Römmich hat keine Lust, bis zum Ende zu zittern

Christoph Neiter (vorne) glänzt bei der SG Bad Soden derzeit in neuer Rolle. Foto: Markus Waitz

Seitdem Anton Römmich Trainer der Verbandsliga-Truppe ist, geht es bei der SG Bad Soden wieder bergauf. Wir haben mit dem 31-Jährigen über seinen Start als Coach, die Entwicklung der Mannschaft auf und neben dem Platz sowie über personelle Veränderungen im Winter gesprochen.

Mitte Oktober hast du die Bad Sodener Verbandsliga-Truppe auf einem Abstiegsplatz übernommen, seitdem folgten elf Punkte aus sechs Spielen. Eine Marke, mit der du zufrieden sein dürftest, oder?

Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich diese Marke sicherlich unterschrieben. Wir haben aber auch viele Gegner geschlagen, die direkte Konkurrenten im Abstiegskampf sind. Gegen solche Mannschaften musst du gewinnen.

Mitten in der Saison eine Mannschaft zu übernehmen ist nie so leicht. War es für dich von Vorteil, durch deine Spieler-Tätigkeit schon Einblicke ins Team gehabt zu haben? Und was hat die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt auf dich für einen Eindruck gemacht?

Dadurch, dass ich fünf, sechs Spiele schon selbst mitgemacht habe, habe ich die Mannschaft schon vorher kennengelernt. Ich war da aber in keinem Training gewesen, sondern nur bei den Spielen. So hatte ich bereits Niederlagen erlebt und gesehen, wie die Mannschaft darauf reagiert. Es war sicherlich von Vorteil, das Team und den Verein schon im Vorfeld gekannt zu haben. Mit vielen Spielern pflege ich ja ein gutes Verhältnis, ich bin schon mit ihnen in den Urlaub geflogen. An dem Tag, als ich vorgestellt wurde, hat man den Jungs schon angemerkt, dass sie froh sind, dass ich es künftig mache. So hat es mir die Mannschaft gleich einfach gemacht, es haben alle direkt mitgezogen und es war Feuer drin. Man hat gemerkt, dass die Veränderungen dem Team gut tun.

Gerade die instabile Defensive war immer wieder Thema, seit deinem Amtsantritt gab es aber bereits zwei Zu-Null-Spiele und nur acht Gegentore. Wie hast du das Problem in den Griff bekommen und welche Rolle hat Marco Di Maria dabei gespielt, der von der Zehn auf die Sechs gezogen wurde?

Ich habe ja selbst in einigen Spielen als Innenverteidiger gespielt, da habe ich mich teilweise im Stich gelassen gefühlt von der ganzen Mannschaft. Deswegen haben wir zunächst einmal den Fokus darauf gelegt, kompakt zu verteidigen. Im Training haben wir fast nur im taktischen Bereich gearbeitet und viel ohne Ball verschoben. Der Wechsel von Marco Di Maria war dabei ein entscheidender Wechsel. Als Zehner ist er vorne stehen geblieben. Jetzt geht er mit nach hinten, und wenn er läuft, laufen alle anderen auch. Dazu kommt, dass Christoph Neiter momentan als Sechser alles abräumt, nachdem er am Anfang der Saison noch in der Innenverteidigung gebraucht wurde. Es gibt eine klare Rollenverteilung, Christoph ist der defensive Sechser, Marco der Achter. Die beiden ergänzen sich sehr gut.

Was hat sich darüber hinaus verbessert?

Wir sind auf einem sehr guten Weg, als Mannschaft zusammenzuwachsen. Dieser Zusammenhalt hat am Anfang gefehlt. Jetzt verbringen wir nach den Spielen Zeit miteinander, die Spielersitzungen dauern länger und die Leute gehen nicht gleich nach Hause. Bei unserem Einstand waren wir mit 18 Mann in Frankfurt. Ich habe es nicht zur Pflicht gemacht, aber den Jungs ans Herz gelegt, dass wir uns viel mehr als Team präsentieren müssen - auf und neben dem Platz.

Wo siehst du noch Luft nach oben?

Unser Umschaltspiel und unsere Defensive wollen wir weiter verbessern, am liebsten wollen wir natürlich immer zu null spielen. Dazu wollen wir viel mehr Ballbesitz haben, gerade auf unserem Kunstrasenplatz, und weniger mit langen Bällen agieren.

Ihr überwintert auf einem Nichtabstiegsplatz. Wie lautet das Ziel für die Restrunde? Das Auftaktprogramm hat es mit Spielen gegen Sand (H), den starken Aufsteiger Kaufungen (A) und Hünfeld (H) jedenfalls in sich ...

Einerseits ist das Programm undankbar, aber ich bin auch froh, dass wir gegen Sand daheim am Kunstrasen spielen dürfen. Ich sehe bei ihnen nicht viele Kunstrasenspieler, und schon beim Hinspiel waren sie nicht besser als wir. In so einem Spiel oder gegen Hünfeld kannst du nur gewinnen. Ziel eins ist dabei weiterhin der Klassenerhalt, irgendwann wollen wir dann im gesicherten Mittelfeld stehen. Ich habe keine Lust, bis zum Ende zu zittern.

Der Kader der SG Bad Soden hat sich zuletzt immer wieder verändert. Wird sich im Winter personell etwas tun? Und wie geht es bei dir weiter?

Es wird den einen oder anderen Abgang geben, aber auch eins, zwei Zugänge. Wir wollen den Kader nämlich auf die neue Saison vorbereiten und dafür die Restrunde nutzen. Bezüglich meiner Zukunft haben wir uns erst einmal bis Sommer geeinigt, Mitte, Ende März wollen wir uns zusammensetzen und dann gemeinsam entscheiden. Ich denke, dass es im Interesse des Vereins wäre, weiterzuarbeiten, und ich bin natürlich auch daran interessiert. Aber egal ob mein Bruder Wladimir in der Sportlichen Leitung sitzt oder jemand Anderes, es zählen die Ergebnisse. Und bei einem Fehlstart würde die Trainerposition sicherlich schnell wieder hinterfragt werden.

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