KOL Mitte: Muhl hat klare Vorstellungen

Mit Disziplin zum Klassenerhalt

Christian Muhl leitet für das kommende halbe Jahr die Geschicke bei der SG Schlitzerland und hat klare Vorstellungen. Foto: Verein

Mit einem neuen Trainer macht sich die SG Schlitzerland auf, um den Klassenerhalt in der Kreisoberliga Mitte zu schaffen. Übergangscoach Christian Muhl benötigt keine lange Eingewöhnungszeit. Er kennt den Verein aus dem Effeff.

In Queck aufgewachsen begann Muhl seine fußballerische Laufbahn 1990 beim heimischen Sportverein. Er war dabei, als der Club 2011 mit der TSG Schlitz zur SG Schlitzerland verschmolz und stand selbst auf dem Feld, als 2013 erstmals der Gruppenligaaufstieg gelang. In den vergangenen fünfeinhalb Jahren war der 37-Jährige als Trainer für die zweite Mannschaft tätig. So weiß er ganz genau, wie Abstiegskampf funktioniert.

„In den vergangenen Jahren haben wir im Bereich der Zweiten einen Umbruch durchlebt. Es gab Spielzeiten, in denen wir 60, 65 Spieler einsetzen mussten. Es ging nur darum, die A-Liga zu halten – das war mein Job. Jetzt kommen nach und nach Spieler aus dem Jugendbereich dazu und wir sind auf einem guten Weg. Mittlerweile sind wir gesünder aufgestellt, auch wenn die A-Jugendlichen aktuell immer durch die Doppelbelastung müssen“, sagt der in Hammelburg stationierte Berufssoldat.

Dass die Reserve, nun wo er für einige Monate die Erste übernehmen wird, in gute Hände übergeben wurde, war Muhl extrem wichtig. „Mit Hans Schmutzler haben wir einen kompetenten Mann, der einen großen Anteil daran hat, dass wir durch das Tal gekommen sind.“

Künftig Trainer des Sohnemanns

Für Muhl rückt jetzt das Kreisoberliga-Team in den Mittelpunkt. „Wir können viel mehr als das, was wir bisher gezeigt haben. Da nehme ich die Mannschaft in die Pflicht, denn es steckt viel Potenzial im Kader. Wir haben nur noch sieben Spiele auf dem Weg zum Klassenerhalt. Entsprechend gilt es, von Beginn an körperlich fit zu sein. Das waren wir zuletzt nicht, was aber nicht an den Trainern wie Adam Veapi oder Marius Ebert lag. Die Mannschaft muss wollen. Selbst in der trainingsfreien Zeit müssen eben mal die Laufschuhe angezogen werden. Das ist die Aufgabe der Spieler. Was will ein Trainer machen, wenn er in vier Wochen Vorbereitung bei null anfangen muss? Als Trainer möchte man mit der Mannschaft auf dem Platz Dinge erarbeiten können und nicht nur zusehen, dass die Jungs körperlich in Form kommen.“

Von daher hat Muhl eine Challenge unter dem Motto „Trainer gegen Spieler“ ausgerufen. Der gesamte Kader soll mindestens zweimal die Woche unabhängig voneinander laufen. Die Ergebnisse werden dokumentiert und zusammengerechnet. „Jeder Spieler, der in der Endabrechnung hinter mir bleibt, zahlt zehn Euro. Für jeden, der vor mir landet, bezahle ich“, erklärt Muhl. Mit dem Geld soll schließlich eine Art Fantreffen vor dem Restrundenstart organisiert werden.

Neben der körperlichen Fitness sieht Muhl als zweiten entscheidenden Baustein die nötige Disziplin. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und dafür gibt es klare Regeln und entsprechend gibt es, wie zuvor schon, einen Strafenkatalog.“ Für den 37-Jährigen bleibt der Job bei der „Ersten“ zeitlich begrenzt. „Ab Juli werde ich die E-Junioren übernehmen, bei denen mein Sohn Luca spielt“, erklärt er. „Auf diese Aufgabe freue ich mich schon ganz besonders.“ Dass er die Nachwuchsmannschaft langfristig begleiten wird, hält Muhl nicht für ausgeschlossen.

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