Hohmann und Co. würden Lohsse Hessenliga-Job gönnen

Verbandsliga: Hünfeld im Derby klarer Favorit

04. August 2016, 21:00 Uhr

Paul Hohmann (rechts) sieht Lehnerz II durch die Suche nach einem neuen Trainer für die Hessenligamannschaft nicht beeinträchtigt. Foto: Charlie Rolff

Auch am zweiten Spieltag wartet die Verbandsliga mit einem Derby auf: Die Favoritenrolle liegt beim Duell Hünfeld gegen Petersberg allerdings klar auf Seiten der Haunestädter. Auf enge Begegnungen dürfen sich Flieden, Bad Soden und der SV Neuhof einstellen. In Reihen der Lehnerzer Reserve sieht man sich durch die Suche nach einem Nachfolger für Henry Lesser derweil nicht beeinträchtigt.

Hünfelder SV - RSV Petersberg (Samstag, 15.30 Uhr).

Nach dem 0:2 gegen Neuhof zum Auftakt wartet auf den RSV Petersberg gleich das nächste osthessische Duell in der Rhönkampfbahn. Der HSV ist für Goran Gajic ein heißer Meisterschaftskandidat, umso schlimmer fast für die Mannen vom Waidesgrund, dass der ohnehin schon dünne Kader am Samstag noch kleiner daherkommt. "Im Mittelfeld habe ich durch die Sperre von Daniel Nüchter und den Urlaub von Adrian von Pazatka zwei neue Lücken", hadert Gajic. Neuzugang Philipp Mötzung, ebenfalls noch nicht gänzlich fit, wird deshalb wohl ein Startelfmandat erhalten, dazu dürfen sich einige Spieler aus der spielfreien Reserve Hoffnungen auf einen Einsatz machen. "Trotz der Personalmisere wollen wir uns so ordentlich wie in der ersten Hälfte gegen Neuhof verkaufen. Dort hatten wir zwei, drei gute Torchancen. Wenn wir die gegen Hünfeld auch bekommen und uns vor dem Kasten cleverer verhalten, dann ist vielleicht etwas drin", so Gajic.

Hünfelds Coach Dominik Weber nimmt die Favoritenrolle derweil ohne Murren an, "zumal wir im Hinblick auf die danach folgenden Auswärtsspiele in Schwalmstadt und Flieden schon drei Punkte einfahren sollten." Im Vergleich zum 0:0 in Sand wünscht sich Weber noch ein besseres Positionsspiel im Defensivverhalten: "In einigen Situationen standen die Verteidiger und Sechser nicht gut zu Ball und Gegner." Petersberg sei ein "angeschlagener Boxer" und deshalb gefährlich, Geduld und die richtige Einstellung zum Spiel seien laut Weber Trumpf. Johannes Helmke und Robert Simon sind aus dem Urlaub zurück, auch die angeschlagenen Christoph Neidhardt (Rücken) und Steffen Witzel (Handgelenk) haben sich für das Duell mit dem Lokalrivalen fitgemeldet.

SV 07 Eschwege - SV Buchonia Flieden (Samstag, 15.30 Uhr).

Unter der Woche haben sich die Buchonen mit einem 13:1-Sieg im Pokal in Sickels aktiv vom 0:2 gegen Bad Soden erholt. "Lange Bälle waren dort verboten. Den Angsthasenfußball, den wir nach dem Gegentor zum 0:1 gegen Soden gezeigt haben, wollen wir nicht mehr sehen. Sickels spielt natürlich nur A-Liga, aber das hat mir trotzdem gut gefallen", schildert Trainer Meik Voll seine Eindrücke vom Mittwoch. In Sickels spielte Flieden mit der Doppelspitze Marco Gaul/Fabian Schaub. Ob das auch der Weisheit letzter Schluss für Eschwege ist, da lässt sich Voll nicht in die Karten schauen: "Eschwege spielt auf dem großen Platz gerne über die Flügel. Die werden offensiv auftreten, wir dürfen nicht ins offene Messer laufen", sagt der 41-Jährige, der die laute Kritik an Trainer und Team am vergangenen Wochenende vernommen hat, jedoch betont, "dass wir grundsätzliche Dinge nach einem zugegeben echt schlechten Spiel nicht über den Haufen werfen sollten."

SG Bad Soden - SSV Sand (Samstag, 16 Uhr).

