Stanislav Szilagyi: "Das Beste, was mir passieren konnte"

Stanislav Szilagyi (34), scheidender Angreifer von Gruppenligist FSV Thalau, hängt im Sommer seine Fußballschuhe an den Nagel und widmet sich dem Trainergeschäft. Im Interview mit unserem Online-Portal blickt der kommende Coach der A-Junioren des TSV Künzell auf seine Karriere zurück und nach vorne.

Noch sechs Spiele, dann ist Schluss: Was geht in dir vor, wenn du an dein Karriereende denkst?

Es wird nicht so leicht, von heute auf morgen „Klick“ zu machen und Ball ruhen zu lassen, schließlich habe ich seit fast drei Jahrzehnten immer mindestens viermal die Woche auf dem Platz gestanden und selber Fußball gespielt. Dennoch bin ich darauf vorbereitet und werde das schon irgendwie hinbekommen. Es wird auf jeden Fall anders, wenn ich plötzlich an der Seitenlinie stehe. Dennoch freue ich mich riesig auf die neue Herausforderung.

Du sprichst deine erste Trainerstation bereits an: Wieso hast du dich für Künzell und den Junioren-Bereich entschieden?

Kurz nachdem es öffentlich wurde, dass ich im Sommer mit dem Fußball aufhören werde, hat mich Jugendleiter Andreas Schmitt angerufen. Er wollte sich sofort mit mir treffen und hat sich extrem um mich bemüht. Die Gespräche mit ihm, aber auch mit Thorsten Parzeller und Alexander Heil aus dem Vorstand, waren durchweg positiv. Überhaupt glaube ich, dass eine A-Junioren-Mannschaft das Beste für mich ist, was mir passieren konnte. Hinzu kommt, dass ich in Künzell wohne und der TSV für seine sehr gute Jugendarbeit bekannt ist.

Stand jetzt übernimmst du einen Gruppenligisten. Ab Sommer wird allerdings die Verbandsliga zwischen Hessen- und Gruppenliga geschaltet. Ist der Aufstieg mittelfristig ein Ziel?

Das Ziel im Juniorenbereich ist meiner Meinung nach vor allem die Weiterentwicklung der Spieler. Ich möchte die Jungs individual-, aber auch gruppen- und mannschaftstaktisch sowie im technischen Bereich weiterbringen. Für mich geht es darum, die Spieler optimal auf den Seniorenbereich vorzubereiten. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich in fünf Jahren mal irgendwo an einen Sportplatz gehe und einen Spieler sehe, der das, was ich ihm einst beigebracht habe, dann noch immer umsetzen kann. Daher beschäftigen wir uns auch mit einem Aufstieg überhaupt nicht, weil wir die Mannschaft damit nur unnötig unter Druck setzen würden.

Deine B-Lizenz hast du bereits in der Tasche. Möchtest du noch weitere Lizenzen machen?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe auch den nötigen Punkteschnitt in meiner Prüfung erreicht und somit die Zulassung zur DFB-Elite-Lizenz. Allerdings muss ich erst ein Jahr mit der B-Lizenz arbeiten und 20 Lerneinheiten in einem DFB-Stützpunkt hospitieren, ehe ich die nächste machen kann.

Hast du dir schon Gedanken über die taktische Ausrichtung deiner zukünftigen Mannschaft gemacht?

Natürlich. Ich werde ich großen Wert darauf legen, dass mein Team sehr kompakt steht und in der Defensive wenig zulässt - dann haben wir bereits eine gute Basis geschaffen. Wenn wir den Ball erobern, dann möchte ich ein schnell Umschaltspiel sehen.

Wie sieht deine Zukunftsplanung als Trainer aus? Möchtest du mittelfristig auch im Seniorenbereich arbeiten?

Grundsätzlich kann ich es mir durchaus vorstellen, allerdings möchte ich nicht mehr selber spielen, sodass ich ein Amt als Spielertrainer ausschließen kann. Aber das ist alles noch zu weit weg. Ich möchte jetzt erst einmal im Junioren-Bereich anfangen, danach kann ich immer noch weitersehen.

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