Verbandsliga Süd
25. Spieltag


FV Bad Vilbel

1

:

0


Spvgg. Neu-Isenburg

Anpfiff

Fr - 24.03. 19:30 Uhr

Spielstätte

RP Bad Vilbel

Zuschauer

200

Schiedsrichter

Patrick Glaser (Wiesbaden)

Knauer bestätigt den Vilbeler Minimalismus

Thorben Knauer (links) markierte den Treffer des Abends für den FV Bad Vilbel. Foto: Patrick Scheiber.

Der FV Bad Vilbel kürt sich in der Verbandsliga Süd immer mehr zum Meister des Minimalismus. Durch einen 1:0-Sieg gegen Spitzenreiter Spvgg. 03 Neu-Isenburg, dem fünften Sieg in Folge mit einem Tor Differenz, nehmen die Schützlinge von Trainer Amir Mustafic weiter Kurs auf die Tabellenspitze. Nur noch sechs Punkte liegen die Brunnenstädter hinter den Hugenottenstädtern bei einem Spiel weniger zurück. Der Abstand auf den Zweitplatzierten VfB Ginsheim wurde auf vier Zähler reduziert.

FV Bad Vilbel - Spvgg. 03 Neu-Isenburg 1:0 (1:0)

Für ein Kuriosum sorgte ein Flutlichtausfall auf dem Hauptfeld am Niddasportfeld, der sich exakt in der 30. Spielminute ereignete. Von einer Sekunde auf die andere wurde es zappenduster und nicht nur die Akteure auf dem grünen Rasen, sondern auch die 200 Zuschauer tappten im Dunkeln. Nachdem schnell klar wurde, dass an eine schnelle Wiederherstellung des Flutlichtes nicht zu denken war, wurde die Möglichkeit der Fortsetzung der Partie auf dem hinter dem Schwimmbad gelegenen Leichtathletikstadion in Erwägung gezogen und dann auch tatsächlich in die Tat umgesetzt. Das auf jenem Platz gerade stattfindende Training der A-Jugend wurde kurzerhand für beendet erklärt und so begaben sich die 200 Anhänger in einer Art Völkerwanderung auf den kurzen Weg die Nidda entlang auf den Ausweichplatz, wo die Partie nach nun 20-minütiger Unterbrechung auf einem viel weitläufigeren Gelände und vor allem auf einem viel größeren Platz fortgesetzt wurde. "Als Spieler und Trainer habe ich so etwas noch nicht erlebt. Das hat uns nicht schlecht getan, weil die Jungs das wirklich sehr gut verarbeitet haben. Die Jungs haben besser gespielt als vorher", gewann Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic dem Platzwechsel durchaus etwas Positives ab.

"Ein größerer Platz kommt uns entgegen, um den Gegner auseinander zu ziehen. Das ist uns zwar nicht so gut gelungen, wie wir das können, weil wir darauf eingestellt waren, dass der Gegner sehr viele lange und hohe Bälle spielt. Das habe ich den Jungs gesagt und sie haben das sehr gut umgesetzt", analysierte der FV-Coach hinterher. Denn sieben Minuten nach der Wiederaufnahme der Partie unter völlig anderen Verhältnissen fiel in der 37. Minute das Tor des Abends. Nach einem Fehler im Zentrum der Gäste konnte Alexander Bauschers Distanzschuss von Gästetorhüter Lazar Kacarevic nicht festgehalten werden und Thorben Knauer versenkte den Nachschuss flach zum 1:0 für die Wetterauer. "Dass ein Flutlicht ausfällt, das hat man schon erlebt. Aber dass man weiter spielen musste auf einem anderen Platz, das habe ich noch nicht erlebt und ist wohl einzigartig", befand Neu-Isenburgs Trainer Peter Hoffmann, wollte diese skurrilen Umstände aber nicht als Grund für die Niederlage anführen: "Das wäre eine Ausrede, die unangebracht wäre. Wir haben einen Zweikampf im Zentrum verloren und das hat das Spiel entschieden. Das war bis dato ein 0:0-Spiel. Wir haben in der letzten halben Stunde Druck aufgebaut und hatten die Riesenchance durch Johannes Günther. Solche Spiele werden durch Kleinigkeiten entschieden".

