Watzenborn-Steinberg will kein zweites Steinbach werden
Denn für Steuernagel, der die Mannschaft im Sommer 2014 übernommen und diese von der Verbands- bis in die Regionalliga geführt hat, kommt der Erfolg seines Teams nicht von ungefähr. „Wir wussten schon im Sommer, dass wir eine richtig gute Mannschaft zusammengestellt haben“, sagt Steuernagel, der vor allem von der Konstanz seines Teams beeindruckt ist. „Wir haben abgesehen von den Begegnungen in Eschborn (0:3) und in Oberrad (0:2) immer sehr gute Leistungen abgerufen und waren gerade zum Schluss sehr nervenstark. Ich denke, es war eine verdiente Meisterschaft“, freut sich der A-Lizenz-Inhaber, der seit seinem Amtsantritt bei der Teutonia nur sechs Pflichtspiele verloren hat.
Unklar ist allerdings noch, ob Steuernagel in der kommenden Saison noch auf der Trainerbank sitzen wird. „Ein abschließendes Gespräch mit dem Verein steht noch aus, aber das war auch so vereinbart. Die Wahrscheinlichkeit, dass es weitergeht, ist sehr, sehr groß“, sagt Steuernagel, der mit Innenverteidiger Sebastian Bartel (TSV Lehnerz), Defensivallrounder Oliver Laux (Eintracht Trier) und Angreifer Markus Müller (Kickers Offenbach) bislang drei Neuzugänge präsentieren konnte. Weitere sollen allerdings folgen, ein zweites TSV Steinbach – der Hessenmeister von 2015 verpflichte für die Regionalligasaison insgesamt 30 neue Spieler – wird es aber nicht geben. Ziel sei es, eine Mischung aus jungen, hungrigen und einigen erfahrenen Akteuren zu verpflichten. „Wir stehen mit einigen sehr guten Spielern in Kontakt und sind optimistisch, schon in naher Zukunft den einen oder anderen Neuzugang vermelden zu können“, so Steuernagel.
Klar ist aber bereits, dass bei den Mittelhessen nicht alles auf die Schiene Profifußball gesetzt wird. So werden die Teutonen in das Stadion in Wetzlar umziehen, welches Platz zur 8000 Zuschauer bietet und 2010 erst renoviert wurde. „Es ist die einfachste Möglichkeit für uns. Wir wollen Mannschaft und Verein nach und nach professionalisieren. Sicherlich wird es personell einen kleinen Umbruch geben, aber die Mannschaft ist auch nicht umsonst aufgestiegen“, sagt Steuernagel, dem vorschwebt, dass der Trainerstab vergrößert wird und in einer Woche fünf Trainingseinheiten abgehalten werden – plus Spiel.
„Es wird aber sicherlich auch den einen oder anderen Spieler bei uns geben, der mit dem Fußball sein Geld verdienen wird. Für diese Kicker planen wir ein- oder zweimal in der Woche eine zusätzliche Vormittagseinheit“, verrät Steuernagel, der sicher ist, dass der Verein eine wettbewerbsfähige Regionalliga-Mannschaft stellen kann. „Wir wollen die Euphorie mitnehmen, gerade zu Saisonbeginn und mit einem guten Start den Grundstein für den Klassenerhalt legen.“ Entscheidend sei zudem, dass sein Team bereit sei, den Weg mitzugehen. „Ich denke da beispielsweise an das Thema Ernährung. Da ist sicherlich noch viel Luft nach oben. Leistung ist eine physikalische Formel. Je mehr ich arbeite, desto mehr wird dabei herauskommen.“
Allerdings könnte Watzenborn-Steinberg ohne zwei seiner Aufstiegshelden in die neue Runde gehen. Sowohl Raffael Szymanski als auch Denis Weinecker tendieren dazu, den Verein im Sommer zu verlassen. „Wir befinden uns mit beiden Spielern in Gesprächen und hoffen auch, dass sie den Weg weiter mit uns gehen. Bei beiden hängt es letztlich von der beruflichen Situation ab und der Frage, ob sie Beruf und Regionalligafußball unter einen Hut bekommen“, erklärt der Meistertrainer, der selbst noch hohe Ziele verfolgt. „Mein Traum ist es, eines Tages den Fußballehrer zu erwerben und vielleicht in den Profifußball zu kommen. Dafür arbeite ich jeden Tag hart und akribisch“, verrät der Grundschullehrer, der aber betont: „Das ist für mich kein Muss. Ich bin sehr gerne Lehrer.“