Zweites Saisonspiel, zweite Spitzenmannschaft: Auf die SG Bad Soden wartet beim ersten Heimauftritt mit dem SSV Sand ein Team, von dem insbesondere Coach Sead Mehic eine hohe Meinung hat: "Sand gehört zu den Topfavoriten, das Team ist gerade offensiv sehr laufstark und robust aufgestellt." In der Vorsaison gab es auf der heimischen Bornwiese einen 4:3-Erfolg für die Sprudelkicker, auch diesmal ist ein Sieg das Ziel. "Wir wollen immer gewinnen, zumal wir durch den Erfolg in Flieden auch das entsprechende Selbstbewusstsein haben. Legen wir die gleiche Konzentration, das gleiche Zweikampfverhalten und das gleiche Umschaltverhalten wie zum Auftakt an den Tag, werden wir auch im zweiten Spiel erfolgreich sein." Offen lässt der 41-Jährige, ob es taktische oder personelle Änderungen in der Startelf geben wird: "Mal sehen. Die Jungs aus der zweiten Reihe haben im Training gut Gas gegeben." Anil Albayrak, der zuletzt aus privaten Gründen gefehlt hat, kehrt in den Kader zurück, Taner Harmancioglu sei dagegen laut Mehic erst einmal für die Reserve vorgesehen: "Er ist aus privaten und beruflichen Gründen momentan etwas eingeschränkt."

SV Neuhof - 1. FC Schwalmstadt (Sonntag, 15 Uhr).

Vom jüngsten und äußerst überraschenden Schwälmer 0:4 gegen Willingen will sich Neuhofs Coach Alexander Bär nicht blenden lassen: "Schwalmstadt hatte im Sommer einen Umbruch, vermutlich muss sich da noch einiges finden. Nichtsdestotrotz haben die ganz ausgebuffte Spieler in ihren Reihen wie Ricardo Seck oder Jan-Henrik Wolf. Wir müssen sehr diszipliniert spielen, es werden Kleinigkeiten entscheiden." Im Vergleich zum Petersberg-Spiel (2:0) fordert Bär noch mehr Lauf- und Kampfbereitschaft. "In der Vorbereitung sind wir von unseren Gegnern letztlich zu wenig gefordert worden. Wir müssen uns schnell dran gewöhnen, dass die Teams in der Verbandsliga früh draufgehen." Neben Florian Langner (Muskelfaserriss) und Edin Hasanagic (Bänderanriss im Knöchel) fehlt dem SVN am Sonntag Marko Curic, der im Urlaub ist.

FC Bosporus Kassel - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Der Lehnerzer 2:1-Auftakterfolg gegen ambitionierte Eschweger mag für den neutralen Betrachter eine kleine Überraschung gewesen sein. Nicht so für Mittelfeldchef Paul Hohmann: "Die Testspielergebnisse während der Vorbereitung waren nicht gut. Mir war aber klar, dass wir zum Saisonstart besser aussehen würden, da mehr Spieler von der ersten Mannschaft runtergekommen sind." Zudem hätten sich die Neuzugänge hervorragend integriert. Dass sein Trainer Marco Lohsse, der als erster Anwärter auf den Cheftrainerposten der Hessenliga-Mannschaft gilt, ob dieses Umstands nicht ganz bei der Sache sein könnte, weist der 28-Jährige ins Reich der Fabeln: "Marco verhält sich deshalb nicht anders, auch wenn er sich natürlich Gedanken macht. In der Mannschaft ist es natürlich auch ein Thema, weil wir bei einem Aufstieg Marcos auch einen neuen Trainer bekommen würden. Fakt ist: Wenn Marco Hessenliga-Trainer wird, würden wir ihm das total gönnen."

Der kommende Lehnerzer Gegner, Aufsteiger Bosporus Kassel, ist für Paul Hohmann noch ein unbeschriebenes Blatt: "Ich kenne nur Mirko Tanjic, der ja im Sommer dorthin gewechselt ist. Trotzdem glaube ich, dass wir dort etwas mitnehmen werden." Fehlen werden Lehnerz II neben den von Knieverletzungen geplagten Sorg-Brüdern Maximilian Vilmar und der weiterhin gesperrte Ilker Dapar. Laut Hohmanns Information soll Sonntag auf Kunstrasen gespielt werden, "der Rasenplatz ist wohl noch gesperrt."

Autor: Christian Halling