Verbandsliga Nord
26. Spieltag


RSV Petersberg

0

:

6


SV Weidenhausen

Anpfiff

Sa - 01.04. 14:30 Uhr

Spielstätte

--

Zuschauer

150

Schiedsrichter

--

Slapstick-Elfmeter folgt der Untergang

Julian Wehner "verschoss" einen Elfmeter. Foto: Charlie Rolff

Der RSV Petersberg taumelt langsam, aber sicher zurück Richtung Gruppenliga: Nach einem in kläglicher Manier vergebenen Foulelfmeter, einer Co-Produktion der ganz schlechten Sorte zwischen Julian Wehner und Adrian von Pazatka, brachen die Mannen vom Waidesgrund völlig ein und verloren mit 0:6 (0:2) gegen keinesfalls übermächtige Adler aus Weidenhausen.

Kein Wunder, dass RSV-Coach Rolf Gollin nach der Partie die große Keule in Sachen Kritik schwang: "Wir können nicht mit Negativerlebnissen umgehen, meine Mannschaft ist im Kopf offenbar zu labil. Heute hat man klar und deutlich gesehen, dass viele Spieler große Schwierigkeiten haben, Verbandsliganiveau zu erreichen."

In der ersten Viertelstunde ging beim RSV alles schief, was schiefgehen konnte. Andreas Brzoza schoss bei einem Befreiungsschlag nach 40 Sekunden einen Weidenhausener an, Marc Aschenbrücker musste Hand spielen, um Sören Gonnermann nicht freie Bahn zu gewähren - Gelb. Wenige Sekunden später das nächste Foul von Aschenbrücker, der logischerweise nach neun Minuten ausgewechselt werden musste. Da stand es bereits 0:1, weil Sören Gonnermann nach einem schnellen Einwurf vom schlechten Petersberger Stellungsspiel profitierte.

Der Oberhammer dann aber nach einer Viertelstunde: Nach einem Dribbling wurde Adrian von Pazatka von Toro Moreno gelegt. Wieder mal ein Strafstoß für den RSV, wieder mal ging es schief - diesmal aber so richtig. Trotz dreier verschossener Strafstöße zuletzt hatte sich Julian Wehner wieder den Ball geschnappt, legte diesmal jedoch für von Pazatka vor. Petersbergs Nummer 10 schaltete jedoch viel zu langsam, Weidenhausens Keeper Johannes Klotzsch durfte den Ball problemlos unter seinen Armen begraben. "Davon wusste ich nichts", war Coach Rolf Gollin geschockt. "So eine Aktion mache ich auf dem Sportfest, aber nicht im Abstiegskampf."

Danach agierte der RSV nachvollziehbarerweise noch konfuser. Weil auch Weidenhausen hinten nicht wirklich souverän agierte, entwickelte sich bisweilen ein böses Gebolze, immer wieder durchbrochen von viel zu harten Zweikämpfen: So hatte Adrian von Pazatka Glück, dass er nach einer Grätsche gegen Gerbig von hinten nur Gelb sah.

Entschieden wurde das Spiel dann von Sören Gonnermann, der zunächst - obwohl nicht gerade großgewachsen - vor der Pause nach einer Ecke zum 2:0 einköpfen durfte. Unmittelbar nach Wiederanpfiff ließ sich dann Daniel Nüchter im Mittelfeld zu leicht abkochen, erneut war Gonnermann zur Stelle - 0:3. Stichwort Nüchter: Der Mittelfeldspieler ließ sich kurz darauf zu einem Spruch gegen den Schiedsrichter ("Was du pfeifst, ist ein Witz") hinreißen und sah Gelb-Rot. Nüchter wird damit nächste Woche im Abstiegsgipfel bei Eintracht Baunatal fehlen, der Zorn seines Trainers war ihm gewiss.

Danach war die Messe gelesen: Die Köpfe bei den Petersbergern gingen runter, während die Weidenhausener noch drei Treffer nachlegen konnten. In dieser Form dürfte das Petersberger Gastspiel in der Verbandsliga nicht von langer Dauer sein. "Es ist schwer, nach so einem Spiel jetzt positiv nach vorne zu schauen. Du kannst mit Hütchen und Taktiktafeln immer wieder alles erklären, aber wenn dann solche Böcke Woche für Woche rausspringen, ist das einfach bitter", konstatierte Gollin.

Petersberg: Beikirch; Kilian, M. Aschenbrücker (9. Lindiger), Brzoza, Vogt - Wehner, Nüchter - von Pazatka, Zehner (64. Bleuel), Stupp (64. Elm) - B. Aschenbrücker.
Weidenhausen: Klotzsch; Ewald, Hammer, Toro Moreno, Beng - Göbel, Löffler - Kim, T. Gonnermann, Gerbig - S. Gonnermann.
Schiedsrichter: Sascha Bauer (Fritzlar). Zuschauer: 150. Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Sören Gonnermann (5., 42., 46.), 0:4, 0:5 Jan Gerbig (62., 86.), 0:6 Sören Gonnermann (89.).
Gelb-Rote Karte: Daniel Nüchter (51., Petersberg). Besonderes Vorkommnis: Julian Wehner und Adrian von Pazatka vergeben Foulelfmeter (16.).