Murat Anli: "Ziel ist ganz klar der Aufstieg"
In dieser Saison hast du für die Spvgg. Hosenfeld noch kein einziges Spiel bestritten, jetzt wurdest du als neuer Spielertrainer des Türkischen SV Fulda bekannt gegeben. Warum haben wir dich so lange nicht auf dem Feld gesehen?
Seit Mai habe ich wegen der Arbeit keinen Fußball mehr gespielt. Ich bin Berufskraftfahrer und bin täglich zehn bis zwölf Stunden unterwegs. Ich habe es einfach nicht mehr geschafft, zu trainieren.
Dennoch hast du dich jetzt für das Amt des Spielertrainers entschieden, das sicherlich ebenfalls mit viel Aufwand verbunden ist. Wie kam es zu diesem Engagement?
Ich hatte wieder richtig Bock. Es gab dann ein paar Angebote, einerseits nur als Spieler, andererseits auch als Spielertrainer, zum Beispiel bei einem Gruppenliga-Verein. Ich habe aber verneint, da ich das einfach zeitlich nicht geschafft hätte. Da mein Bruder Mert beim Türkischen SV spielt, habe ich mir ein paar Spiele angeguckt. Ich wurde dann gefragt, ob ich für die restlichen Spiele beim Türkischen SV als Trainer aushelfen kann. Dadurch, dass Yenal Narin auch zu uns kommt, hat das gepasst, da ich so auch mal ein Training verpassen kann. Ich habe dann mit Wolfgang Bleuel (Pressesprecher von Hosenfeld, Anm. d. Red.), zu dem ich ein sehr väterliches Verhältnis habe, gesprochen, ob der Wechsel in Ordnung ist. Für ihn war das gar kein Problem.
Du übernimmst den aktuellen Tabellenfünften der A-Liga Fulda. Was ist in dieser Saison noch drin?
Es bringt jetzt nichts, Wunderdinge zu erwarten, nur weil ich jetzt da bin. Ich weiß aber auch, dass Qualität in der Mannschaft steckt, sonst hätte ich das nie gemacht. Deswegen ist unser Ziel auch ganz klar der Aufstieg. Leute wie Ibrahim Kocak, Onur Özger und Si Moon Mane haben sicherlich die Qualität, um höherklassig zu spielen. Dazu haben wir sehr viele junge Spieler. Die Zuschauer registrieren das auch, im Spiel gegen Edelzell waren 500 Leute da, beim Spiel davor gegen Büchenberg 700. Sie sind euphorisch, sie wissen auch, dass der Türkische SV noch nie so eine gute Mannschaft gehabt hat.
Werdet ihr in der Winterpause noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden?
Wir reden nur mit Spielern, die beruflich sehr eingespannt sind, aber trotzdem höherklassig Erfahrung sammeln konnte. So hatten wir zum Beispiel ein Gespräch mit Julien Mackenrodt, der in Ehrenberg zuletzt gar nicht gespielt hat. Er hat uns aber auch gesagt, dass bei ihm auch das Interesse von anderen Vereinen besteht. Wir selbst sind auch noch mit eins, zwei weiteren höherklassigen Spielern im Gespräch. Finanziell haben wir aber eigentlich keine Möglichkeiten, der Türkische SV ist kein Verein, bei dem man Geld verdienen kann.
Du hast selbst schon höherklassig gespielt. Wirst du beim Türkischen SV nur als Trainer arbeiten oder auch selbst die Schuhe schnüren?
Ich komme als Spielertrainer und will das Training voll mitmachen. Wenn die jungen Leute aber mitziehen, brauche ich mich als 35-Jähriger nicht aufstellen. Ich könnte dann immer noch von der Bank kommen und helfen.
Hast du schon Erfahrungen als Trainer sammeln können?
Zu Beginn der Saison war Hosenfelds Trainer Hondo Nuspahic lange im Urlaub, da hab ich mich um die Mannschaft gekümmert. So wie beim ersten Saisonspiel gegen Hauswurz (6:1, Anm. d. Red.). Es wird zwar nicht immer einfach werden, beim Training da zu sein, ich traue mir die Aufgabe aber voll zu.
Du bist zunächst für ein halbes Jahr ausgeliehen. Siehst du dich in der Spielzeit 2016/17 wieder in Hosenfeld?
So ist das vereinbart. Die Zusage gilt nur für die Rückrunde in dieser Saison, nächstes Jahr werde ich dann wieder nach Hosenfeld zurückkehren.
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