Kovacevic und Osman erwarten ein heißes Derby

Leonardo Kovacevic (links) und Filip Osman absolvieren bei Buchonia Flieden ihr erstes Seniorenjahr.

Leonardo Kovacevic und Filip Osman (beide 19) sind die Shootingstars bei Hessenligist Buchonia Flieden. Wir haben vor ihrem ersten osthessischen Derby gegen Borussia Fulda (Samstag, 18.30 Uhr) mit den Youngstern gesprochen, die von ihren Eindrücken von Flieden erzählen, von großen Spielen mit dem FSV Frankfurt berichten und ihre Ziele mit der Buchonia darlegen.

Ihr seid schon seit fast zwei Monaten in Flieden. Wie gefällt es euch im Königreich und wie wurdet ihr von der Mannschaft aufgenommen?

Osman: Mir gefällt es hier sehr, sehr gut. Es ist auf jeden Fall etwas anderes als in Frankfurt, wir wurden vom Team aber auch super aufgenommen.

Kovacevic: Ich finde es hier auch super, ich komme mit allen hier sehr gut klar.

War die Umstellung vom Zweitligisten FSV Frankfurt zum ländlichen Buchonia Flieden groß?

Kovacevic: Es ist hier viel familiärer, das gefällt mir.

Osman: Das sehe ich auch so. Hier geht man nach dem Spiel nicht direkt nach Hause, sondern man setzt sich zusammen und hat einen engen Kontakt zu den Zuschauern. Das gab es in Frankfurt nicht, gefällt mir aber sehr gut, So bekommt man einen besseren Bezug zu der Stadt, für die man spielt.

Was hat euch letztlich davon überzeugt, nach Flieden zu wechseln?

Kovacevic: Wir haben ja erstmal nur mittrainiert. Das Team hat mir auf Anhieb gut gefallen, alle waren nett. Man konnte auch gleich sehen, dass das eine gute Mannschaft ist. Es hat einfach alles gepasst.

Osman: Deswegen haben wir uns dann auch relativ schnell entschieden. Ich wollte in meinem ersten Seniorenjahr Hessenliga spielen, das wird mir hier geboten, deswegen denke ich, dass das ein guter Schritt ist. Außerdem ist das Umfeld top. Und Trainer Meik Voll kannten wir ja auch schon, als er beim FSV hospitiert hat.

Kovacevic: Meik ist halt auch sowohl menschlich als auch als Trainer top. Das war natürlich auch noch ein Punkt, der mich überzeugt hat.

Wie schön ist es, dass ihr zusammen vom FSV nach Flieden wechseln konntet?

Kovacevic: Das ist natürlich ein Pluspunkt. So hatte ich direkt jemanden, mit dem ich mich gut verstehe, deshalb war es leichter, mich zu integrieren.

Osman: So wurden wir nicht ins kalte Wasser geworfen. Als Neuling ist es nie einfach, aber allein ist es noch deutlich schwieriger. Mit Kova hatte ich gleich eine Bezugsperson, dass wir nun beide hier sind, ist eine coole Sache.

Ihr spielt in Flieden euer erstes Seniorenjahr. Was sind die größten Unterschiede zwischen den Junioren und den Senioren?

Kovacevic: Es geht schneller und härter zur Sache. Außerdem ist hier der Konkurrenzkampf noch größer. Man merkt schon deutliche Unterschiede.

Osman: Die Gangart ist deutlich härter, aber das Köperbetonte gehört dazu. Ich musste mich schon erst umstellen, dass auch mal richtig zugelangt wird. Ich sehe das aber nicht als negativ an, vielmehr trägt das zu meiner Entwicklung bei.

Am Samstag steht das Derby bei Borussia Fulda, wo sicherlich mit einigen Zuschauern zu rechnen ist. Was waren in eurer noch jungen Karriere die Spiele mit den größten Kulissen?

