Ulbricht bestraft nachlässigen TSV Lehnerz

Hessenliga: Lazarett wächst stetig - Fotostrecke

09. April 2016, 16:40 Uhr

Foto: Charlie Rolff

Bayern Alzenau konnte im Abstiegskampf der Hessenliga ein kleines Ausrufezeichen setzen: Beim TSV Lehnerz sorgte Michael Ulbricht in der Nachspielzeit für den 1:1 (0:1)-Ausgleichstreffer, der gleichbedeutend mit dem Verlassen des letzten Tabellenrangs ist, den nun Buchonia Flieden innehat.

An der Lautstärke, die TSV-Trainer Henry Lesser an der Seitenlinie von Minute eins an zutage legte, konnten die 350 Zuschauer ablesen, dass er mit dem Auftritt nicht zufrieden sein konnte - und das bekräftigte er auch nach dem Spiel: „Die Rückwärtsbewegung war teilweise katastrophal und im Spiel nach vorne waren wir auch schwach, weil wir, wenn wir mal gekontert haben, oft die falsche Entscheidungen getroffen haben. Aber so Tage gibt es nunmal im Fußball.“

Lehnerz fehlte der Esprit im Spiel nach vorne, insgesamt suchte die auf fünf Positionen veränderte Mannschaft dazu lange Zeit die Balance im eigenen Spiel. Alzenau verpasste allerdings, dies zu bestrafen. Nico Koukalias war überrascht, dass er frei vor TSV-Keeper Aykut Bayar stand (10.), TSV-Rechtsverteidiger Julian Pecks rettete in höchster Not (22.), Niklas Kallina hatte mit einem Gewaltschuss Pech (28.) und Marco Fritscher bekam aus glänzender Position nicht genug Druck hinter den Ball (32.).

Lehnerz bestrafte das, weil Alzenaus Keeper Ricardo Döbert vollkommen unnötig Pierre Mistretta foulte und Patrick Schaaf den fälligen Elfmeter zentral im Tor unterbrachte (18.). Renato Tusha hatte den Ball stark erobert, dann aber unsauber zu Mistretta gespielt, der eigentlich keine Chance mehr hatte, etwas gefährliches zu initiieren. Nur Pecks per Kopfball (21.) und Tusha per Freistoß (45.) hatten weitere Chancen für den TSV.

Schaaf scheitert vom Punkt

Entsprechend fällte Alzenaus Trainer Jochen Seitz nachher sein Urteil: „Vor der Pause hätten wir in Führung gehen können. Gerade da haben wir uns den Punkt verdient.“ Seitz war froh, dass die wochenlang schmerzlich vermisste Lockerheit zurückgekehrt war. Alzenau trat mit breiter Brust an. Pecks hingegen wollte sich nachher den Vorwurf, dass die Luft raus sei, nicht gefallen lassen, stellte jedoch fest, „dass es für Alzenau noch um richtig was geht. Das hat man gemerkt“. Pecks befand, dass sein Team gerade nach der Pause gut gestanden habe, die Zielstrebigkeit nach vorne jedoch fehlte.

Trotzdem hätte der TSV das Spiel entscheiden können, allerdings scheiterte Schaaf vom Elfmeterpunkt (Ulbricht hatte Odenwald gefoult) an Döbert (83.). „Dann wäre das Spiel zu gewesen“, waren sich Pecks und Seitz einig. War es aber nicht und so nickte Ulbricht eine Flanke von Koukalias rein. Dabei sah Bayar nicht gut aus (90.+1).

Bei dem Tor blieb Sebastian Kress mit einer klaffenden Platzwunde am Boden liegen. Er war der Verletzte Nummer vier: Kemal Sarvan zerrte sich beim Warmmachen und hielt zumindest 39 Minuten durch, Alexander Scholz bekam nach fünf Minuten einen Schlag am Knie ab, hielt 51 Minuten durch und kurz vor Spielende erwischte es auch noch Mistretta, der wegen einer Sprunggelenksverletzung liegen blieb. Der Kader wird somit immer enger, denn es saßen schon nur noch drei Feldspieler auf der Bank. Dominik Rummel wird mindestens drei Wochen fehlen, bei ihm ist die alte Oberschenkelverletzung aufgebrochen, Christian Eckerlin (Grippe) dürfte hingegen nächste Woche wieder dabei sein.

Die Statistik:

Lehnerz: Bayar - Pecks, Kress, Sonnenberger, Vogt - Schaaf, Scholz (51. Breunung) - Wollny, Tusha, Mistretta (90. Lesser) - Sarvan (39. Odenwald).
Alzenau: Döbert - Boutakhrit, Wilke, Ulbricht, D. Kallina (80. Wissel) - Tasgin, Grünewald (77. Lange) - Koukalias, N. Kallina, Beinenz - Fritscher (65. Dauber).
Schiedsrichter: Patrick Haustein (FC Großen-Buseck).
Zuschauer: 350.
Tore: 1:0 Patrick Schaaf (19., Foulelfmeter), 1:1 Michael Ulbricht (90.+1).
Verschossener Foulelfmeter: Patrick Schaaf (Lehnerz) scheitert an Ricardo Döbert (83.).

Autor: Johannes Götze

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