfurt und ist zudem Stammkraft bei der U17-Nationalmannschaft der Frauen. Aktuell befindet sich die gebürtige Fuldaerin mit jenem Nationalteam bei der U17-Frauen-Weltmeisterschaft in Uruguay, bei der sie bereits zwei Treffern erzielen und ein weiteres Tor vorbereiten konnte. Nach Platz eins in der Vorrundentabelle wartet am Sonntag im Viertelfinale in Montevideo nun die Auswahl aus Kanada.

Vor dem WM-Start hast Du gesagt, dass ihr eine schwere Gruppe mit Nordkorea, Kamerun und den USA erwischt habt. Letztendlich seid ihr als Gruppenerster weitergekommen. Macht es das Team Stolz?

Insgeheim haben wir uns schon erhofft und gewünscht nach der Vorrunde auf dem ersten Platz zu stehen. Einfach war es allerdings ehrlich gesagt nicht. In einer solchen Gruppe dennoch zu bestehen ist ein schönes Gefühl und jetzt hoffen wir, dass es noch viel weiter geht.

Wenn es gut läuft bis zum Finale am 1. Dezember?

Im Endspiel zu stehen ist sicherlich der Traum von uns allen. Wir sind bei einer Weltmeisterschaft und wollen so weit kommen, wie es möglich ist. Das gesamte Team hat auf dieses Turnier hingearbeitet und ich persönlich will mit guten Leistungen uns dabei helfen.

Gegen Nordkorea (4:1) und die USA (4:0) gab es hohe Siege. Dagegen ging es gegen Kamerun (0:1) als Verlierer vom Platz…

Vor allem im ersten Spiel gegen Nordkorea haben wir es richtig gut gemacht. Wir haben es hinbekommen, unsere im Training gelernten Inhalte in diesem Spiel richtig gut umzusetzen. Gegen Kamerun haben wir uns von der äußerst unfairen Spielweise des Gegners aus dem Konzept bringen lassen. Bei der Partie gegen die USA hatten wir zwischenzeitlich sehr viel Glück. Ich persönlich war auch etwas platt, weshalb ich ausgewechselt wurde.

Zuvor hast Du zwei Tore zum Sieg beigesteuert…

Wer die Tore schießt, ist egal. Wichtig ist, dass wir uns mit drei Punkten oder nun mit der nächsten Runde belohnen.

Im Viertelfinale wartet am Sonntag Kanada, die im letzten Spiel gegen Spanien 0:5 verloren haben. Warst Du vom Ergebnis überrascht?

Durch zwei Siege in den beiden Begegnungen vorher (3:0 gegen Kolumbien, 2:0 gegen Südkorea, Anm. d. Red.) waren die bereits sicher qualifiziert. Deshalb denke ich, dass deren gute Spielerinnen geschont wurden. Unterschätzen dürfen wir die aber definitiv nicht, sondern wir müssen mit viel Respekt an die Sache gehen.

Welches Gefühl geht Dir durch den Kopf, wenn Du für Deutschland bei einer Weltmeisterschaft aufläufst?

Es ist ein absolut schönes Gefühl für das Land zu spielen. Meist denkt man dabei allerdings gar nicht an Deutschland direkt, denn wir spielen eher für das Team. Ich persönlich denke dabei oft an meine Familie.

Du sprichst deine Familie an. Besteht während einer WM viel Kontakt nach Hause?

Dadurch, dass mich meine Familie so motiviert, versuche ich so oft wie möglich mit ihnen zu telefonieren. Während der Mittagspause gelingt es mir eigentlich täglich.

Durch deine Schnelligkeit kannst du immer wieder für Gefahr sorgen. Bindet die Nationaltrainerin Ulrike Ballweg diese Stärke ins Spiel mit ein?

Die Trainerin versucht meine Schnelligkeit mit einzubauen. Ich weiß, dass ich einen leichten Vorsprung dadurch habe. Deshalb gehen wir vor allem auf ein schnelles Umschaltspiel. Als Mannschaft denken wir meist immer nach vorne - und wenn wir vorne sind, macht es uns als Offensivspielerinnen natürlich auch Spaß.

Der Spaß zeigt sich auch beim Torjubel, denn mit deinen Kolleginnen Ivana Fuso und Gia Corley gab es nach deinem Treffer zum 2:0 gegen die USA ein Jubeltänzchen…

Das war eine Art Freudentanz. Ich weiß gar nicht genau, warum es so ist, denn eine Bedeutung steckt nicht dahinter. Wir dachten nur, dass ein normaler Torjubel langweilig wäre und sich so die Zuschauer etwas amüsieren können.

Konntest Du neben dem Fußball auch etwas von Uruguay kennenlernen?

Die Orte hier sind sehr schön, allerdings ist alles etwas kleiner als in Deutschland. Die Menschen hier sind mega nett, Kontakt ist allerdings schwer, da viele kein Englisch sprechen. In unseren Hotels sind wir auch gut aufgehoben und meist auch mit den anderen Mannschaften untergebracht.

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