Romeo Schäfer will Ante Markesic nicht kopieren
Du hast dich nach deinem kurzen Intermezzo bei Flieden II in der Verbandsliga als Interimstrainer noch einmal dafür entschieden, nur als Spieler zu agieren. Warum bist du nicht gleich im Trainergeschäft geblieben?
Es war damals einfach nicht der richtige Zeitpunkt als Spielertrainer einzusteigen beziehungsweise weiterzumachen. Ich hatte damals eine komplizierte Hüftverletzung, weshalb ich rund sechs Monate ausgefallen bin und nur sehr langsam wieder zurück auf den Sportplatz gefunden habe. Aus diesem Grund konnte ich gesundheitlich keinem Verein als Spielertrainer zusagen, wobei das Interesse von meiner Seite teilweise schon vorhanden war. Es war eine sehr schwierige Zeit für mich, da sich der Heilungsverlauf sehr langwierig gestaltete und ich teilweise an einer völligen Schmerzfreiheit zu Zweifeln begonnen habe. Rückblickend war es die richtige Entscheidung, noch mal nach Asbach zu gehen und zwei Jahre Verbandsliga zu spielen.
Beim Wechsel zum SVA bist du dem Ruf von Trainer Ante Markesic, der dich bereits in Steinbach trainiert hatte, gefolgt. Was nimmst du von ihm mit?
Ante ist ein Typ Trainer, den es in unserer Region nur sehr selten gibt. Ante hat ein klares Konzept und folgt diesem auch in schwierigen Situationen bedingungslos. Taktisch habe ich von Ante das komplette "Fußball-ABC" kennengelernt. Ich werde Ante Markesic sicher nicht kopieren und meinen eigenen Stil haben, aber für das von ihm Erlernte bin ich mehr als dankbar. Auch wenn Ante nicht immer positiv gesehen wird, ist er ein außerordentlicher Trainer und absolut feiner Mensch.
Du giltst als absolut fußballverrückt, der dem runden Leder viel unterordnet und eine einwandfreie Einstellung mitbringt. Jetzt geht es von der Verbandsliga in die Kreisoberliga. Wo wirst du Abstriche machen müssen?
Ich muss schon zum Leidwesen meiner Familie zugeben, dass ich ein absolut fußballverrückter Mensch bin. Trotzdem steht der Fußball ganz klar hinter der Familie und der Arbeit an Nummer drei. Meine Einstellung beziehungsweise der Ehrgeiz hat mich in die Verbandsliga gebracht, es war nicht unbedingt nur Talent. Wenn man für seine Ziele konsequent und hart arbeitet, wird sich früher oder später auch der Erfolg einstellen. Man muss nur bereit sein auf diesem Weg zu bleiben, auch wenn vermeintliche Rückschritte diesen Weg erschweren. Da ist es egal ob ich Verbandliga oder KOL spiele. Am Ende sollte vor allem neben der Erreichung der sportlichen Ziele, der Spaß und die Freude am Fußball stehen. Sicherlich wird es sportlich in einigen Bereichen erst mal eine Umstellung für mich, aber ich weiß auf was ich mich eingelassen habe und freue mich auf die Aufgabe.
Du bist gebürtiger Michelsrombacher, wohnst in Oberfeld. Birgt das Probleme und sind überhaupt noch Spieler dabei, mit denen du bereits gemeinsam gespielt hast?
Ich habe in sehr jungen Jahren Michelsrombach sportlich verlassen und bin über Mackenzell nach Steinbach gekommen. So hat sich dann der enge Kontakt zu Michelsrombach etwas auseinander gelebt und jeder ist erst mal seinen Weg gegangen. In Steinbach habe ich dann mit den heutigen Michelsrombachern Sebastian Möller, Alexander Körbel und Bastian Gräb zusammengespielt.
Ich kenne die einzelnen Spieler zum größten Teil natürlich und werde mir aber auch noch die eine oder andere Info einholen. Der Kontakt ist aber durch meinen Wohnort oder mein privates Umfeld nicht so eng, dass ich dadurch Probleme sehe. Die Nähe von Oberfeld zum Sportplatz ist sehr angenehm, hat aber in meiner Entscheidung keine Rolle gespielt.
Abschließend. Du bist ehrgeizig, Micheslrombach/Rudolphshan ist seit einigen Jahren sehr umtriebig. Strebst du kurz- oder mittelfristig die Gruppenliga an?
Erst mal wünsche ich dem Verein, Sascha und der gesamten Mannschaft viel Erfolg für die Rückrunde. Persönlich wünsche ich mir natürlich sowohl für Asbach als auch Michelsrombach einen versöhnlichen Saisonabschluss mit dem damit verbundenen Klassenerhalt beider Vereine. In erster Linie liegt sportlich meine Konzentration bis Mai logischerweise bei der schweren Aufgabe in Asbach.
Trotzdem laufen in verschiedenen Bereichen zeitgleich die Planungen für nächste Saison. Es geht mir und dem Verein zunächst darum, die Mannschaft zusammenzuhalten und uns dann vielleicht noch punktuell zu verstärken.
Kurzfristig möchten wir diese Saison so schnell wie möglich vergessen machen und die Köpfe wieder frei bekommen, ohne dabei eine konkrete Tabellenposition auszugeben.
Taktisch und spielerisch will ich die Mannschaft verbessern, gepaart mit natürlich einer gewissen Portion Fitness, die jeder Spieler haben sollte. Die Gruppenliga ist für sehr viele Vereine der KOL wirtschaftlich nicht realisierbar, dies zeigen einfach die jüngsten Beispiele. Unser Blick sollte jetzt und ab nächster Saison erst mal auf uns und die KOL gehen.