„Wir haben an den Stellschrauben gedreht“

Tobias Manns (rechts) ist eine der wenigen Konstanten beim SV Neuhof. Foto: Siggi Larbig

Viel Hoffnung hatten die Anhänger des SV Neuhof zur Winterpause nicht, dass ihre Mannschaft den Klassenerhalt in der Verbandsliga noch würde schaffen können. Doch mittlerweile sieht es für die Elf aus der Kaligemeinde deutlich besser aus.

Eine Restrunde mit sechs Siegen aus neun Partien hat die Neuhofer auf Tabellenplatz acht nach vorne gespült. Für Tobias Manns, den Kapitän des SVN, ist das allerdings noch lange kein Grund, in Euphorie zu verfallen: „Wir haben noch schwere Gegner und sollten zusehen, dass wir jetzt nicht mehr unten reinrutschen. Aber ich denke schon, dass wir die nötigen Punkte noch holen.“ Johannesberg, CSC 03 Kassel und Bad Soden stehen als Kontrahenten noch auf dem Spielplan.

Doch wie hat es der SV Neuhof geschafft, einer so schwachen Hinrunde eine ebenso starke Rückrunde folgen zu lassen? „Ich denke, dass wir in der Winterpause an den Stellschrauben gedreht und die richtigen Leute geholt haben. Es passt jetzt einfach wesentlich besser“, betont Manns.

Zur Saisonhalbzeit hatte der SVN nach guter, alter Sitte seinen Kader generalüberholt. Mit Deni Tir, Alexander Anastasov, David Costa, Fabian Wozniak, Dario Ageitos Sobradelo, Damian Dudala und Carlo Yanez kamen sieben Neue, die das Team um die Trainer Radek Görner und Martin Döppenschmidt in Windeseile zu integrieren hatte. Im selben Atemzug verließen den SVN natürlich auch zu Weihnachten wieder Spieler, die teilweise erst ein halbes Jahr da waren.

Der Gegenentwurf der Fluktuation

Manns war geblieben – wieder einmal. Schon im vierten Jahr spielt der gebürtige Kressenbacher für den SV Neuhof und ist damit der personifizierte Gegenentwurf seines Vereins, für den die extreme personelle Fluktuation in den letzten Jahren zum Normalfall geworden ist. „Natürlich ist es nicht einfach, sich immer wieder auf andere Nebenleute einstellen zu müssen. Aber es gibt schon auch einen gewissen Stamm, es wird ja nicht ständig die komplette Mannschaft durchgewechelt“, betont Manns.

Es gebe einen Kern, der das Wesen des Teams ausmache, so der 24-Jährige. Und zu dem darf sich Manns selbst zählen, er vergisst aber auch nicht Spielertrainer Radek Görner (35) zu erwähnen, der seit Juli 2013 in der Kaligemeinde ist. Dem Tschechen, geboren in der Bierstadt Pilsen, fällt die verzwickte Aufgabe zu, einen Kader mit zahlreichen Nationalitäten und Mentalitäten zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Trainingssprache ist deutsch, da sind Teammanger Alexander Bär und der Trainerstab konsequent. „Viele können das ja auch, und wer Probleme mit der Verständigung hat, muss eben einen Kollegen finden, der übersetzt“, gibt Manns einen kleinen Einblick in den Trainingsalltag.

Seit die Erfolge zurückgekehrt sind, hat sich die Stimmung in der Mannschaft merklich gebessert. Die Bereitschaft, auch privat etwas zusammen zu unternehmen, sei wieder vorhanden. „Vorher war das schon schwieriger“, gesteht Manns, „wenn man nur verliert, ist die Laune im Keller und da möchte man sich nicht auch noch außerhalb des Trainings verabreden.“

Was aber dem vielseitigen Defensivspezialisten, der sich auf der Sechserposition am wohlsten fühlt, auf jeden Fall eine Verabredung wert ist: die Freunde, Kumpel und alten Weggefährten. Wenn es die Zeit erlaubt, ist Manns als Zaungast bei der SG Kressenbach/Ulmbach zu finden, seinem Heimatverein. „Die haben dieses Jahr wirklich eine gute Mannschaft“, betont er. Und die Woche hat ihm Recht gegeben, durfte sich Tobias Manns doch über den Schlüchterner Kreispokalsieg seines Ex-Vereins freuen. Fehlt jetzt also nur noch der Klassenerhalt mit dem SV Neuhof – und die Planung für die Zukunft. Denn noch ist nicht geklärt, ob der Kapitän eine weitere Saison an Bord bleibt.

Kommentieren