Kovacevic: Vergangenes Jahr im Hessenpokal-Halbfinale bei Darmstadt 98 waren viele Zuschauer da. Oder auch in meinem letzten B-Junioren-Jahr, als wir in der Relegation mit Rot-Weiß Frankfurt gegen Schwanheim den Aufstieg in die Hessenliga gepackt haben, war einiges los. Für mich sind große Kulissen also nicht mehr so besonders, ich habe da schon einige Spiele miterlebt.

Osman: Mit der U 17 vom FSV haben wir in Saarbrücken die Aufstiegsspiele zur Bundesliga bestritten. Die Fans von Saarbrücken waren lautstark am Werk und haben für eine überragende Stimmung gesorgt. Irgendwann ist es aber eskaliert und sie haben sie sogar den Platz gestürmt, das Spiel musste dann abgebrochen werden.

Mit einem Spielabbruch ist am Samstag glücklicherweise nicht zu rechnen. Seht ihr euch nach einem Zähler aus zwei Spielen unter Druck, punkten zu müssen?

Osman: Ich denke, dass wir befreit aufspielen können. Natürlich haben wir uns den Start anders vorgestellt, gerade gegen Lohfelden hätten wir gewinnen müssen. Für eine bessere Punktekonstellation wäre es sicherlich gut, wenn wir einen Dreier landen können.

Kovacevic: Ich denke nicht, dass wir unter Druck stehen. Nach der Niederlage gegen Watzenborn-Steinberg ist der Kopf oben, es geht jetzt weiter. Gegen Borussia erwartet uns sicherlich ein heißes Spiel, in dem wir unbedingt drei Punkte holen wollen.

Filip, du hast in den zwei bisherigen Partien die volle Spielzeit absolviert. Leonardo, du kamst dagegen nur im ersten Spiel zum Einsatz? Wie groß seht ihr die Chancen an, am Samstag beim Derby dabei zu sein?

Osman: Seit dem vergangenen Spiel habe ich leichte Leistenprobleme, da muss ich erst sehen, wie es im Training geht. Deswegen kann ich gar nicht sagen, ob es für die erste Elf oder nur für die Bank reicht, ich hoffe aber, dass es bis dahin klappt.

Kovacevic: Ich hatte eine Lymphknotenentzündung und musste Antibiotika nehmen, deshalb war ich gegen Watzenborn-Steinberg nicht dabei. Gestern bin ich wieder ins Training einsteigen und habe voll mitgezogen. Ob ich am Ende spiele oder nicht, entscheidet der Trainer. Ich bin auf jeden Fall heiß aufs Derby.

Welche Platzierung traut ihr Flieden am Saisonende zu?

Kovacevic: Ich denke, eine Platzierung im Mittelfeld ist drin. Ich kann mir auch vorstellen, dass wir unter den Top 10 landen werden, wir haben eine junge Mannschaft, in der jeder alles gibt.

Osman: Wir wollen in erster Linie gucken, dass wir über dem Strich landen, danach können wir immer noch nach oben schauen. Ich denke, dass wir eine starke Truppe haben, die von ihrem Teamgeist lebt. Eine Platzierung zwischen acht und zehn traue ich uns schon zu, auch wenn der Klassenerhalt unser erstes Ziel ist.

Zu guter letzt: Wie lauten eure persönlichen Ziele in dieser Spielzeit?

Kovacevic: Das ist wohl mein erstes Jahr, in dem ich überwiegend Linksverteidiger spielen werde, nachdem ich zuvor meist innen gespielt habe. Ich möchte mich verbessern, einen Stammplatz ergattern und alles für die Mannschaft geben.

Osman: Ich möchte meine Position auf der Zehn behaupten und Stammspieler bleiben. Außerdem möchte ich so viele Vorlagen und Tore wie möglich sammeln und positiv dazu beitragen, dass wir am Ende der Saison über dem Strich stehen.

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