Sa - 21.02. 14:30 Uhr
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Hessenliga: So bitter kann Fußball sein
Nachdem Kevin Steudter (links) ausgewechselt worden war, verspielte der TSV Lehnerz noch eine 2:1-Führung. Foto: Ralph Kraus
Niklas Breunung foulte den eingewechselten und amtierenden Hessenliga-Torschützenkönig Steffen Moritz, der den fälligen Elfmeter selbst verwandelte. 90 Minuten waren da gespielt. 3:2 stand es plötzlich. In der nur einminütigen Nachspielzeit scheiterte Patrick Schaaf sogar noch einmal am Pfosten und vergab so den möglichen Ausgleich.
Der wäre mindestens verdient gewesen, schließlich erholte sich Lehnerz von dem frühen Schock - schon nach zwei Minuten ging Hadamar durch Jonas Herdering in Führung, nachdem der TSV den Ball nach langem Einwurf nicht konsequent klären konnte - schnell und bestimmte das Spielgeschehen am Rande des Westerwalds spätestens nach Dominik Rummels Ausgleich (18.).
Pierre Mistretta trieb den Ball über die linke Seite, flankte in die Mitte, wo Patrick Lesser den Ball passieren ließ und Rummel den Ball mit viel Selbstvertrauen direkt in den rechten Knick jagte. Schon im achten Spiel in Serie hat der Mittelstürmer nun getroffen. Die Führung markierte Mistretta dann selbst: Renato Tusha lief auf den letzten Verteidiger zu, wurde geblockt, der Ball kam dennoch zu Mistretta durch, der eiskalt blieb und ebenfalls in den rechten Winkel traf (55.).
Und als eine Viertelstunde später Patrick Kuczok vom Platz flog (Notbremse gegen Rummel) und Lehnerz damit in Überzahl agieren durfte, stand dem Auswärtssieg nicht mehr viel im Weg, zumal Rummel, Mistretta und Co. schon zu diesem Zeitpunkt die eine oder andere gute Kontermöglichkeit liegen gelassen hatten. "Wir wollen den Ball ins Tor tragen, anstatt zu schießen", ärgerte sich TSV-Pressesprecher Michael Hamperl. Kein Wunder, wenn man zudem bedenkt, dass Hadamar zwischen Minute zwei und Minute 80 nur einen Torschuss abgab.
Aufbauarbeit notwendig
"Es hat alles nach einem Auswärtssieg ausgesehen. Deswegen bin ich jetzt auch richtig enttäuscht", musste der geknickte Mistretta konstatieren: "Wir waren die bessere Mannschaft, haben richtig gut gespielt, dürfen dann aber keinen Konter zum Ausgleich kassieren." Die Fehlerkette zum 2:2 begann schon in der Offensive: Andre Vogts Ball in Überzahlsituation in Richtung Tusha geriet zu kurz, Hadamar trug den Ball schnell über die linke Seite nach vorne, das taktische Foulspiel wurde verpasst und in der Mitte schob Khaibar Amani ein (82.). "Danach ging nicht mehr viel", so Mistretta, der dann auch noch mitansehen musste, wie der Ball beim Elfmeter unter Benedikt Kaiser durchrutschte.
Jetzt muss TSV-Trainer Henry Lesser, der aus privaten Gründen von Adam Wielogorski vertreten werden musste, Aufbauarbeit leisten, denn schon nächste Woche wartet das nächste Topspiel bei Tabellenführer TSV Steinbach, der eine große Abordnung nach Hadamar geschickt hatte. Lehnerz muss als Vierter anreisen, ein Punkt am Samstag hätte genügt, um als Zweiter die weite Reise anzutreten. Zweiter ist nun Hadamar, das noch nicht entschieden hat, ob es in die Regionalliga gehen soll: "Zweiter wollen wir aber auf jeden Fall werden, dann wären wir ja für die dritte Runde im Hessenpokal gesetzt", erklärte Christopher Strauch - Keeper, Kapitän und Vorstandsmitglied Hadamars.
Hadamar: Strauch; Kuczok, Horz, Schraut (60. Böcher), Aljusevic (59. Moritz), Kretschmer, Gurok (67. Özdemir), Rademacher, Amani, Herdering, Gros.
Lehnerz: Kaiser; Breunung, Kress (46. Sarvan), Bartel, Odenwald - Schaaf, Steudter (77. Vogt) - Lesser (75. Wiegand), Mistretta, Tusha - Rummel.
Schiedsrichter: Christoffer Reimund.
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Jonas Herdering (2.), 1:1 Dominik Rummel (18.), 1:2 Pierre Mistretta (55.), 2:2 Khaibar Amani (82.), 3:2 Steffen Moritz (90., Elfmeter).
Rote Karte: Patrick Kuczok (73., Wehen) wegen Notbremse. / jg
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