A-Liga Rhön: Büchenberg brilliert

Herzblut sorgt für Funkensprung

Benjamin Röhrig und die SG Büchenberg knallen in dieser Saison den Gegnern die Bälle um die Ohren? Auch Spitzenreiter Dietershausen/Friesenhausen morgen? Foto: Charlie Rolff

Die SG Büchenberg überrascht die A-Liga Fulda/Rhön. Mit Dietershausen/Friesenhausen steht am Samstag (15.30 Uhr) das dritte Spitzenspiel in Folge an. Für Trainer Florian Günther (44) darf es gerne erfolgreich weitergehen.

Der letzte Sieg gegen den kommenden Gegner liegt weit zurück. Es wird also mal wieder Zeit?

Wir hätten nichts dagegen. Im vergangenen September haben wir 1:3 gegen sie verloren. Das Spiel verlief auf Augenhöhe, unbedingt besser war Dietershausen/Friesenhausen nicht. Diesen Fakt nehmen wir mit in die 90 Minuten. Wir wissen um unsere Stärken und wollen fokussiert sein.

Was muss passen, um beim Titelfavoriten etwas mitzunehmen?

Wir benötigen klare Gedanken und müssen uns auf unsere Basics konzentrieren. Dass es ein Spitzenspiel ist, muss aus den Köpfen. Sonst ist zu viel Nervosität dabei. Aber das haben wir in den vergangenen Wochen gegen Poppenhausen und Reulbach/Brand schon kennenlernen dürfen. Insgesamt ist die Mannschaft reif genug. Klar ist, dass wir Lucas Maierhof kaum zum Zug kommen lassen dürfen.

Im Durchschnitt erzielt Büchenberg drei Tore pro Spiel, die Treffer sind auf mehrere Schultern verteilt. Ein Vorteil?

Es macht uns ein Stück weit unausrechenbarer und flexibler. Wir spielen uns etliche Chancen heraus, können über das Zentrum und die Außen kommen. Morgen wird aber die Defensive von Bedeutung sein. Wir konnten noch nicht zu Null spielen, deshalb benötigen wir mehr Balance zwischen Offensive und Defensive. Besonders in Sachen Kompaktheit haben wir noch Steigerungsbedarf, zudem muss sich durch diverse Umstellungen die Viererkette noch finden.

Vor den Top-Spielen gegen Poppenhausen und Reulbach/Brand, aus denen vier Zähler heraussprangen, sagtest du, dass ihr jene Spiele genießen wollt...

Wir hatten zuvor oft gegen Reserven gespielt, haben durch die vielen Siege Selbstbewusstsein getankt. Wir wollten dann zeigen, dass wir auch gegen erste Mannschaften punkten können. Wir haben eine fabelhafte Tabellensituation uns erspielt, die wir auf der einen Seite genießen und auf der anderen Seite festigen wollen. Nach Dietershausen fahren wir mit dem Gefühl, dass wir etwas mitnehmen wollen. Die Mannschaft weiß, dass ich so ticke. Mit leeren Händen fahre ich ungern zurück.

Bereits vor deinem Wechsel nach Mittelkalbach im Sommer 2018 hast du positive Zeilen in Büchenberg geschrieben. Seit deiner Rückkehr vor rund eineinhalb Jahren geht es wieder bergauf. Zwischen dem Verein und dir passt es, oder?

Büchenberg und Florian Günther – das ist eine Geschichte, die seinesgleichen sucht. Ich fühle mich pudelwohl im Verein. Meine Art kommt für Außenstehende explosiv rüber, aber in Büchenberg kann ich es voll ausleben. Die Mannschaft und die Verantwortlichen wissen, wie sie mich zu nehmen haben und vertrauen mir. In all der Zeit sind Freundschaften entstanden, es steckt viel Herzblut drin. Und das ist der Schlüssel. Der Funke springt bei allen über und so macht die Sache enormen Spaß.

In deiner Abwesenheit lief es sportlich nicht allzu prickelnd. An welchen Stellschrauben musstest du drehen?

In erster Linie habe ich Aufbauarbeit geleistet. Die Jungs waren nach der Pause auf einem körperlich schlechten Level, außerdem waren viele mental am Boden nach den Ergebnissen. Seit meiner ersten Trainingseinheit ist die Mannschaft mit viel Eifer dabei, es war sichtbar, dass das Niveau wesentlich besser ist als es die Ergebnisse waren. Die beste Medizin gegen Katerstimmung sind Siege. Die haben wir fortan eingefahren.

Ende Oktober wirst du 45 Jahre alt. Wann wandern die Schuhe in den Schrank?

Ich absolviere die Trainingseinheiten noch mit und wenn Not am Mann ist, stehe ich zur Verfügung. In dieser Saison bin ich abergläubisch, da ich bei unseren einzigen Niederlage gegen Ehrenberg II (2:3) spielen musste. Deshalb schaue ich lieber von der Bank aus zu und bin froh, dass unsere Kadergröße das zulässt.

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