"Ich wollte noch nie weg“
"Toto" Trabert (links) fühlt sich auf seiner neuen Position sichtlich wohl und sorgt nicht selten für den Spielaufbau. Foto: Siggi Larbig
Der Mann, den alle nur „Toto“ nennen, ist ein Musterbeispiel an Vereinstreue. Aus den C-Junioren der DJK Nüsttal kam er in die Rhönkampfbahn, nach weiteren vier Spielzeiten in den Juniorenteams des HSV folgten bis heute zehn Jahre im Seniorenbereich. Fünf davon hat Trabert in der Hessenliga verbracht, und so verfügt der 28-Jährige über Erfahrung pur in einer verjüngten Mannschaft.
Für den „Mister HSV“ stand ein Wechsel zu keinem Zeitpunkt zur Debatte. „Hünfeld ist mein Verein, mein Umfeld. Ich wollte eigentlich nie weg“, versichert Trabert. Insofern müssen ihm die dreieinhalb Monate Abwesenheit aufgrund eines Auslandssemesters im vorigen Jahr wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Studienhalber hatte es ihn nach Irland verschlagen. „Fit habe ich mich in dieser Zeit schon gehalten, es gibt ja herrliche Laufstrecken dort. Irland trägt den Beinamen ‚Grüne Insel‘ zurecht“, weiß Trabert, der seit dem Spiel des HSV im April gegen Melsungen als Folge einer Personalrochade mit Oliver Krenzer auf seiner neuen Position spielt. „Mit unserem Trainer Dominik Weber ist besprochen, dass dies schon eine Lösung auf Dauer und nicht nur ein Experiment sein soll. Aber ich muss noch meine Erfahrungen als Innenverteidiger sammeln, das braucht schon noch seine Zeit“, ist Trabert selbstkritisch.
Die passende Leistung vorausgesetzt hätte er bei ständiger Anwesenheit in der Saison 2016/17 wohl das Gros der HSV-Spiele absolviert. Denn Verletzungsanfälligkeit ist für den lauf- und kampfstarken Nüsttaler zum Glück kein Thema. „Da haben andere bei uns viel mehr Pech gehabt“, weiß Trabert, der besonders mit seinem langjährigen Weggefährten Niclas Rehm – inzwischen Co-Trainer von Weber – mitfühlt: „Was der Nicki alles erleiden musste ...“ Die 3:5-Niederlage beim FSV Dörnberg am zweiten Spieltag der laufenden Verbandsliga-Saison war jetzt nicht gerade die Sternstunde des Innenverteidigers Torsten Trabert. Umso glücklicher ist er darüber, dass zuletzt gegen CSC 03 Kassel hinten die Null stand: „Das war wichtig.“
Wie stabil die Hünfelder Mannschaft ist, ob sie vielleicht sogar um den Titel mitspielen kann, weiß der HSV-Dauerbrenner nicht so genau. „Wir haben Potenzial und sind auf einem guten Weg. Für uns käme ein Aufstieg noch ein bisschen zu früh, der SSV Sand ist Favorit.“ Aber auch Trabert glaubt, dass es eine Reihe von Mannschaften gibt, die dahinter einlaufen könnten – unter anderen sein HSV. Und schließlich wäre ja auch über den Umweg Platz zwei der Aufstieg möglich – eine nach wie vor verlockende Aussicht. „Noch mal in der Hessenliga zu spielen, wäre schon toll“, gesteht Trabert. / hw