Hoffmann: "Bad Vilbel hatte außer dem Tor keine weitere Torchance"

Auch nach dem Seitenwechsel ging der Rasenschach in der höhepunktarmen Partie weiter. Das Geschehen verlagerte sich in die Hälfte der Hausherren, die mit einem gut geordneten Defensivverbund ihrem Ruf als beste Defensive der Liga (26 Gegentore) bestätigten. "Unsere Standards kamen nicht so wie gewohnt stark, wie wir uns das vorgestellt haben. Bad Vilbel hat vier Mal 1:0 gewonnen nach dem Winter. Es war klar, dass nicht so viele Torchancen entstehen. Bad Vilbel hatte außer dem Tor keine weitere Torchance. Von daher mache ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wir haben ein Duell verloren und Bad Vilbel hat den zweiten Ball nach dem Abpraller bekommen. Wir haben aber in der zweiten Hälfte das Spiel klar dominiert", resümierte Hoffmann. In der Tat bot sich den Gästen vom Sportpark Neu-Isenburg nach einer zu kurz geratenen Rückgabe von Jonas Grüter durch Johannes Günther die Ausgleichsmöglichkeit. Der 43-jährige Torhüter-Methusalem Muzafer Dolovac, der als Torwarttrainer in Ermangelung eines anderen geeigneten Torhüters für den verletzten Stammkeeper Robin Orband eingesprungen war, rettete den Brunnenstädtern in dieser Situation den knappen Sieg. Sechs Minuten später war Dolovac auch bei einem Kopfball von Gästekapitän Marco Betz zur Stelle.

Ansonsten verteidigten die Hausherren bei Eckbällen, Freistößen und langen Einwürfen der Gäste konsequent. "Es war immer jemand dazwischen und wir hätten einige eigene Konter besser ausspielen müssen. Das ist uns heute nicht gut gelungen", fand Mustafic auch einen Kritikpunkt. Siege mit einem Tor Differenz werde Mustafic auch in den folgenden Partien sofort unterschreiben: "Das sind die schönsten Siege. Das ist immer spannend und nach einem 1:0 hast Du hart dafür gearbeitet. Die Mannschaft und auch der Trainer sind sehr glücklich", frohlockte der Übungsleiter des Tabellendritten. Peter Hoffmann rechnet im Aufstiegsrennen jetzt noch stärker mit den Vilbelern: "Bad Vilbel ist jetzt sechs Punkte hinter uns und hat ein Spiel weniger. Wir haben es aber trotzdem noch in der eigenen Hand. Wir haben immer noch den direkten Vergleich, den wir gewonnen haben. So häufig verlieren wir nicht und das war erst die vierte Niederlage. Wir sind hier nicht untergegangen. Wir hatten einfach nicht das Quäntchen Glück". Bei den Hausherren brachte der in der 84. Minute eingewechselte Imran Barkok das Kunststück fertig, sieben Minuten nach seiner Hereinnahme die Gelb-Rote Karte zu sehen.

Stenogramm:

FV Bad Vilbel: Dolovac; Geh, Babic, Uslu (86. Keoseoglu), Osman (89. Waas), Knauer, Bauscher (84. Barkok), Maksumic, Sabic, Emmel, Grüter - Trainer: Amir Mustafic.

Spvgg. 03 Neu-Isenburg: Kacarevic; Hartmann, Nedwied, Betz, Marx (59. Günther), Atzberger, Seith (83. Weiland), Züge (59. Tariq), Albert, Sachs, Rhein - Trainer: Peter Hoffmann.

Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden). Zuschauer: 200.

Tor: 1:0 Thorben Knauer (37.).

Gelb-Rote Karte: Imran Barkok (Bad Vilbel/90.+1).

Besondere Vorkommnisse: Flutlichtausfall (30.). Die Partie wurde auf dem benachbarten Leichtathletikplatz fortgesetzt.

Kommentieren